Bundesumweltminister Carsten Schneider besuchte den Antonihof in Bad Dürrheim und lobte den Einsatz der Hofbetreiber für die Leidenschaft zur gentechnikfreien Landwirtschaft.
Mit hausgemachtem Eintopf und Apfelkuchen begann der Austausch auf dem Antonihof in Bad Dürrheim. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur begrüßte gemeinsam mit Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Bürgermeister Jonathan Berggötz sowie SPD-Landtagskandidat Nicola Schurr die Betriebsleitenden zu einem intensiven Gespräch über nachhaltige Landwirtschaft und die europäische Debatte um neue Gentechniken (NGT). Das schreibt das SPD-Wahlkreisbüro in einer Mitteilung.
Der Antonihof stehe demnach für eine ökologisch ausgerichtete und konsequent gentechnikfreie Bewirtschaftung. Vor diesem Hintergrund wurde die geplante Deregulierung bestimmter neuer gentechnischer Verfahren ausführlich diskutiert. Für Betriebe wie den Antonihof sei entscheidend, dass Kennzeichnungspflichten, Rückverfolgbarkeit und klare Haftungsregeln erhalten bleiben. Nur so bleibe gewährleistet, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen können, wie ihre Lebensmittel erzeugt wurden – und dass landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktionsweise rechtssicher fortführen können.
Hintergrund ist die Abstimmung im Rat der Europäischen Union zur geplanten NGT-Deregulierung, bei der sich die Bundesregierung enthalten hat, da innerhalb der Koalition keine einheitliche Position erzielt werden konnte. Im Mittelpunkt der Debatte stehen Fragen der Kennzeichnung, der Risikoprüfung und des Vorsorgeprinzips.
Ringen um Lösungen
Bundesumweltminister Carsten Schneider machte deutlich: „Es waren harte Verhandlungen mit unserem Koalitionspartner, doch ich bin standhaft geblieben. Mit der SPD war klar, dass es hier nicht zu einer Aufweichung kommen konnte, so haben wir wenigsten die Enthaltung durchsetzen können.“
Türk-Nachbaur, die als Parlamentarische Geschäftsführerin den Lösungssuche-Prozess mit dem Koalitionspartner oft miterlebt, bestätigte seine Einordnung: „Wir ringen intensiv um vernünftige Lösungen. Gerade für landwirtschaftliche Betriebe braucht es klare Regeln, Transparenz und Planungssicherheit. Das ist mit unserem Koalitionspartner keine einfache Aufgabe.“
Der Bundesumweltminister lobte den Einsatz der beiden Betreiber des Hofs Birgit Strohmeier und Christoph Trütken für ihre klare Position und die Leidenschaft zur gentechnikfreien Landwirtschaft: „Klare Kennzeichnung ist Voraussetzung für Vertrauen und echte Wahlfreiheit. Transparenz ist ein hohes Gut – in der Landwirtschaft genauso wie in der Politik.“
Regionale Bedeutung
Auch Nicola Schurr hob die regionale Bedeutung hervor: „Viele Menschen kaufen hier bewusst ein, weil sie wissen, wie gearbeitet wird – mit Verantwortung für Tiere, Umwelt und Qualität. Diese Transparenz schafft Vertrauen.“
Beim anschließenden Rundgang durch den Offenkuhstall wurde sichtbar, wie eng Tierwohl, Bodenfruchtbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung miteinander verbunden sind, teilt die SPD weiter mit. Humusaufbau und verantwortungsvolle Tierhaltung leisten konkrete Beiträge zum Klima- und Umweltschutz – getragen von Betrieben, die langfristig denken und investieren.
Der Besuch habe deutlich gemacht: Nachhaltige Landwirtschaft ist gelebte Verantwortung. Damit sie dauerhaft tragfähig bleibt, brauche es klare Regeln, Planungssicherheit und politische Verlässlichkeit, heißt es abschließend.