Bürgermeister Tobias Uhrich weihte mit Ortschaftsräten, Bürgern und der verantwortlichen Firma „Naturenergie Sharing“ die erste Mobilitätsstation in Ichenheim ein.
Es war kalt und nebelig am Montagabend in Ichenheim. Das hielt rund 20 Interessierte nicht davon ab, die Einweihung der ersten Mobilitätsstation in Neuried zu verfolgen. Bürgermeister Tobias Uhrich sprach davon, dass „wir nun einen neuen Weg gehen können“. Man werde den Ansatz des Car-Sharing ausprobieren. Uhrich verriet zudem, dass eine zweite Mobilitätsstation in Altenheim beim Busbahnhof in der Lindengasse geplant sei.
Jonas Meßmer von der Firma „Naturenergie Sharing“, die für den Ausbau der Ladestation und die Bereitstellung des Autos verantwortlich ist, beantwortete die Fragen der Bürger. Das Auto könne man am PC, Smartphone oder telefonisch buchen. Der Stundensatz betrage zwei Euro mit einer Kilometerpauschale von 23 Cent.
Kann man das Auto an einem anderen Ort abstellen? „Nein, es muss nach der Nutzung zur Ladestation zurückgebracht werden“, informierte Meßmer. Die Endreichweite des elektrischen Renault Zoe betrage 280 Kilometer. „Da die durchschnittliche Fahrt eines Kunden etwa 30 Kilometer lang ist, reicht das für einige Fahrten“, war Meßmer überzeugt.
Neuried bietet bewusst keine Leihfahrräder an
Zudem sei ein großer Vorteil, dass Strom, Pflege, Versicherung und Wartung inklusive sei. Man zahle somit nur für die Fahrt. Es könne nur das zugewiesene Auto geladen werden, denn „es ist keine öffentliche Ladestation“, betont Meßmer.
Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau ist organisatorisch für die Station verantwortlich. Es vereint 14 Kommunen , die ihre nachhaltige Mobilität verbessern möchten (siehe Info). „Neuried ist aber die einzige Gemeinde, die nur Car-Sharing anbietet und keine Leihfahrräder“, verriet Uhrich. Die Bürger haben nämlich keinen Bedarf für ein solches Angebot. Alicia Fischer, Projektassistentin beim Beratungsunternehmen „Endura Komunal“, begleitet Kommunen auf ihrem Weg zu besserem Umwelt-und Klimaschutz.
Die Firma fungiert als Geschäftsstelle für das Mobilitätsnetzwerk Ortenau. „Es wurden Fördermittelanträge für die Station gestellt,die Ladesäule wurde gefördert“, stellt Fischer klar. Die Firma „Naturenergie Sharing“ habe die Ausschreibung für den Standort in Ichenheim gewonnen und betreibt die Station eigenwirtschaftlich.
Anfangs verdient „Naturenergie Sharing“ noch kein Geld
„Das Angebot wird unterschiedlich genutzt“, so Meßmer. In Appenweier komme es etwa gut an, während die Station in Friesenheim noch Potenzial habe. Klar sei, dass man anfangs kein Geld in Ichenheim verdienen werde. Man sei gespannt, wie die Mobilitätsstation angenommen werde. Sein Ziel für das erste Jahr: „Eine Fahrt pro Tag“.
Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau
14 Kommunen in der Ortenau nutzen die Synergieeffekte des Netzwerks: Appenweier, Friesenheim, Gengenbach, Kehl, Lahr, Neuried, Offenburg, Rheinau, Schutterwald und Willstätt haben das Mobilitätsnetzwerk Ortenau 2019 gegründet. Achern, Oberkirch, Schwanau und Seelbach sind 2022 beigetreten. Durch abgestimmte Maßnahmen sollen die Nahverkehrsangebote künftig besser ineinander greifen.Das Netzwerk ist bundesweit das erste seiner Art.