Das Maria-von-Linden-Gymnasium wird seit 2019 saniert. Angesichts der Marktlage steigen die Kosten seit einiger Zeit. Foto: Fritsch

Damit war fast zu rechnen: Die Sanierung des Maria-von-Linden-Gymnasiums in Stammheim kostet rund 820.000 Euro mehr als gedacht. Schuld ist vor allem die bekannte Materialknappheit im Bausektor. Bis Fertigstellung könnte es daher sogar noch teurer werden.

Calw-Stammheim - Wer derzeit baut oder noch bauen will, hat es nicht leicht: Viele Baumaterialien sind kaum zu bekommen – und wenn, dann nur mit langer Lieferzeit. Das wiederum wirkt sich auf die Preise aus, die teilweise von Tag zu Tag steigen. "Sie wissen, es ist gerade ein schwieriger Markt", meinte entsprechend auch Calws Oberbürgermeister Florian Kling in der jüngsten Sitzung des Bau-und Umweltausschusses.

Aktuelle Prognose für Gesamtkosten

Konkret ging es um die Sanierung des Maria-von-Linden-Gymnasiums in Stammheim, die seit 2019 im Gange ist. Schon damals hatte sich eine verzwickte Lage im Baubereich angekündigt: Noch bevor der erste Handstreich getan worden war, hatten die Verantwortlichen die geschätzten Kosten von ursprünglich zwölf auf 16,2 Millionen Euro nach oben korrigiert. Als eine der Ursachen war bereits im Frühjahr 2019 unter anderem die "rasante Baupreisentwicklung" genannt worden. Zuletzt belief sich die Summe auf rund 16,8 Millionen Euro. Doch auch das wird wohl nicht reichen.

Nach der aktuellsten Prognose werden sich die voraussichtlichen Gesamtkosten auf rund 17,55 Millionen Euro belaufen. Neben der Materialknappheit schlägt sich hier auch eine Verlängerung der Bauzeit nieder. Letzteres war bereits im Juni bekannt geworden. Das Problem: Für die Holzbauarbeiten im Foyer der Schule innerhalb des geplanten Zeitraums hatte keine einzige Firma ein Angebot abgegeben. Es blieb nur die Verschiebung dieser Maßnahme ans Ende des dritten (und eigentlich letzten) Bauabschnitts. Die Foyersanierung wird somit ab Sommer 2022 als neuer, vierter Bauabschnitt umgesetzt.

Ob in Sachen Kosten damit das obere Ende erreicht ist, steht indes noch nicht fest. Beispielsweise sei es angesichts der momentanen Situation "nahezu unmöglich, eine seriöse Prognose für Baupreise bis zum Herbst 2022 abzugeben", heißt es in den Unterlagen zur Sitzung. Auch ob und inwiefern sich die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und die damit verbundenen möglichen Einschränkungen auswirken, könne nicht vorhergesagt werden.

Einsparen reicht nicht aus

Positiv sei, dass der dritte Bauabschnitt bislang – abgesehen von den Preissteigerungen – planmäßig verlaufe. Auch die ersten beiden Bauabschnitte (Südflügel von Sommer 2019 bis Sommer 2020 und Ostflügel von Sommer 2020 bis Sommer 2021) waren wie vorgesehen umgesetzt worden. Der dritte Bauabschnitt umfasst den Westflügel; hier sind der Fachbereich Kunst, Klassenräume sowie die Verwaltungsbereiche der Schule untergebracht.

Während steigende Preise bei den beiden ersten Bauabschnitten noch durch Einsparungen andernorts hätten ausgeglichen werden können, sei dies nun nicht mehr möglich. Der Bau- und Umweltausschuss empfahl, Arbeiten im Gesamtvolumen von rund 852 000 Euro zu vergeben – knapp 240 000 Euro mehr, als im Budget vorgesehen.

Allein aufgrund der Kostensteigerungen, die die Stadtkasse belasten werden, soll es aber nicht zu Verzögerungen bei anderen Projekten kommen, erklärte OB Kling auf Nachfrage von Udo Raisch (CDU).