Tennis: Aufgaben werden nach Neuordnung von Marc Allmacher in Stuttgart übernommen / Bärbel Müller-Reichart geht in Ruhestand

(tv). Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, dass vor etwa 30 Jahren ein Tennisbezirkssportwart während der Verbandsrunde die Ergebnisse von Mannschaftsspielen telefonisch entgegen nahm, in Listen eintrug und diese dann zur Veröffentlichung an die Presse weitergab. Für eine Entlastung des Ehrenamtes sorgten damals zentrale Geschäftsstellen in den einzelnen Tennisbezirken, zum Beispiel das die vergangenen 15 Jahre von Bärbel Müller-Reichart geleitete Büro in Herrenberg. Dieses ist nunmehr allerdings Geschichte.

Ihren Ruhestand hat sich Bärbel Müller-Reichart ganz gewiss verdient. Und sie soll ihn ja auch genießen können, so sehr ihr der Tennissport persönlich auch am Herzen liegt. Schließlich war es doch ihr Großvater Fritz Reichart, der vor 90 Jahren nach einem Auslandsaufenthalt in Java den Tennissport in seine Heimatstadt brachte und zusammen mit Freunden den TC Herrenberg gründete und dem ihr Sohn Philipp Müller zwischen 2010 und 2014 als jüngster Clubchef vorstand.

In den Räumlichkeiten des TC Herrenberg wurde Anfang der 1990er Jahre auch die erste Bezirksgeschäftsstelle installiert. Der das Gebiet Nordschwarzwald/Schönbuch umfassende Bezirk 5 mit den Landkreisen Böblingen, Calw und Tübingen zählte zu diesem Zeitpunkt 93 Vereine mit rund 31 000 Mitgliedern. Bis Ende 1993 hatte der Bezirk 5 seinen Schreibtisch unter dem Dach des TCH stehen, Heike Mikorey war die Ansprechperson. Nachdem der TC Herrenberg für die zur Verfügung gestellte Bürofläche Eigenbedarf angemeldet hatte, zog die Bezirksgeschäftsstelle um in ein ehemaliges Kinderzimmer im Haus des damaligen Bezirksvorsitzenden Otto Egenter in die Lämmleshalde. Hier arbeiteten zunächst Hannelore Egenter, später Carola Koch dem Bezirksrat zu.

Die vergangenen 15 Jahre nun, beginnend mit dem 1. Oktober 2000, war dann Bärbel Müller-Reichart zur Unterstützung des Ehrenamtes in der Walter-Knoll-Straße zuständig. Auch wenn der WTB in diesen Jahren viele Abläufe aufgrund einer stets verbesserten EDV und seines Internetauftritts vereinfachte, so wuchs der Umfang an Aufgaben dennoch merklich an. Hinzu kam 2013 die Umstrukturierung des Verbandes von acht auf sechs Bezirke, wodurch die Geschäftsstelle nicht mehr nur für zuletzt 121 Vereine im Bezirk 5 zuständig war, sondern als Bezirk C (Stuttgart/Böblingen/Calw) Kontakte zu 138 Vereinen (mit heute rund 28 000 Mitgliedern) zu betreuen hatte.

Zu einem hohen Prozentsatz galt das Augenmerk der Organisation des Jugendbereichs und dem Kaderwesen, die Winterhallenrunde wuchs weiter an, und auch der Breitensport mit eigener Hobbyrunde verlangte immer mehr Aufmerksamkeit. Bärbel Müller-Reichart nahm als Freizeitspielerin mit einem Team des TC Herrenberg selbst sehr gerne an dieser Hobbyrunde teil. Auf diese Weise kam sie immer wieder auch in direkten Kontakt zu den Verantwortlichen in den Vereinen, mit denen sie sonst nur telefonisch oder schriftlich kommunizierte. "Es ist einfach gut, wenn man die Leute von der Basis kennt. Dieser Kontakt mit den Ehrenämtlern wird mir sicher fehlen", sagt sie.

Dass der Bezirk ihre Stelle nicht nachbesetzt hat, hat auch mit einer Vereinbarung im Rahmen der Bezirksreform zu tun. Diese sah nämlich von vornherein auch eine Zentralisierung der Bezirksgeschäftsstellen vor, sobald sich dezentral Personalveränderungen ergeben sollten. Im Bezirk F (Oberland) hat man diesen Schritt schon länger vollzogen und ist im Landesstützpunkt Biberach Anlaufstelle für die Vereine. Für den Bezirk A (Franken/Neckar/Enz) laufen die Verwaltungsdrähte in Stuttgart zusammen.

Und das tun sie seit dem 1. Januar nun auch für den Bezirk C. Marc Allmacher, auf der Verbandsgeschäftsstelle zuständig für den Breitensport und das Lehrwesen, ist dort nunmehr der Ansprechpartner für den am 22. Februar 2016 in Maichingen neu zu wählenden Bezirksrat und die Tennisvereine aus den Landkreisen Stuttgart, Böblingen und Calw.

Der 28-jährige Sportmanager verstärkt seit September 2014 das WTB-Hauptamt. Als Tennisspieler hat er sich dem TC Rutesheim angeschlossen. Ausgestattet mit der DTB-B-Trainerlizenz gibt, beziehungsweise gab der gebürtige Rheinland-Pfälzer nebenher auch noch Training beim TSV Hildrizhausen und dem TEC Waldau. Direkte Verbindungen zu Mitgliedsvereinen des Bezirk C hat also auch der in seiner Freizeit gern (Beach-)Volleyball spielende Marc Allmacher schon einige.