Gegen Türkspor Neckarsulm war Armin Redzepagic zum letzten Mal beim 1. CfR Pforzheim an der Seitenlinie. Foto: Rubner

Drei Spiele, drei Unentschieden – das ist die Bilanz von Armin Redzepagic beim 1. CfR Pforzheim. Nach dem jüngsten 0:0 gegen Türkspor Neckarsulm muss der Calwer gehen.

„Das passt für mich. Es war ja auch so abgesprochen, auch wenn ich gerne weitergemacht hätte. Aber am Ende des Tages geht es um das Wohl des Vereins und nicht um mich“, sagt Armin Redzepagic nach seinem Trainer-Aus beim 1. CfR Pforzheim. Immerhin: Der Calwer verlässt den Oberligisten ungeschlagen. Allerdings ist ihm mit drei Unentschieden in seinen drei Spielen auch nicht der entscheidende Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelungen.

 

Der Lückenbüßer

Es war ohnehin eine verrückte Situation beim 1. CfR Pforzheim: Thomas Herbst sollte eigentlich bis zum Saisonende Trainer bleiben und das Zepter dann an Dirk Rohde weitergeben, der zuletzt beim Lokalrivalen FC Nöttingen an der Seitenlinie stand – doch nach fünf Niederlagen in Folge schmiss Herbst im November hin. Er ist inzwischen beim SSV Reutlingen. Da Rohde aus privaten Gründen noch nicht einsatzbereit war, verpflichtete der 1. CfR Pforzheim Redzepagic bis zum Saisonende. „Ich war der Lückenbüßer“, beschreibt der Calwer und bilanziert: „Ich habe nach fünf Niederlagen in Folge eine tote Mannschaft übernommen. Ich sollte Ruhe reinbringen. Ich glaube, dass mir das gelungen ist.“

Noch im November traf Redzepagic mit dem 1. CfR Pforzheim auf den Türkischen SV Singen, der damals mit zwölf Punkten aus den vorangegangenen fünf Spielen so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Oberliga war. Die Pforzheimer lagen überraschend mit 2:0 in Führung, mussten dann aber noch zwei Gegentore hinnehmen. „Trotzdem ein Erfolg“, sagt der 47-jährige Trainer über seine Premiere. Nach der Winterpause folgte abermals ein 2:2 beim FC Villingen. Auch da waren drei Punkte durchaus in greifbarer Nähe, doch die 2:1-Führung wurde verspielt. „Durch einen blöden Torwartfehler“, ärgert sich Redzepagic noch immer. Zuletzt dann ein 0:0 im Heimspiel gegen Türkspor Neckarsulm.

Rohde häufiger gesehen

Dass das Heimspiel gegen den Aufsteiger sein letztes sein könnte, habe Redzepagic schon vor dem Anpfiff geahnt – denn er habe seinen Nachfolger Rohde immer häufiger im Umfeld des Vereins gesehen. „Ich hatte mir gedacht, dass er jetzt wohl doch Zeit hat und früher einsteigen könnte“, meint Redzepagic. Nach dem Spiel gegen Türkspor Neckarsulm habe er sich mit den Verantwortlichen unterhalten und gemeinsam entschieden, das Zepter schon jetzt an Rohde zu übergeben. „Er hat einfach ganz andere Stellhebel, weil er nicht wie ich nur ein halbes Jahr lang da sein wird. Da kann er ganz anders auf die Mannschaft einwirken“, beschreibt Redzepagic und freut sich: „Ich gehe durch die große Tür und nicht im Streit. Es haben danach auch alle vom Verein angerufen und gesagt, dass es ihnen leid tut.“ Er selbst nehme aus den dreieinhalb Monaten beim 1. CfR Pforzheim viel Positives mit: „Ich habe unfassbar nette Menschen kennengelernt. Es hat Spaß gemacht, auf dem Niveau zu arbeiten. Alles ein bisschen rauer, alles ein bisschen schneller.“

Künftig nur noch Oberliga

Wie es mit seiner eigenen Zukunft aussehen wird, kann der Calwer, der zuvor sieben Jahre lang den VfL Nagold trainiert und ihn zweimal in die Verbandsliga geführt hatte, so kurz nach der Trennung freilich noch nicht sagen. Natürlich könne sich Redzepagic vorstellen, wieder als Trainer zu arbeiten, aber: „Wenn, dann nur Oberliga. Das ist der Fußball, der mich interessiert.“ Er kümmere sich derzeit allerdings auch um „andere Zukunftsprojekte“, etwa der Plan von einer eigenen Padel-Tennis-Halle. Deshalb unterstreicht Redzepagic: „Es ist nicht so, dass es für mich jetzt sofort wieder Fußball sein muss.“