Die Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule wird von oben bis unten saniert. Das kostet – und zwar mehr als 20 Prozent mehr als geplant.
Hier bleibt wohl kaum ein Stein auf dem anderen: Die Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule (HIP), genauer gesagt deren Ostflügel, wird grundlegend saniert. Das 1965 erbaute Gebäude werde bei den Arbeiten „bis auf den Rohbau zurückgeführt“, erklärte Heinrich Hohmann vom zuständigen Architekturbüro „21-arch“. Heißt: Nahezu alles wird neu gemacht – von den Sanitäranlagen (die teils aussehen „wie im Museum“, so Hohmann) über die Technikräume und den Brandschutz bis zu einem Aufzugturm, der außen am Gebäude angebracht werden soll. Durch ihn werde der Ostflügel auf allen Ebenen barrierefrei erreichbar. Erhalten werden lediglich die talseitigen Fenster sowie der Estrich. Und es wird wieder eine Vorhangfassade werden, kündigte Hohmann an. Die sei nämlich weniger anfällig für Algen und Moos.
Die Planungen für das Mammutprojekt hatten bereits 2021 begonnen, erinnert sich der Projektleiter. Mit der Gemeinderatssitzung am 28. Februar wird es beschlossene Sache – gesetzt dem Fall, das Gremium folgt der Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses.
Arbeiten im laufenden Betrieb nicht möglich – daher Containerlösung
Der zeigte sich positiv gestimmt dem Vorhaben gegenüber. Obgleich die Kosten mit knapp 10,3 Millionen Euro gegenüber der Planung nochmals kräftig gestiegen sind. 2021, nachdem Hohmann die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt hatte, war die Rede von rund 8,4 Millionen Euro. Das entspricht einer Kostensteigerung von 22,5 Prozent – was allerdings laut Sitzungsvorlage noch unter den Durchschnitt für diesen Zeitraum liegt.
Andere Schulen rücken zusammen
„Neben den marktbedingten Faktoren wirken sich auch planungsbedingte Anpassungen auf die Kosten aus“, ist dort weiter zu lesen. So habe man festgestellt, dass auch Teile des Gebäudes F mit saniert werden sollten, „um die Schnittstellen zwischen den bereits sanierten Gebäudeteilen und dem jetzt anstehenden Projekt sauber aufzulösen“. Insbesondere die Haustechnik und Sanitärbereiche seien davon betroffen. Und: Die bewilligten Fördermittel sind nicht so hoch wie geplant, bedauerte Dieter Kömpf, der die Sitzung in Vertretung von Oberbürgermeister Florian Kling leitete.
Ähnlich wie bei der Grundschule Altburg ist auch bei der HIP eine Sanierung im laufenden Betrieb nicht möglich, meinte Volker Goedel, Hochbauamtsleiter bei der Stadt Calw. Das Provisorium, in dem die Schüler stattdessen unterkommen sollen, war lange Zeit „die große Unbekannte“, sagte er. Händeringend habe man nach Möglichkeiten gesucht – und zunächst geplant, Container auf den Parkplatz in der Badstraße (neben dem Bolzplatz) zu stellen. Doch andere geeignete Räumlichkeiten in der Gegend sind wohl Mangelware. Die Stadt habe deshalb Gespräche mit dem Hermann-Hesse-Gymnasium (HHG) und der Erna-Brehm-Schule geführt, die „zusammenrücken“, um den Realschülern Platz zu machen, wie Goedel dankbar erzählte. Daher brauche es nur noch zwei Container, um auch die restlichen Räumlichkeiten der HIP unterzubringen. Diese sollen voraussichtlich auf dem Schulhof vor dem Forum aufgestellt werden.
Das erste große Ausschreibungspaket soll Mitte des Jahres vergeben werden, damit im Herbst mit dem Bau begonnen werden kann, so der Plan. Im Sommer 2025 sollen die Realschüler und ihre Lehrer wieder in ihre beinahe nagelneuen Schule einziehen können.