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Calw Zehn Räte müssen ihren Platz räumen

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Calw - Die Kommunalwahl hat in der Hesse-Stadt so einiges durcheinander gewirbelt. Zehn neue Gesichter ziehen in das verkleinerte Gremium ein. Zehn Räte, teils mit jahrzehntelanger Erfahrung, müssen dafür ihre Plätze räumen. Ein Überblick.

"Gemeinsam für Calw" heißt der große – und neben den Linken auch der einzige – Gewinner der diesjährigen Kommunalwahl. Mit künftig acht Sitzen bilden sie die stärkste Kraft im Gremium. Drei Mandate konnten sie hinzugewinnen.

Mit einem Vertreter ist künftig auch die Linke im Calwer Gemeinderat dabei. Erhard Hofmann, bisher kaum in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten, wurde als einer von zehn "Neuen" in das Gremium gewählt.

Für andere heißt es nun hingegen Abschied nehmen. Werner Greule, Heiko Weber, Peter Blazicek (CDU), Linda Morhard (CDU), Sebastian Nothacker (CDU), Rosemarie Riebel (Freie Wähler), Philipp Koch (Neue Liste Calw), Bernhard Stopper (NLC), Michael Hoch (SPD) und Ralf Recklies (NLC) wurden nicht wiedergewählt. "Es tut sehr weh und es schmerzt. Wenn es nicht so wäre, wäre man kein Kommunalpolitiker mit Herzblut gewesen", äußert sich beispielsweise Greule am Tag nach der Wahl zutiefst getroffen. "Man stellt sich so viele Fragen. Was hat dazu geführt, dass es nicht gereicht hat? Was hat man falsch gemacht?" Greule war 20 Jahre lang im Gemeinderat, hatte zuletzt sogar an Stimmen zugelegt – gereicht hat es am Ende trotzdem nicht. Besonders bitter findet er, dass Holzbronn durch die Abschaffung der unechten Teilortswahl nun keinen Vertreter mehr im Gemeinderat hat. Dem neuen Gremium wünsche Greule vor allem ein gutes Miteinander. "Das Motto muss immer lauten: gemeinsam für unsere Stadt und zum Wohle seiner Bürger", verdeutlicht er.

Etwas gelassener sieht Stopper das Ergebnis. "Ich lache noch, also alles gut", scherzt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Er habe es kommen sehen, dass es dieses Mal eng werden könnte. "Aber wir haben in den vergangenen fünf Jahren viel erreicht und uns für die Stadt eingesetzt. Jetzt sind die anderen dran." Lediglich das Thema Kernstadtbeirat lässt ihn auch jetzt nicht los. "Dass wir das nicht durchgebracht haben, ärgert mich", meint Stopper.

Der Fraktionsvorsitzende der NLC, Hermann Seyfried, sieht für manche Projekte auch in Zukunft schwarz: "Einige durch die Neue Liste Calw angestoßene Themenbereiche werden aufgrund der verminderten Fraktionsstärke nicht mehr weiter vorangebracht werden können." Er sei gespannt darauf, wie das neu zusammengesetzte Gremium künftig Probleme der Stadt lösen werde und wie sich Calw dadurch entwickle.

Nothacker muss gehen, obwohl er bislang sogar als Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat saß. Er lobt zuallererst den Wahlkampf der GfC. "Die haben alles richtig gemacht", findet Nothacker. Bei der CDU hingegen habe es schon im Vorfeld immer wieder Probleme gegeben. Daher sei es für ihn auch wenig überraschend, dass er seinen Sitz räumen muss – wenn er auch Stimmen hinzugewonnen hat. "Jetzt ist es nunmal so", meint er. Rückblickend, findet Nothacker, habe seine Fraktion in den vergangenen fünf Jahren die eigenen Positionen konsequent und konstruktiv vertreten. "Und das würde ich immer wieder so machen."

In Zukunft haben nun zehn andere Calwer die Möglichkeit, die Geschicke der Stadt mit zu bestimmen. Für die FW ziehen Markus Blaich und Sabine Ekenja neu ins Gremium ein, für die CDU Bernhard Plappert sowie Thomas Peter. Die NLC nimmt Thomas Kugele in ihre Reihen auf, bei der GfC sicherten sich Peter Schaber, Hans-Jürgen Wimbert sowie Michaela Brandl je ein Mandat. Für die Linke nimmt Hofmann im Gremium Platz.

Vertrauen ausgesprochen

In der SPD übernehmen nun gänzlich die Frauen das Ruder: Neben Evelin Menges zieht Claudia Nothacker-Kost in den Gemeinderat ein – allerdings verliert die SPD den Fraktionsstatus. Denn als Fraktion gilt nur ein Zusammenschluss aus mindestens drei Räten. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass sie ohne die Unterstützung anderer Räte nicht dazu befugt sind, Akteneinsicht zu verlangen.

Der Verlust der Fraktionsstärke werde die beiden Frauen aber nicht daran hindern, sich voll und ganz für das Wohl der Stadt einzusetzen, äußert sich Menges. "Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Bürgern bedanken, die uns, den SPD-Kandidatinnen, ihr Vertrauen ausgesprochen haben."

Oberbürgermeister Ralf Eggert freut sich vor allem über die hohe Wahlbeteiligung in Calw. Das zeige, dass den Bürgern das Wohl Europas und der Kommunalparlamente am Herzen liege. "Ich bedanke mich bei allen Kandidaten, die bereit sind, Verantwortung für die Stadt und die Gesellschaft zu übernehmen. Ohne diese Menschen würden wir in keinem freien, sozialen Rechtsstaat leben können", sagt er. Ein Dank gelte auch den rund 150 Wahlhelfern, die an mehreren Tagen bis tief in den Abend hinein rund 33 0000 Stimmzettel ausgezählt haben.

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