Zwei Wochen vor der Landtagswahl sieht der Bundesparteitag CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel schon als Sieger. Der Kanzler verspricht volle Unterstützung.
Optimismus und der Glaube an das Gute sind für Wahlkämpfer Pflicht, schon gar wenn der Aufgalopp vor dem entscheidenden Wahltag bereits begonnen hat. Das gilt natürlich auch für Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Im Vorfeld des Bundesparteitags mag er die eine oder andere bange Minute gehabt haben, ob von dem Parteitreffen in seiner Landeshauptstadt zweieinhalb Wochen vor der Wahl wohl der erhoffte Rücken- oder der gefürchtete Gegenwind ausgeht.
Doch schon bald nach dem Beginn konnte Hagel sich entspannen. Das lag nicht nur daran, dass er an diesem Freitag vom Kanzler, von Hessens Ministerpräsidenten Boris Rhein, von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und vielen anderen Rednern schon zum künftigen Ministerpräsidenten im Südwesten ausgerufen worden ist.
Bundeskanzler Friedrich Merz ging in seiner Grundsatzrede schon so weit, Hagel und den rheinland-pfälzischen Spitzenkandidaten Gordon Schnieder bereits zur Mannschaft der CDU-Ministerpräsidenten zu rechnen.
Merz will Arbeit möglich machen
Tatsächlich schickte Merz sich in seiner Grundsatzrede an, auch die fünf Landtagswahlen von 2027 gleich gewinnen zu wollen. So viel Siegesgewissheit war natürlich ganz in Hagels Sinne.
Er nutzte sein 20-minütiges Grußwort dazu, Baden-Württemberg als Kraftzentrum für ganz Deutschland darzustellen. Mehr denn je komme es auf den „typischen Baden-Württemberg-Spirit“ an. Denn der Aufstieg Deutschlands müsse im Südwesten beginnen. „Wir brauchen eine Renaissance dessen, was unser Land so unglaublich stark gemacht hat“, sagte Hagel. Fleiß, Erfindergeist und Leistungsbereitschaft seien Eigenschaften, die aus einem einst bettelarmen Agrarstaat das wohlhabende Land von heute geschaffen haben. „Leistung, Arbeit und Fleiß – das muss man nicht aus dem Leben der Menschen verbannen, mahnte Hagel. „Das sind echte Tugenden, auf die es jetzt wieder ankommt.“
Hagel setzt auf eine Renaissance von Werten
Im Vorfeld des Parteitags hat mancher in der Südwest-CDU sich gewünscht, dass der Kanzler seine Führungskraft und seine Klarheit in der Außenpolitik auch auf Wirtschaftsthemen anwenden und die aus dem Ruder gelaufene Debatte über „Lifestyle-Teilzeit“ wieder einfangen möge. Und Friedrich Merz hat geliefert.
„Wir sind die Partei der Anpacker und die Partei des Ausgleichs der Generationen“, erklärte der Kanzler. „Wir werfen niemandem Faulheit vor.“ Das sei eine Unterstellung. „Arbeit ist da – wir müssen sie nur möglich machen.“ Mit einer Vier-Tage-Woche für alle, werde das nicht gehen. „Wir müssen und wir können flexibler werden und Unternehmen und Beschäftigen Freude an der Arbeit ermöglichen.“
Manuel Hagel werde, so Merz’ Erwartung, die CDU in zwei Wochen wieder zurück in die Staatskanzlei führen. „Wir begleiten Dich auf diesem Weg und tun alles, dieses Ziel zu erreichen.“