Volker Tietze will sich als Ortsvorsteher und Gemeinderat sowohl um Renfrizhausen als auch die Gesamtstadt kümmern. Foto: Schneider

In sein neues Amt als Ortsvorsteher arbeitet sich Volker Tietze, der auch für die CDU im Gemeinderat sitzt, langsam ein. Er freut sich über ein tolles Team in Renfrizhausen, will aber auch die Lebensqualität in Sulz, etwa am Wöhrd und der Innenstadt, voranbringen.

Volker Tietze sitzt gerade im Renfrizhauser Rathaus und hat eben mit Werkhofbetriebsleiter Alexander Beller telefoniert.

 

Sein Anliegen: einen der zwei Spielplätze im Dorf wieder etwas aufzufrischen und instand zu setzen. Der neugewählte Ortsvorsteher ist froh über solche Telefonate.

Fasnet war der Anfang

„Ich kann immer bei den Ämtern anrufen und fragen“, erklärt er. Stets habe man ein offenes Ohr und erkläre ihm Sachverhalte, die ihm, erst kurze Zeit im Amt, noch neu und unbekannt sind.

Wie kam es, dass der 41-Jährige sowohl Ortsvorsteher als auch neues Gemeinderatsmitglied in Sulz wurde? „Ich bin bei der Fasnet angesprochen worden, ob ich nicht für den Ortschaftsrat kandidieren wolle“, sagt Tietze.

Ortschafts- und Gemeinderat

Da der Gymnasiallehrer für Politik, Sport und Geografie das bereits studiert hatte, habe er schon mit dem Gedanken gespielt, auch selbst politisch aktiv zu werden.

Und nachdem der bisherige Ortsvorsteher Reiner Kimmich bekannt gab, dass er nicht noch einmal antreten wolle, war der Schritt zu dem Amt nicht weit. Es sei ihm auch nahegelegt worden, für den Gemeinderat zu kandidieren, da man dabei eine wichtige Brückenfunktion für den Ortsteil habe.

Politik und Sport

„Ich bin neugierig und will was bewegen“, beschreibt Tietze seine eigene Motivation. Doch zuerst habe er sich an seine Frau gewandt. „Das passt zu dir“, lautete die Antwort.

Für die CDU habe er sich deshalb aufstellen lassen, da er bereits als Jugendlicher in der Jungen Union gewesen sei, als passionierter Sportler für intensive Sitzungen allerdings kaum Zeit fand.

Ein tolles Team

Das ist nun anders. Und mit dem Ortschaftsrat habe er auch ein tolles Team an seiner Seite. Gerade stehe die Planung des Weihnachtsmarktes an, der ein neues Konzept erhalten soll.

„Wenn die ersten Lebkuchen im Supermarkt sind, sollte mit der Organisation begonnen werden“, so seine Faustregel.

Fitness-Parcours am Wöhrd

In Sulz hatte das Bürgerforum Ideen für eine attraktive Innenstadt erarbeitet, denen der neue Gemeinderat viel abgewinnen kann.

Ein begehbares Ufer und Gastronomie vor Ort sind etwas, was zu einer deutlichen Steigerung der Aufenthaltsqualität beitragen könne, ist er sich sicher.

Er selber fände eine Art Bewegungsparcours mit verschiedenen Stationen zum Dehnen oder zur Stärkung der Rumpfmuskulatur gut. „In Sulz sind durch den Neckartal-Radweg viele Radler unterwegs“, hat Tietze schon eine Zielgruppe im Auge.

Flache Straßen und Wasserspender

Aber auch eine barrierefreie Innenstadt ist etwas, was ihm wichtig ist. Als Beispiel führt er Tübingen an, wo es kaum Bordsteine mehr gibt, sondern Straße und Gehwege durch unterschiedliche Pflasterung voneinander abgegrenzt sind.

Mit Blick auf den voranschreitenden Klimawandel und die immer wärmer werdenden Temperaturen möchte er auch Wasserspender, etwa am Wöhrd, wo viele Familien mit Kindern unterwegs sind, ins Spiel bringen.

Bildung und Digitalisierung

Und für das Freibad hat er ebenfalls eine Idee. „Mit einem aufblasbaren Aquarun könnte man spezielle Angebote für Kinder schaffen“, überlegt er. Im Horber Neckarbad baue man solch einen gut 15 Meter langen Parcours einmal im Monat auf, an dem die Jüngeren mit Herzenslust klettern und rutschen können.

Neben diesen sportlichen Aspekten hat der Lehrer aber auch die Schulen im Blick. Seit April besitzt die Lina-Hähnle-Realschule in einigen Klassenräumen beispielsweise Displays, die zahlreiche Multimedia-Möglichkeiten für den Unterricht bieten.

Ehrenamt und Zivilgesellschaft

Sollten auch ganze Tablet-Klassen oder ein digitales Klassenzimmer im Gespräch sein, wäre das etwas, worüber er sehr aufgeschlossen sei, erklärt er.

Zuletzt freue er sich, in so einer aktiven Vereinsgemeinschaft sein zu können. Die fünfköpfige Familie ist im Turnverein Sulz engagiert, er darüber hinaus in der Gemeinschaft für das Dorfgemeinschaftshaus.

Streitbar und sachlich

„Es ist toll, dass wir so viele Menschen haben, die sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft einsetzen“, ist Tietze dankbar.

Und ist auch auf die erste richtige Sitzung des neuen Gemeinderates gespannt. „Es kann durchaus streitbar zugehen“, ist er der Meinung. Doch wünsche er sich, dass man im Diskurs miteinander auch stets sachlich bleibe.