Pflegeberufe – eine sichere berufliche Alternative findet Anne Buck, die neue Bereichsleiterin beim Caritasverband-Schwarzwald-Baar-Kreis.
Der Pflegeberuf bietet vielfältige Möglichkeiten und insbesondere der Aufstiegschancen. Bei der Berufsfindung sollten sich nicht nur für junge Menschen den Beruf genauer anschauen. Anne Buck ist die neue Bereichsleiterin Altenpflege beim Caritasverband-SBK. Für die gelernte Pflegefachkraft, Sozialwirtin und Pflegemanagerin bietet der Beruf in der Pflege viele Aufstiegschancen bis hin zu attraktiven Leitungspositionen. Wir wollten von ihr mehr wissen über Ausbildung und mögliche Karrieremöglichkeiten.
Frau Buck, Sie schwärmen regelrecht von ihrem Beruf, was macht Sie so sicher, dass die Pflege ein Beruf mit Zukunft ist?
Die Menschen werden älter, vielfältiger und haben einen steigenden Unterstützungsbedarf – das ist gesellschaftliche Realität. Gleichzeitig verändert sich die Pflege: Digitalisierung, neue Versorgungsformen und moderne Teamstrukturen machen den Beruf anspruchsvoll und zukunftsfähig. Pflege verbindet Fachlichkeit, Verantwortung und Sinnhaftigkeit. Das macht ihn zu einem der zukunftssichersten Berufe überhaupt.
Welche Möglichkeiten bietet der Pflegeberuf?
Pflege ist ein Beruf mit vielen Entwicklungspfaden: von der generalistischen Ausbildung über Weiterbildungen bis hin zu Leitungsfunktionen, Qualitätsmanagement oder Projektarbeit. Menschen können ihre Stärken einbringen – ob in der direkten Versorgung, in Organisation und Koordination oder in der Führung. Die Pflege ist einer der wenigen Berufe, in denen persönliche Entwicklung und berufliche Perspektive eng zusammenliegen.
Sie sagen, dass viele Menschen, insbesondere Frauen, die nach familiär bedingter Berufsabstinenz wieder ein Betätigungsfeld suchen in der Pflege attraktive Betätigungsfelder finden. Welche Möglichkeiten gibt es für Quereinsteiger?
Quereinsteiger sind herzlich willkommen, bringen sie doch häufig eine hohe Motivation und soziale Kompetenzen mit – das ist ein echter Gewinn für die Pflege. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass die pflegerische Arbeit fachlich fundiert bleibt. Deshalb können Quereinsteiger beim Caritasverband zunächst in unterstützenden und klar abgegrenzten Tätigkeiten starten und prüfen, ob der Beruf zu ihnen passt. Für eine langfristige Tätigkeit in der Pflege braucht es jedoch eine entsprechende Qualifizierung.
Wir beraten individuell, welche Ausbildungs- oder Qualifizierungswege infrage kommen und wie ein realistischer Einstieg aussehen kann.
Kann ich auch als FSJ-ler oder BFD freiwillig helfen?
Ja, sehr gerne. FSJ und Bundesfreiwilligendienst sind wertvoll – für uns und für die jungen Menschen. Sie erhalten echte Einblicke in die Pflegepraxis, werden eng begleitet und übernehmen sinnvoll gestaltete Aufgaben. Viele entdecken erst dadurch, wie vielseitig und verantwortungsvoll der Pflegeberuf ist, und entscheiden sich im Anschluss für eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich.
Was muss sich ändern um den Pflegeberuf noch attraktiver zu machen?
Attraktivität entsteht durch gute Arbeitsbedingungen: ein wertschätzendes Miteinander, klare Strukturen, moderne Führung, digitale Unterstützung und echte Entwicklungsmöglichkeiten. Wir arbeiten im Caritasverband kontinuierlich daran, diese Rahmenbedingungen zu verbessern. Pflegekräfte wollen gute Arbeit leisten – unsere Aufgabe ist es, ihnen das zu ermöglichen.
Welche Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bietet der Caritasverband?
Wir bieten ein breites Spektrum: die generalistische Pflegeausbildung, die Ausbildung zum Altenpflegehelfer, umfangreiche Fort- und Weiterbildungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten in der Praxisanleitung, Qualitätsarbeit oder Führung. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in stationären Einrichtungen, in der Tagespflege, im ambulanten Dienst und in modernen Wohnformen wie ambulant betreuten Wohngemeinschaften. So findet jede und jeder ein Arbeitsfeld, das zur eigenen Lebenssituation passt.
Ist die Suche nach Fachkräften im Ausland erfolgreich, und aus welchen Ländern kommen diese?
Wir haben internationale Fachkräfte in den vergangenen Jahren gut integriert und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Gleichzeitig ist unser Ziel, wieder viel stärker junge Menschen hier vor Ort für den Pflegeberuf zu gewinnen. Internationale Rekrutierung kann unterstützen, ersetzt jedoch nicht die Ausbildung in Deutschland. Entscheidend ist, dass wir zeigen, wie vielseitig, verantwortungsvoll und zukunftssicher dieser Beruf ist. Wenn es gelingt, wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern, stärken wir die Pflege langfristig und nachhaltig.