Insbesondere Poser hinterlassen – im Gegensatz zu Tunern – oftmals sichtbare Spuren ihrer Treffen, wenn sie die Reifen qualmen lassen. Die Polizei hat sich nun auf den Auftakt der Saison vorbereitet – denn der "Carfreitag" steht an. Foto: Eich

Der Karfreitag gilt in der Poser- und Tuningszene traditionell als Startschuss in die Saison der Autoenthusiasten. Im vergangenen Frühling sorgte der "Carfreitag" für größere Probleme – wie hat sich die Polizei nun vorbereitet?

Villingen-Schwenningen - Hunderte – vornehmlich jüngere – Autoliebhaber bevölkerten im "heißen" Frühling vergangenen Jahres die großen Parkplätze in Villingen-Schwenningen und Umgebung – inklusive gefährlicher Szenen beim Posen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der Karfreitag, in der Szene in den Carfreitag umbenannt, steht nun wieder vor der Tür. Und auch die Polizei hat sich dieses Datum wieder dick im Kalender angestrichen.

 

Polizei erstellt Lagebeurteilung

Marcel Ferraro, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, erklärt auf Anfrage unserer Redaktion: "Wir haben für den Carfreitag eine Lagebeurteilung gefertigt." Damit werden das polizeitaktische Vorgehen und die Anzahl der benötigten Kräfte festgelegt.

Das betreffe jedoch nicht nur die Region um die Doppelstadt zu, sondern den gesamten Präsidiumsbereich – der Blick hierbei gehe auch nach Singen, "dort ist die Szene stark". Allerdings werde man die Lage insgesamt im Blick behalten – denn die Szene zeigt sich, quasi naturgemäß, örtlich nicht gebunden. Bereits in der Vergangenheit hatte man mit der Polizei "Katz und Maus" gespielt und den Standort oft verlagert.

Mildes Wetter prognostiziert

Ferraro macht jedoch deutlich: Wie der Carfreitag tatsächlich verläuft, sei bislang schwer einzuschätzen. Das liegt zum einen daran, dass es in den Wintermonaten in der Szene natürlich sehr ruhig sei, "der Carfreitag ist ein Startschuss – mal schauen, was passiert". Gleichzeitig hätten die Beamten den Wetterbericht im Blick. Je nach Wetterlage müsse man die Lage neu beurteilen und schauen, ob man gut genug aufgestellt sei. "Wenn es hagelt, wird wohl weniger los sein", sagt er mit einem Augenzwinkern. Angesichts des prognostizierten trockenen und milden Wetters, dürfte aber einige Autoenthusiasten unterwegs sein.

Doch die Polizei stellt auch klar: Mit Kopfzerbrechen sieht man den bevorstehenden Tag nicht. Denn insgesamt habe die Aufhebung der Coronabeschränkungen für eine deutlich Erleichterung gesorgt. Ferraro: "Vergangenes Jahr waren ja schon die Treffen an sich verboten." Das Auflehnen gegen entsprechende Kontaktbeschränkungen hatte für reichlich Konfliktpotenzial gesorgt. Dies dürfte in diesem Jahr nun anders laufen, "mittlerweile sitzen ja auch viele eher im Bistro oder gehen in den Club".

Polizei unterscheidet zwischen Tunern, Posern und Rasern

Insbesondere der harte Kern der Szene bestehe aber natürlich weiterhin. Deshalb habe man am Karfreitag speziell geschulte Kräfte auf der Straße, wie der Polizeisprecher betont. Nicht nur die Beamten der "Task Force Poser und Tuner", sondern auch die Verkehrspolizei in Zimmern werfen dabei ein Blick auf das Geschehen. "Im Vorfeld präventiv unterwegs waren wir nicht, aber wir schauen natürlich im täglichen Dienst nach Posern und Tunern", erklärt der Polizeisprecher.

Und: Die Polizei wisse sehr wohl, zwischen den verschiedenen Akteuren in der Szene zu unterscheiden. "Wir möchten klarstellen, dass wir als Tuner jene sehen, die legal getunt haben und sich ordnungsgemäß im Straßenverkehr verhalten" Die Poser seien hingegen öfter "mit quietschenden Reifen" unterwegs und hätten mit Tunern eigentlich nichts zu tun. Und dann gebe es noch die Raser, die laut Ferraro aber "nur einen kleinen Teil darstellen". Aber egal, wer am "Carfreitag" unterwegs sein wird, Ferraro erklärt: "Wir sind vorbereitet!"