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Calw Zukunfts-Projekt Hesse-Bahn soll Natur schonen

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Von Markus Katzmaier

Kreis Calw/Stuttgart. Die Hermann-Hesse-Bahn soll nicht nur ein zukunftsfähiges, sondern auch ein nachhaltiges Verkehrsprojekt werden. Deshalb sollen die Züge mit von Brennstoffzellen erzeugtem Strom fahren. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten gestern der Kreis Calw sowie das Unternehmen Alstom Transport.

Der Ort der Bekanntgabe sowie der Unterzeichnung der Absichtserklärung – ganz modern "Letter of Intent" genannt – sollte Symbolcharakter haben: Das Turmforum im Stuttgarter Hauptbahnhof stehe für Zukunft, erklärte Landrat Helmut Riegger die Wahl des Veranstaltungsortes.

Für den Kreischef war es "ein sehr guter Tag", da man den entscheidenden Schritt für die Realisierung der Hermann-Hesse-Bahn tue. Das sei "das" Projekt in den vergangenen 30 Jahren. Mit der Reaktivierung der ehemaligen Schwarzwaldbahn von Calw über Weil der Stadt bis Renningen soll eine engere Verknüpfung der Wirtschaftsräume Stuttgart, Sindelfingen/Böblingen und Calw geschaffen werden.

Damit soll nicht nur die Benachteiligung des Kreises Calw mit den meisten Auspendlern im Land und zugleich der einzige ohne Anbindung an die Region Stuttgart egalisiert werden, sondern dieser auch noch wirtschaftlich profitieren. "Es hat sich gezeigt, dass sich Räume mit Anbindung positiv entwickeln. Die vernetzte Mobilität sei das entscheidende Thema des 21. Jahrhunderts, unterstrich Riegger

Die Hesse-Bahn soll aber zugleich eine vernünftige Lösung für die Umwelt bieten. So will der Landkreis lediglich in der Übergangszeit vom geplanten Start 2018 bis 2020/21 auf Dieselfahrzeuge zurückgreifen. Und diese sollen geleast werden. Danach soll ausschließlich elektrisch gefahren werden. Mangels Oberleitungen und zu hoher Investitionskosten zum Ausbau derselben sollen drei Triebwagen zum Einsatz kommen, die den Strom wie Elektroautos aus Speichern beziehen, diesen aber aufgrund von Kapazitäts- und damit Reichweitegrenzen direkt herstellen. Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff in Elektrizität um.

Entwickelt werden die Brennstoffzellen-Triebwagen von der Firma Alstom Transport, die ihren Schwerpunkt im Bereich nachhaltige Mobilität hat. Deren Geschäftsführer Martin Lange bezeichnete die Absichtserklärung als wichtigen Schritt in der technischen Entwicklung. Eine Entwicklung, die derzeit noch läuft, weshalb der Einsatz frühestens ab 2020 möglich sein wird. Und der Landkreis Calw wird einer der Ersten sein, nachdem im September vergangenen Jahres Absichtserklärungen mit den Ländern Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen geschlossen wurden.

In Baden-Württemberg sollen laut Ministerialdirigent Elmar Steinbacher zehn Brennstoffzellen-Triebwagen zum Einsatz kommen. Das Land habe das Projekt Hermann-Hesse-Bahn überzeugt, sagte Steinbacher. Ohne das Land und dessen Förderzusage über 25 Millionen Euro wäre das 50-Millionen-Euro-Projekt für den Kreis auch nicht umsetzbar gewesen. Die Kosten für die Triebwagen wollte Lange in diesem Stadium noch nicht genau beziffern. Sie würden mit drei bis fünf Millionen Euro aber im Bereich konventionelle Modelle liegen, auf denen technisch aufgebaut wird.

Andere Fragen müssen für den Brennstoffzellenbetrieb noch geklärt werden. Beispielsweise die der Betankung und auch der Bezug des Wasserstoffes, wie Steinbacher auf Nachfrage erklärte. Klar sei nur, dass auch dieser nachhaltig hergestellt werden soll.

Hatte Riegger den Veranstaltungsort Turmforum wegen des Zukunftscharakters gewählt, so konnte man ob der Nähe zu Stuttgart 21 noch eine andere, ungewollte Symbolik ableiten: der Gegenwind bei Bahnprojekten. Auf mögliche Stolpersteine angesprochen, zeigte sich Riegger zuversichtlich, das Projekt planmäßig umsetzten zu können. Auch die aus dem Kreis Böblingen neu befeuerte Diskussion um eine Verlängerung der S6 soll einen da nicht vom Weg abbringen.

Schließlich habe man Baurecht in Calw und Weil der Stadt. Noch in diesem Jahr soll Spatenstich sein. Im Oktober soll in Calw mit dem Brückenbau begonnen werden.

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