Nicole Hoffmeister-Kraut tritt erneut für die CDU im Wahlkreis Balingen an.
Der Redaktionsbesuch in Balingen ist für Nicole Hoffmeister-Kraut ein Heimspiel. Hier ist sie aufgewachsen, war jahrelang in der Lokalpolitik in Gemeinderat und Kreistag engagiert, in Ehrenämtern, in Kindergarten, Schule, Kirchengemeinderat.
Zweimal hat sie das Mandat für die CDU im Landtag bereits geholt, nun der dritte Anlauf. Warum? „Meine Motivation ist es, unsere Heimat, unsere Region voranzubringen, die Interessen der Menschen zu vertreten.“
Die Mutter dreier Töchter sagt: „Ich bin hier zu Hause, bin hier verwurzelt – und ich möchte mich für die Menschen engagieren.“ Hoffmeister-Kraut schwärmt von der Landschaft, den Traufgängen, dem „Riesenpotenzial“ für den Tourismus, einem „guten, divers aufgestellten schulischen Angebot“ im Kreis.
Im Kontakt mit Unternehmern und Handwerkern
Sie berichtet, wie sie mit Unternehmern, mit dem Handwerk, in Kontakt sei. Und mit Bürgern: Sicher, auch auf dem Wochenmarkt in Balingen werde sie angesprochen, wenn sie samstagmorgens privat einkauft. Dazu kommen unter anderem Stammtische, Haustür-Wahlkampf, Social Media: „Wir versuchen, alle Anfragen zeitnah zu beantworten. Es kann sein, ich rufe mal an.“
Mit dem „Wir“ meint sie auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Sie brauche ein „enges Team, um so ein Haus zu führen“, das betont sie mehrfach. Hoffmeister-Kraut ist schließlich nicht nur Abgeordnete, sondern auch Landeswirtschaftsministerin seit 2016. Damals einigermaßen überraschend war sie – als Unternehmerin – nach Stuttgart geholt worden.
„Ohne Unterstützung würde es nicht gehen“, erklärt Hoffmeister-Kraut. Sie ist dankbar, dass ihre Familie, darunter einst ihre Mutter, ihre Schwester, Freundinnen und Freunde, mitermöglicht hat, ins Wirtschaftsministerium zu wechseln. „Meine jüngste Tochter war damals acht.“
Enorme Herausforderungen
Zu den persönlichen Herausforderungen kommen die politischen. Der Landtag steht in der kommenden Legislaturperiode vor enormen Herausforderungen. Aus Hoffmeister-Krauts Sicht: Mit Blick auf die gewandelte weltpolitische Lage sind Themen wie Sicherheitspolitik, Gesundheitsvorsorge oder bezahlbarer Wohnraum entscheidend.
Der Südwesten, der Zollernalbkreis benötige eine attraktive Infrastruktur („Die Bahnverbindungen sind aktuell eine Katastrophe“), die Regionalstadtbahn („eine so wichtige Anbindung an Stuttgart“), eine ausgebaute B27 („eine der wichtigsten Lebensadern“).
Für Hoffmeister-Kraut zählen nicht nur Straße und Schiene, sondern auch die digitale Infrastruktur. „Corona hat einen Digitalisierungsschub für uns Anwender gebracht, KI ist ein großes Zukunftsthema.“ Unterstützen will die 53-jährige Ehrenamt und Blaulichtorganisationen in ihrem Wahlkreis. „Ohne sie würde der Staat zusammenbrechen, es ist beeindruckend, was da geleistet wird.“
„Es geht nicht um mich als Person“
Ob sie auch Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus bleibt? „Jetzt muss erst einmal der Wähler entscheiden“, sagt sie und: „Es geht nicht um mich als Person.“ Dennoch: „Ich habe viel Erfahrung gesammelt in diesen Jahren, einen Bezug zur Wirtschaft und würde gerne meine Expertise als langjährige Ministerin einbringen.“ Vor Kurzem in den CDU-Bundesvorstand gewählt hat sie nun eine noch gewichtigere Stimme in ihrer Partei.
Überhaupt die Wirtschaft: Unternehmen rutschen in die Insolvenz, zahlreiche Firmen melden Kurzarbeit an. „Der Standortwettbewerb ist immens“, betont Hoffmeister-Kraut.
Sie erzählt von einem baden-württembergischen Unternehmer, der überlegt, eine Maschine für die Produktion in China zu kaufen, weil: günstiger als beim hiesigen Anbieter, qualitativ nicht entscheidend schlechter. „Die Welt hat sich verändert.“ Viele Programme für Wirtschaft und Handwerk habe ihr Ministerium in den vergangenen Jahren aufgelegt, es gelte, anzuknüpfen.
Hoffmeister-Kraut geht in die letzten Wahlkampftage und sagt: „Ich komme jeden Abend zurück nach Hause, außer ich bin auf Dienstreise in Berlin oder Brüssel. Das hat für mich absolute Priorität.“