Das „Gesicht und Gedächtnis“ der Sozialstation, Vorstandsvorsitzender Jakob Nadler (Bildmitte) lobte seine Kollegen und das gute Team. Von links Bürgermeister Davide Licht, Schriftführer Wilfried Simmendinger, Kassenprüfer Erwin Staiger, Jakob Nadler, Josefa Steinhart, Helene Beuter und Dekan Knaus. Foto: Rapthel-Kieser

Dekan Michael Knaus nennt es ein „vibrierendes Unternehmen“ und Bürgermeister Davide Licht lobt die Aufgeschlossenheit für Telemedizin und saubere Mobilität. Tatsächlich kann die Sozialstation St. Franziskus eine positive Jahresbilanz für 2022 ziehen.

In der Hauptversammlung der Sozialstation im Pfarrsaal von St. Fidelis erinnerte der Vorstandsvorsitzende Jakob Nadler daran, dass der Beginn des Jahres 2022 bis in den März hinein noch durch besondere Bestimmungen und Vorschriften wegen der Corona-Pandemie geprägt war. Die Tagespflege habe sogar eine geraume Zeit schließen müssen.

Die Mitarbeiter aber hätten samt und sonders eine hervorragende Arbeit geleistet und die täglich etwa 250 Hausbesuche bei ihren Patienten konnte die Sozialstation trotz widriger Bedingungen alle immer realisieren. Für Pflegedienstleiterin Susanne Zimmermann wäre das ein Jonglieren mit Kapazitäten und Dienstplänen gewesen und manchmal, so Nadler, „war es sehr knapp“.

Die Kurven zeigen nach oben

Trotzdem, tendenziell, so bestätigte es auch Geschäftsführer Bernd Flad, zeigen die Kurven bei der Sozialstation nach den Coronajahren wieder nach oben. Mehr Patienten, mehr Einsätze, mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein wesentlich größeres Volumen von Einnahmen und Ausgaben. Rund 2,7 Millionen Euro hätten die Einnahmen im Jahr 2022 betragen, die Ausgaben lagen etwas darunter, so dass ein Gewinn von 32.000 Euro erzielt wurde.

Ohne Fördermitglieder und Spenden, wäre die Sozialstation St. Franziskus aber schnell in die roten Zahlen gerutscht, verdeutlichte er auch. Das könnte, so mahnte Nadler, im kommenden Jahr passieren. Denn mit der Finanzierung des Neubaus der Tagespflege, der vor wenigen Wochen erst eingeweiht wurde, gelte es rund 700.000 Euro abzubezahlen. Ins Gewicht fallen wird wohl auch der Anstieg der Personalkosten. Derzeit macht er 83 Prozent bei den Ausgaben aus. Nadler rechnet damit, dass die Caritas sich wie immer an den Tarifabschlüssen im öffentlichen Dienst orientieren wird und die Pflegekräfte vermutlich um die zehn Prozent mehr Lohn bekommen werden.

Moderne Flotte und moderne IT

Mittlerweile hat die Sozialstation 20 Fahrzeuge, 14 davon fahren bereits mit Strom und werden von einem intelligenten System während der Nacht nacheinander geladen. Auch in die digitale Ausstattung der Mitarbeiterinnen mit Tablets und in eine neue Software hat die Sozialstation viel investiert. Ärzte hätten damit einfach Zugriff auf Fotos und Daten, die die Schwestern bei den Patienten vor Ort festhalten.

Die einzige Zahl, die bei der Sozialstation kontinuierlich nach unten zeigt, ist die der Fördermitglieder. Waren es 1995 noch 2239, so sind es jetzt 1122. Allein im vergangenen Jahr verlor die Sozialstation 75 Fördermitglieder durch den Tod.

Was die Mitarbeiter betrifft, sind die der Sozialstation oft über viele Jahrzehnte treu und beweisen immer wieder Flexibilität, den Willen zur Fortbildung und übernehmen oft auch neue und verantwortungsvollere Aufgaben. „Wir brauchen Menschen, die mit ihrer Menschlichkeit diese Dienste tun“, kommentierte Dekan Michael Knaus dann auch kurz vor der Ehrung verdienter Mitarbeiter.

Seit 30 Jahren engagiert

Unter den Geehrten war auch der Vorstandsvorsitzende Jakob Nadler, der seit 30 Jahren an vorderster Front für die Sozialstation engagiert ist. „Sie sind das Gesicht und das Gedächtnis der Sozialstation,“ kommentierte Knaus die unverzichtbare Führungsrolle, die Nadler wahrnimmt. Mit ihm ausgezeichnet wurden, ebenfalls für dreißig Jahre, Altenpflegerin und Praxisanleiterin Josefa Steinhart sowie die Geschäftsführerin, Personalbearbeiterin und Fahrerin von Essen auf Rädern, Helene Beuter. Für zehn Jahre Tätigkeit in der Sozialstation wurde in Abwesenheit Sonja Heinemann ausgezeichnet. Auch Schriftführer Wilfried Simmendinger und Kassenprüfer Erwin Staiger wurden für zehn Jahre Engagement geehrt.