Zähe Sache: ein Baugesuch in der Staudenstraße. Foto: Weisser

Die veränderte Ausführung eines im Jahr 2021 genehmigten Carports in der Dunninger Staudenstraße hat den Gemeinderat ein weiteres Mal beschäftigt.

Und wieder gab es eine Ablehnung. Vermutlich aber ohne Auswirkungen für die Bauherrschaft.

 

Vor vier Jahren hatte der Dunninger Gemeinderat dem Neubau des Carports zugestimmt. Drei Befreiungen (Vorgabe des Grenzbaus und des Mindeststauraums sowie Bebauung außerhalb der Baugrenze) waren damals erteilt worden.

Die Bauausführung wich jedoch gravierend von der Planung ab – und zwar gleich in mehreren Punkten. Grundriss, Höhe und Dachneigung hatte man verändert. Erstellt wurde eine geschlossene Garage mit Toren, Türen und Fenstern sowie einer Dachterrasse.

Problem Dachterrasse

Mit einem entsprechend angepassten Baugesuch wollte die Bauherrschaft die veränderte Ausführung nachträglich genehmigen lassen. Der Gemeinderat machte jedoch nicht mit. In der Sitzung vor den Sommerferien versagte das Gremium dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen. Die Ablehnung richtete sich vor allem gegen die beantragte Nutzung der Dachterrasse.

Das dritte Mal

Mittlerweile sind zum dritten Mal Bauunterlagen auf dem Rathaus eingegangen. Die Dachfläche der Garage soll entsprechend den angepassten Plänen nun nicht mehr als Dachterrasse genutzt werden. Eine Hauptnutzung außerhalb der im Bebauungsplan festgesetzten Baugrenze finde somit nicht statt, erklärte Hauptamtsleiter Andreas Cziep beim jüngsten Zusammentreffen der Ratsrunde.

Neun sagen Nein

„Wohlwollend“ könnte nunmehr im Vergleich zu anderen Vorhaben aus dem Gebiet zugestimmt werden. Das Kreisbauamt, so Cziep, habe signalisiert, dass das Bauvorhaben nunmehr genehmigungsfähig sei. Doch auch davon ließen sich neun Ratsmitglieder nicht beeindrucken. Sie votierten ein weiteres Mal gegen die Genehmigung. Sieben Räte stimmten dafür.

„Ich komme mir veräppelt vor!“

Einige am Ratstisch bezweifelten, dass die vorhandene Dachterrasse tatsächlich nicht genutzt werde. „Ich gehe davon aus, dass das nicht eingehalten wird“, merkte Volker Haag an. Er verwies auf die vorhandene Türe. Ins selbe Horn stieß Simone Spengler: „Ich komme mir veräppelt vor! Wohlwissend, dass das Kreisbauamt zustimmt, sollten wir ein Zeichen setzen.“

Warum eine Absturzsicherung benötigt werde, „wenn man nicht raus kann“, fragte Wolfgang Gerst. Gemeinderat Florian Haag wies darauf hin, dass die Dachterrasse nicht mehr Gegenstand des aktuellen Baugesuchs sei. Hinsichtlich der anderen Befreiungstatbestände habe man in diesem Bereich bereits zugestimmt.

Die finale Entscheidung trifft nun die Kreisbaubehörde.