Der Bau von zwei Photovoltaik-Anlagen in Linach und die Erweiterung der naturnahen Campingflächen machen Änderungen des Flächennutzungsplans erforderlich. Nun lagen die Projekte bei einer Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft auf dem Tisch.
Drei punktuelle Änderungen des Flächennutzungsplans für Linach und in der Folge drei entsprechende Bebauungspläne für Projekte stehen an. Dafür kamen die Delegierten aus Furtwangen und Gütenbach im Furtwanger Bürgersaal zu einer Sitzung der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft (VVG) zusammen, um die Änderungen am Flächennutzungsplan gemeinsam zu beraten und zu entschieden.
Geplant sind in Linach zum einen zwei Photovoltaik-Anlagen sowie eine Erweiterung beim Campingplatz am „Wilden Michel“. Für den „Solarpark Wehrleshof Linach“ hat der Gemeinderat Furtwangen im vergangenen Jahr die Aufstellung eines Bebauungsplans und damit die punktuelle Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Diese beiden Verfahren sollen nun nach dem Beschluss der VVG parallel gestartet werden.
Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung Solarenergie
Die EnBW will auf zehn Hektar eine Photovoltaik-Anlage errichten. Für die Aufstellung des notwendigen Bebauungsplans muss als Voraussetzung der Flächennutzungsplan geändert werden. Statt der bisherigen landwirtschaftlichen Fläche soll eine Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung „Solarenergie“ ausgewiesen werden. Die genauen Vorgaben für das Bauvorhaben erfolgen dann im Bebauungsplan der Stadt Furtwangen.
Jörg Markon aus Gütenbach fragte an, ob die Fläche dann auch eingezäunt wird. Johannes Laule vom Bauamt hält dies für wahrscheinlich. Ein bestehender Weg wird als Zufahrt aber weiterhin erhalten ebenso wie ein Biotop. Auch die Einspeisung, so die Anfrage, ist geregelt. Allerdings müssen, was Bürgermeister Josef Herdner bestätigte, voraussichtlich Leitungen ertüchtigt werden. Diese ganzen Details werden im Bebauungsplanverfahren genauer definiert.
Die beiden anderen Projekte in Linach wurden nun mit dieser Beratung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Beim Kleiserhansenhof in Linach soll eine Agri-PV-Anlage durch die „Green Energy 3000“ auf einer Fläche von 7,8 Hektar entstehen. Bei Agri-PV wird durch spezielle auf Masten errichtete Module ermöglicht, dass gleichzeitig mit der Strom-Produktion das Gelände weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann. Hier soll eine Sonderbaufläche Agri-PV ausgewiesen werden.
Kosten tragen Betreiber
Die weiteren Beschlüsse, vor allem auch die parallele Aufstellung des Bebauungsplans, werden in der Folge im Gemeinderat und im Ortschaftsrat beraten. Die Kosten für die Verfahren bei diesen beiden Anlagen werden jeweils vom Betreiber übernommen.
Ebenfalls neu ist das Projekt des „Wilden Michel“ in Linach. Schon mehr als 50 Jahre existiert beim Michelhof ein Zeltplatz. Dieser Campingplatz wird inzwischen sehr rege genutzt. Die Flächen sind ausgeschöpft. Beim Konzept des naturnahen Campings ist eine Verdichtung auf dieser Fläche nicht möglich, so dass eine Erweiterung erforderlich ist. In der Planung sind neue Stellplätze, andere Möglichkeiten wie Jurte oder Bubble-Tent, eine Erweiterung der Veranstaltungsfläche und neue Parkplätze vorgesehen. Die Stadt Furtwangen befürwortet diese Pläne, doch das ganze Gelände liegt im Außenbereich. Zur Sicherung des Bestands und als Genehmigungsgrundlage für diese Erweiterungspläne muss der Flächennutzungsplan geändert und in der Folge ein Bebauungsplan errichtet werden.
Punktuelle Änderung geplant
Der Flächennutzungsplan für die ganze Region wird aktuell neu erstellt. Doch für die Betreiber dauert dieses Verfahren zu lange, deshalb ist für eine baldige Realisierung eine punktuelle Änderung geplant.