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Calw Wirbel um Bau von Stiftung Hoffnungsträger

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Die Stiftung Hoffnungsträger plant, vier Gebäude mit 32 Wohnungen in der Waldsiedlung auf dem Wimberg zu errichten. Grafik: andOFFICE

Calw-Wimberg - Das geplante Bauprojekt der Stiftung Hoffnungsträger auf dem Wimberg spaltet die Gemüter. Obwohl Stadtverwaltung und die Stiftung den Gerüchten, dass dort zum großen Teil Flüchtlinge und ehemalige Straftäter einziehen sollen, widersprechen, reißen die Spekulationen nicht ab. Nun meldet sich auch der Kirchengemeinderat zu Wort.

Seit das geplante Bauvorhaben der Stiftung Hoffnungsträger in der Waldsiedlung auf dem Wimberg vorgestellt wurde, kehrt in dieser Sache keine Ruhe mehr ein. Zunächst hatten sich die Räte zwar eher positiv zu dem Vorhaben, vier Häuser mit 32 Wohnungen zu errichten und günstiger zu vermieten, als in der Gegend üblich, geäußert. Im Nachhinein kursierte jedoch eine Nachricht, in der verschiedene Vorwürfe gegenüber der Stiftung und dem Vorgehen laut wurden. Einer davon: Es sei geplant, dass, – wie in den anderen Häusern der Stiftung Hoffnungsträger auch – bis zu 50 Prozent Flüchtlinge und ehemalige Straffällige einziehen werden.

Nicht nur Marcus Witzke, Geschäftsführer der Stiftung, widersprach dem entschieden ("Wir werden in Calw keines unserer klassischen Hoffnungshäuser betreiben, sondern wie angekündigt bezahlbares Wohnen"). Auch Oberbürgermeister Ralf Eggert betonte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass an den Gerüchten nichts dran sei. Zwar klammere man Flüchtlinge als künftige Bewohner nicht aus, ehemalige Straftäter jedoch schon. Damit ging er vor allem auf die Bedenken ein, in der Waldsiedlung könnte ein sozialer Brennpunkt entstehen. Bedenken, die laut Informationen unserer Zeitung auch nach der Gemeinderatssitzung noch bestehen.

Nun meldet sich der Kirchengemeinderat der Bergkirchengemeinde auf dem Wimberg um Pfarrer Walter Hummel zu Wort. Man sei empört über das, was über die Hoffnungshäuser, verbreitet worden ist. "Wir bedauern es, wie dadurch die Stiftung Hoffnungshäuser in ein negatives Licht gerückt werden soll, obwohl doch damit hier dringend benötigter, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll", heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums.

Hilfsbedürftige in Schutz nehmen

Dabei sei es für den Kirchengemeinderat und Hummel sehr befremdlich, dass ehemalige Straffällige und Flüchtlinge in einem Atemzug genannt werden. "Wir empfinden diese Aussagen als sehr verletzend einerseits gegenüber den Menschen, die oft aus schlimmen Situationen in ihren Heimatländern geflohen sind und nun auch bei uns ausgegrenzt werden, obwohl ihnen im Asylverfahren ein dauerhaftes Bleiberecht zugesagt worden ist", ist dort weiter zu lesen. Andererseits hätten auch ehemalige Straffällige ja ihre Strafe verbüßt und bräuchten nun eine faire Chance, um sich wieder in die Gesellschaft integrieren zu können.

Und das Gremium wird noch deutlicher: "Wir empfinden es als menschverachtend und unchristlich, Menschen so auszugrenzen und abzustempeln." Gerade solche, die Mitmenschen bräuchten, die sich ihnen annehmen und die Möglichkeit eröffnen, eine neue Perspektive für ihr Leben zu finden.

Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Es macht uns traurig und zugleich zornig, dass solche Stimmungen an unserem Wohnort in einer angeblich christlich geprägten Gesellschaft verbreitet werden. Gerade der Wimberg ist ein Ort, wo Menschen, die vor 70 Jahren ihre Heimat verlassen mussten, einen Neuanfang in der Gemeinschaft machen konnten." Die Gerüchte grenzten an populistische Stimmungsmache. Der Kirchengemeinderat um Hummel könne sich nicht vorstellen, dass Jesus so etwas hingenommen hätte. Er habe sich vielmehr für Menschen, die ausgegrenzt worden sind, stark gemacht und ihnen eine neue Chance gegeben.

"Deshalb können wir das, was da derzeit an unserem Ort und aus dem Gemeinderat zu hören ist, nicht unwidersprochen hinnehmen. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, insbesondere für uns als Christen, solchen Gerüchten und Stimmungen kritisch entgegenzutreten und die Menschen, die dadurch gebrandmarkt werden, in Schutz zu nehmen."

Es scheint, als wäre das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen.

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