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Calw Zum Feiern bleibt ihnen noch keine Zeit

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Im Altensteiger Christophorus-Gymnasium (oben) machten sich die Abiturienten in gemütlichen Räumen an die Deutsch-Prüfung, während am Hesse-Gymnasium Calw dafür die große Aula (links) in Anspruch genommen wurde. Auch am Enztal-Gymnasium Bad Wildbad und am Otto-Hahn-Gymnasium Nagold gab es jede Menge Mutmach-Plakate. Foto: Köncke

Kreis Calw - Landesweit sitzen wieder zig Abiturienten an den Prüfungstischen, schlagen sich mit Formeln, biologischen Prozessen und deutscher Literatur herum. Am Mittwoch startete die Reifeprüfung mit Deutsch – auch im Kreis Calw. Am 3. Mai setzen die Zahlen den Schlusspunkt.

Hoch konzentrierte Stille herrscht in der Aula des Calwer Hermann-Hesse-Gymnasiums. 66 Schüler stellen sich der fünfeinhalbstündigen Mammutprüfung im Fach Deutsch. "Alle sind da und gesund", verkündet Rektor Markus Köcher erleichtert.

Fünf Themen stehen in diesem Jahr zur Auswahl: Eine literarische Arbeit rund um die Pflichtlektüre Agnes von Peter Stamm, Georg Büchners Dantons Tod und Homo Faber von Max Frisch. Alternativ können die Schüler einen Essay verfassen, Gedichte vergleichen, einen Erörterungsaufsatz zu einem politischen Thema schreiben oder eine Kurzgeschichte von Erich Kästner interpretieren.

"Das sind schöne Themen, da lässt sich was draus machen"

Der HHG-Rektor findet jedenfalls Gefallen an den Prüfungsaufgaben: "Das sind schöne Themen, da lässt sich was draus machen", meint Köcher, der das nächste Schmankerl am Horizont sieht: "Im nächsten Jahr kommt Hermann Hesses Buch Steppenwolf dran. Dann haben wir ein Hesse-Abitur am Hesse-Gymnasium." Doch bis dahin muss erst noch das laufende Abitur über die Bühne gehen. Freitag steht Englisch auf dem Plan, Mitte nächster Woche kommen die Wahlfächer. Abschließend kommt Mathe am 3. Mai dran. Bis dahin bleibt auch die Anspannung beim Rektor vorhanden, denn "das ist mit die wichtigste Veranstaltung im Schuljahr, da muss alles klappen."

Geklappt hat zumindest auch organisatorisch alles am Calwer Maria von Linden-Gymnasium. Pünktlich um 13.30 Uhr werden die seitenlangen Werke der Schüler eingesammelt, die sich erst mal vor der Sporthalle einen Kaffee gönnen. Der Tenor: Lief ganz gut. Drei junge Abiturienten unterhalten sich über ihre Aufgabenwahl. Mit dem Essay und dem Buchvergleich kamen Sebastian und Maximilian gut klar. Ihr Schulkamerad Tobias hatte sich den Gedichtsvergleich vorgeknöpft und meint: "Das erste war ok, aber das zweite naja ging so."

Die Vielfalt in der Aufgabenwahl sieht auch Rektorin Birgit Scholl: "Das ist schon breit gefächert und das ist auch gut. Die Schüler haben alles gegeben." Wie lang denn die Korrektur dauere, wollte das Trio von Scholl wissen. "Ohje das dauert mindestens zwei Monate", erklärt sie und empfiehlt ihren Schützlingen: "Jetzt erholt euch erst mal." Das lassen sich die Schüler bei dem strahlenden Sonnenschein freilich nicht zweimal sagen.

Auch das Enztal-Gymnasium in Bad Wildbad meldete: "Alle 67 Abiturienten da." Sekretärin Frauke Huzenlaub ging im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten davon aus, "dass alles gut gelaufen ist. Ich habe keine Alarmglocken gehört", sagt sie in Vertretung des Rektors Michael Lang, der pünktlich zur Abgabe der Prüfungsarbeiten, die von allen drei Kursen zentral auf der Fünfer-Ebene geschrieben wurden, bei seinen Schülern war. Kreativ geschmückt war indes die Aula des Gymnasiums. Viele von Angehörigen und Freunden selbstgestaltete Plakate konnten dort – wie in vielen anderen Schulen auch –­ seit Montag aufgehängt werden. Gute Wünsche und Sprüche wie etwa "easy peasy lemon squeezy" –­ auf deutsch soviel wie "kinderleicht" – zur Aufmunterung sollen den Schülern auf dem Weg durch die Prüfung begleiten.

Mit der Deutschprüfung hat auch am Christophorus-Gymnasium Altensteig die schriftliche Reifeprüfung begonnen. Alle 67 Abiturienten (36 männlich, 31 weiblich) waren pünktlich um 8 Uhr zur Stelle. Einige hatten sich für die fünfeinhalbstündige Bearbeitungszeit ein Vesper und Getränke mitgebracht – und eine warf, bevor die Aufgaben ausgeteilt wurden, noch schnell eine Tablette ein. An der Außenwand des Musiktrakts hingen 28 Plakate und Transparente mit größtenteils ganz persönlichen "Mutmacher-Texten".

"Ich bin erleichtert, dass es jetzt mal los gegangen ist"

Gegen 13 Uhr, also eine halbe Stunde vor dem offiziellen Ende, sind am Nagolder Otto-Hahn-Gymnasium schon einige der 137 Prüflinge fertig. Einige kommen eher blass und abgekämpft aus der Stadthalle und suchen direkt das Weite. Andere blinzeln optimistisch in die Sonne und suchen nach ihren Freunden. Auf dem Pausenhof wird dann eine erste Zwischenbilanz gezogen. Obwohl sie nicht die volle Zeit gebraucht haben, sind sich der 18-jährige Jonathan und seine Schulkameraden einig: "Es war schwer, richtig schwer." Vor allem der Vergleich habe es in sich gehabt. Ob es nun aber schwerer war als erwartet, darüber sind sie sich uneins. "Eigentlich bin ich erleichtert, dass es jetzt mal los gegangen ist", meint Maximilian. Jetzt erst mal ein bisschen "chillen". Aber zum Feiern bleibt noch keine Zeit: Übermorgen steht schließlich schon die Englisch-Prüfung an.

 

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Ralf Klormann

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