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Calw Darum wird marode Brücke nicht abgerissen

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Ein gewaltiger Stahlträger wurde am Montag zur Sicherung der Brücke eingesetzt. Foto: Fuchs

Calw - Warum wird die marode Bahnbrücke am Calwer Adlereck eigentlich gesichert und nicht einfach abgerissen? Diese Frage stellen sich viele Menschen immer wieder. In der jüngsten Sitzung des Calwer Gemeinderats gab es dazu eine plausible Erklärung.

Ein gewaltiger roter Kran hat am Montag am Adlereck einen beinahe ebenso gewaltigen Stahlträger durch die Luft gehievt. Sicherungsmaterial für die akut einsturzgefährdete Bahnbrücke, die seit knapp drei Wochen für eine Sperrung der B 296 in Calw sorgt. Und die ein enormes Ärgernis für Fußgänger, oder Autofahrer, eine fatale Situation für Busfahrgäste wie Schüler oder Berufspendler und eine Katastrophe für Gewerbetreibende darstellt.

Kein Wunder also, dass auch der Calwer Gemeinderat sich nun mit der Situation beschäftigte.

So erkundigte sich Werner Greule (Freie Wähler), was die Stadt unternehme, um Druck auszuüben. Und ob es nicht möglich gewesen wäre, die Brücke beispielsweise mit mehreren Kränen abzusichern und abzubauen, statt diese, wie es nun zunächst geschieht, zu stabilisieren.

"Wir machen alles nur Erdenkbare", versicherte Oberbürgermeister Ralf Eggert. Ein unmittelbarer Abriss der Brücke sei aber derzeit nicht möglich. "Das große Problem ist: Die Brücke bricht durch", erklärte der OB. Und dies, so berichtet Eggert, könne nach Angaben der Deutschen Bahn bereits geschehen, wenn die Brücke nur von einem Kran angehoben werde.

Besonders schwierig daran sei nun, dass in diesem Fall Teile der Brücke mit voller Wucht gegen die Widerlager – also gewissermaßen die Pfeiler, auf denen die Brücke aufliegt – krachen könnten. Da die Brücke insgesamt rund 24 Tonnen wiege, könnten die Widerlager (die auch die Gleise der Kulturbahn stützen) wiederum durch einen solchen Aufprall zerstört werden. "Und dann ist der Fisch geputzt", so der OB. Im schlimmsten Fall müssten diese "Pfeiler" dann komplett erneuert und von unten herauf betoniert werden. "Dann fahren wir da drei Jahre nicht mehr durch", fürchtet Eggert.

Wiederaufbau mit großem Zeitaufwand

Welcher zeitliche Aufwand mit dem Bau von Widerlagern einhergeht, lässt sich anhand der Arbeiten nahe der Bauknecht-Kreuzung erahnen. Dort entstehen seit rund einem Jahr Widerlager für die Brücke über die B 295, über die dereinst die geplante Hermann-Hesse-Bahn fahren soll.

Und wie akut einsturzgefährdet die Brücke am Adler­eck war, hatte sich schon daran gezeigt, dass erste Sicherungsarbeiten zunächst abgebrochen werden mussten, um die Mitarbeiter der Bahn nicht zu gefährden.

Dass dies alles überhaupt so weit kommen konnte, bezeichnete Eggert als "Katastrophe", die nie hätte geschehen dürfen. Seit der Bahn dies aber klar geworden sei, bemerke man deutlich, wie sehr sich die Verantwortlichen bemühten.

Und um den Busverkehr am Laufen zu halten, habe die Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw mbH (VGC) derzeit jeden Bus und jeden Fahrer im Einsatz, die irgendwie greifbar seien. "Die VGC gibt wirklich alles", betonte der OB. Die Kosten für die Shuttle-Busse trage im Übrigen die Bahn.

Händler, Dienstleister und Gastronomen, die derzeit unter der Sperrung leiden, dürften dagegen zumindest zunächst auf ihren Kosten – ober besser gesagt ihren Umsatzeinbußen – sitzen bleiben. Auf Anfrage unserer Zeitung, ob vonseiten der Bahn geplant sei, den Gewerbetreibenden Gespräche, Hilfe oder gar Schadensersatz anzubieten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens: "Aus Sicht der DB besteht keine rechtliche Veranlassung, in diesem Fall Angebote zu unterbreiten", heißt es in einer Stellungnahme. "Die Sperrung ist zur Vermeidung von Risiken erforderlich, aber lediglich vorübergehend und stellt somit keinen unmittelbaren Eingriff in die Rechte eines Gastwirtes dar."

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