Der Campus Schwarzwald und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben ihre künftige Zusammenarbeit mit einem Kooperationsvertrag besiegelt. Vertreter beider Institutionen und Vertreter der Wirtschaft waren zur Unterzeichnung gekommen.
Campus-Geschäftsführer Stefan Bogenrieder sprach von einem „Meilenstein“ in der Entwicklung des Campus in Freudenstadt. „Die Zusammenarbeit mit einer solchen Exzellenzuniversität ist eine ganz besondere Auszeichnung“, sagte er und stellte klar, dass das KIT die bisherige Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart nicht etwa ersetzt, sondern ergänzt.
Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales am KIT, hob die schon traditionelle Zusammenarbeit des KIT mit der Industrie und zahlreichen Unternehmen in der Region besonders hervor. Vor allem die Themen Energie, Mobilität, Digitalisierung und Umwelt stünden dabei im Fokus. Bei der Kooperation gehe es nicht nur um Innovation, sondern ebenso um Forschung und Lehre sowie Internationalisierung und Dialog. Am KIT sei es immer schon eine große Motivation gewesen, zur Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherung maßgeblich beizutragen. 80 Prozent der KIT-Absolventen landeten schließlich in der Industrie. „Ich freue mich auf tolle Projekte, die in der Region einen großen Impact hinterlassen“, sagte Hirth.
Kurt Schmalz, Geschäftsführer der Firma J. Schmalz GmbH und Vorstand des Vereins Campus Schwarzwald, nannte die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit als Vorteil dieser Zusammenarbeit. Damit setze man weitere Impulse in der Region und stärke die Wirtschaft und die Unternehmen. So schaffe man es, am Ende auch kluge Köpfe in die Region zu holen.
Voneinander lernen
IHK-Präsidentin und Unternehmerin Claudia Gläser von der Gläser GmbH erhofft sich durch die Kooperation viele gemeinsame Forschungsprojekte, Wissensaustausch und Innovation. Beide Seiten könnten voneinander lernen und den Standort dadurch stärken. Neue junge Köpfe hätten auch neue Ideen.
Sören Hohmann vom KIT und Mike Barth vom Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme des KIT werden die Kooperation praktisch umsetzen und als Schnittstelle fungieren. Beide sind gespannt und freuen sich auf gemeinsame Forschungsprojekte. Dies sowohl im Verbund mit den Unternehmen am Campus als auch bilateral im Bereich der Grundlagenforschung.
Auf dieser Basis sollen künftig – neben den normal Studierenden – auch regelmäßig Doktoranden vor Ort arbeiten. Umgekehrt werde auch den Campusmitarbeitern die Möglichkeit gegeben, die Institute und Wissenschaftler am KIT zu besuchen. Ein weiterer Bestandteil der Kooperation wird künftig neben der Forschung und Lehre auch die einfache Weiterbildung in den Betrieben sein. Das KIT baue diesen Bereich, für den Absolventen am Ende Zertifikate bekämen, gerade auf, betonte Hohmann.
Ein gutes Dreieck
Wo die künftige Zusammenarbeit jeweils stattfinden wird, hänge immer auch vom Projekt und der benötigten Infrastruktur ab, erklärte Hirth. Aus Erfahrung wisse er aber, dass sich ein Ort wie der Campus dafür oft besser eigne als ein Firmengelände.
Die Kooperation auch mit der Universität Stuttgart bei einzelnen Projekten begrüßt Hirth. Schon in der Vergangenheit sei aus dieser Kooperation heraus Gutes entstanden. „Stuttgart, Freudenstadt und Karlsruhe bilden ein gutes Dreieck, in dem auch möglichst viel passieren soll“, sagte er dazu. Mit dazu beitragen wird künftig eine neue Stiftung, die eine erste Promotionsstelle am Campus finanziert. Ein geeigneter Kandidat oder eine Kandidatin würden aktuell gesucht.