Karmel Odeh ist 14 Monate alt. Das kleine hat das Down-Syndrom, soll aber möglichst normal aufwachsen. Foto: Andrea Krogmann

Das 14 Monate alte Mädchen hat Trisomie 21. Mutter Amal informierte sich über das Syndrom und beeindruckt das ärztliche Personal im Betlehemer Caritas Baby Hospital.

Karmel Odeh lacht viel. Das 14 Monate alte Mädchen mit Trisomie 21 wurde in eine sehr liebevolle Familie geboren und erhält im Caritas Baby Hospital professionelle medizinische Unterstützung. Für die gesundheitlichen Herausforderungen, die mit dem Down-Syndrom einhergehen, hat die Familie mit dem Ärzte- und Pflegeteam des Kinderkrankenhauses die besten Ansprechpartner an ihrer Seite, wie die Einrichtung in ihrer Weihnachtsgeschichte informiert.

 

Physiotherapeutin Lubna Abu Sa’da ist zufrieden. Die Bewegungsabläufe von Karmel haben sich deutlich verbessert. Dies liegt nicht nur an der gemeinsamen Arbeit mit Karmel, sondern auch daran, dass Karmels Mutter Amal mit der Kleinen übt. Kinder mit Down-Syndrom stehen vor zahlreichen gesundheitlichen Herausforderungen. „Sie werden schneller krank und brauchen im Krankheitsfall länger, um sich zu erholen“, erklärt Kinderpneumologe und Chefarzt im Caritas Baby Hospital, Ra’fat Allawi. Mit Karmels Entwicklung ist er zufrieden. „Karmel ist stark. Anders als viele Kinder mit Down-Syndrom, hat sie keine ausgeprägte Muskelschwäche, und auch ihre Entwicklung ist schneller.“

Als Karmel im Mai 2024 im öffentlichen Krankenhaus in Beit Jala geboren wurde, ahnten ihre Mutter Amal (36) und ihr Vater Ziad (46) noch nichts von der Besonderheit ihres vierten Kindes. Karmel sei zunächst „sehr müde nach der Geburt“ gewesen, erinnert sich Amal. Vier Tage später wird sie über den Zustand der Neugeborenen informiert: Die Tochter besitzt ein Chromosom mehr als andere Menschen, bekannt als Down-Syndrom. Die Mutter reagierte überrascht, aber nicht schockiert. Als die Ärzte zu einer Erklärung ansetzten, reagierte Amal sofort. „Ich habe die Ärzte gleich unterbrochen und gesagt, dass ich weiß, was ‚Trisomie 21‘ bedeutet und dass ich dankbar bin für dieses Kind.“

Die Mutter beeindruckt die Mitarbeiter im Krankenhaus

Karmel soll so normal wie möglich aufwachsen und dabei medizinisch bestens betreut werden. Aufgrund des Down-Syndroms besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen und Erkrankungen. So brachte eine Lungenentzündung Karmel mit sieben Monaten zum ersten Mal ins Kinderkrankenhaus nach Bethlehem. „Das war eine harte Zeit“, erinnert sich die Mutter an den vierwöchigen Klinikaufenthalt, bei dem auch eine Belastung von Herz und Nieren festgestellt wurde. Mit elf Monaten folgte ein zweiter Aufenthalt, wieder eine Atemwegsinfektion. „Aus ihren Herz- und Nierenproblemen ist Karmel herausgewachsen“, erklärt Allawi heute. Auch die Lungenprobleme werde man in den Griff bekommen, ist der Arzt zuversichtlich.

Amal steht in regelmäßigem Kontakt mit dem Team des Caritas Baby Hospitals. Während der stationären Aufenthalte der Tochter habe das Team ihr Ruhephasen verschafft, wofür sie bis heute dankbar ist: „Wenn ich müde war, haben sie mir Karmel abgenommen. Wenn sie geweint hat, haben sie das Baby beruhigt.“ Das Caritas Baby Hospital hat der Mutter zudem wertvolles Wissen vermittelt, wie es in der Mitteilung heißt. „Ich habe gelernt, wie ich Karmel am besten trage, wie ich sie füttere und wie ich sie beim Essen- und Laufenlernen unterstütze“, so Amal. Dieses Wissen gibt sie auch gern an andere betroffene Mütter weiter. „Amal ist beeindruckend“, sagt auch Jessica Handal, Sozialarbeiterin im Kinderkrankenhaus und Betreuerin der Familie Odeh. „Sie ist gut informiert und eine sehr selbstbewusste Mutter.“

Das Baby Hospital begleitet die Familie schon lange. Die älteren Kinder wurden dort als Säuglinge ebenfalls betreut, die Eltern in der Sprechstunde beraten. Auch mit Karmel fühlt sich die Familie laut der Mitteilung im Kinderkrankenhaus mit seiner bestens aufgehoben. Die Eltern lassen ihre Kinder dort behandeln, wann immer Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst einer Überweisung zustimmen. Wenn staatliche Stellen bestimmte medizinische Leistungen, etwa Labortests, nicht übernehmen, sind die Odehs dankbar für finanzielle Unterstützung durch das Caritas Baby Hospital.

Die palästinensische Gesellschaft geht verständnisvoller mit Menschen mit Trisomie 21 um als früher, informiert das Krankenhaus. Dennoch erlebt die Familie Vorurteile: „Menschen außerhalb der Familie haben uns geraten, niemandem zu erzählen, dass wir ein Down-Kind haben. Aber wir wollen Karmel nicht verstecken.“ Amal ärgert sich über solche Aussagen: „Etwa, wenn sie mir sagen, dass es ihnen für mich leidtut – wir sind stolz auf Karmel.“

Weitere Informationen

Weitere Infos bietet die Kinderhilfe Bethlehem im Deutschen Caritasverband. Zu erreichen ist diese unter Telefon 0761/20 03 14, per E-Mail an khb@caritas.de oder im Internet zu finden unter kinderhilfe-bethlehem.de.