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Calw Warum scheitern so viele Vorsätze?

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Sport und eine gesunde Ernährung gehören wohl zu den häufigsten Vorsätzen – die häufig scheitern. Foto: © Petra Schüller – stock.adobe.com

Calw - Am Montag war der 100. Tag des Jahres 2018. Zeit, Bilanz zu ziehen: Was ist aus den guten Vorsätzen geworden, die sich beinahe jeder an Silvester vorgenommen hat? Vermutlich nichts. Christoph Hirsch, Mentalcoach und Speaker, erklärt warum.

Gesünder essen, mehr Sport treiben, endlich weniger Stress haben – es sind im Grunde jedes Jahr dieselben Vorsätze, die zu Hunderttausenden in der Silvesternacht gefasst werden. Die meisten Pläne scheitern jedoch. Aber warum werden aus so vielen guten Vorsätzen und Zielen immer wieder nur Luftnummern? Gibt es einen Weg, es doch zu schaffen?

Was denken Sie, wie viele Menschen konnten ihre guten Vorsätze aus der Silvesternacht wirklich in die Tat umsetzen?

Meistens starten die Menschen hoch motiviert in die ersten Tage: Ich esse wirklich etwas gesünder, trinke vielleicht tatsächlich weniger Alkohol und die Anmeldung im Fitnessstudio ist auch abgegeben. Allerdings ist den meisten guten Vorsätzen nur ein äußerst kurzes Leben vergönnt. Tatsächlich halten laut einer Studie aus England nur rund zwölf Prozent der Menschen ihre guten Vorsätze ein. Bedeutet im Umkehrschluss, dass am 100. Tag des Jahres bei den Meisten nicht mehr viel von den guten Vorsätzen übrig ist.

Zum Jahreswechsel ist die Motivation groß – Woran liegt es, dass so wenige ihre guten Vorsätze auch wirklich einhalten?

Ich glaube, es liegt an unserer lieb gewonnenen Komfortzone. Es braucht einen guten Grund, diese zu verlassen, denn sonst werden wir im Alltag schnell feststellen, dass unser innerer Schweinehund doch nicht so leicht zu überwinden ist, wie wir gedacht haben. Und obwohl wir oft ganz genau spüren, dass wir dringend etwas ändern sollten, es uns unsere Gewohnheiten und Routinen oftmals so unendlich schwer machen, aus unserer Komfortzone auszubrechen und Ausreden so viel leichter fallen.

Manchmal macht man sich ja ganze Listen an Vorsätzen. Ist das wirklich sinnvoll?

Wer sich zu viel vornimmt, der verzettelt sich gerne. Es ist meiner Meinung nach nicht möglich, gleich mehrere Ziele mit Herzblut zu verfolgen. Das brauche ich aber – insbesondere dann, wenn ich an Gewohnheiten oder Lebenseinstellungen etwas verändern will. Wenn ich es nicht wirklich ernst meine, wird mir mein Unterbewusstsein immer wieder lächelnd meine selbst gesteckten Grenzen aufzeigen. Und sehr selten legen wir heute die Hartnäckigkeit an den Tag, die uns als Kind beim Lernen so ausgezeichnet hat.

Was war denn damals anders?

Ganz ehrlich: Wir geben als Erwachsene in aller Regel einfach viel schneller und früher auf. Nehmen wir das Laufen lernen. Da gab es kein Jammern oder Lamentieren. Obwohl jeder von uns x-mal hingefallen, umgefallen oder sich auf den Hintern gesetzt hat – es gab nie die Option aufzugeben. Egal wie lange es brauchte. Heute versuchen wir es einmal, zweimal – aber dann ist häufig Schluss und wir sind der festen Überzeugung, doch nun wirklich alles versucht zu haben.

Sie hatten das Unterbewusstsein und Grenzen angesprochen. Was genau haben denn diese mit meinen Zielen zu tun?

Wirklich Spannendes finde ich nur außerhalb der Komfortzone. Bedeutet, ich muss diese verlassen. Dabei wird mich mein Unterbewusstsein aber jedes mal kritisch fragen, ob das denn notwendig sei, ich doch auch erst morgen damit anfangen könnte oder was denn da andere dazu sagen würden. Ich denke, diesen Gehirn-Chat kennt jeder. Ohne dass ich an den jahrelang etablierten Verhaltensweisen, Denkweisen und Glaubenssätze in mir arbeite, werde ich wahrscheinlich kaum eine Chance haben, die guten Vorsätze auch umzusetzen.

Wenn ich jetzt nach 100 Tagen mit meinen guten Vorsätzen längst gebrochen habe – lohnt es sich jetzt noch mal damit anzufangen oder soll ich lieber bis zum nächsten Jahreswechsel warten?

Jeder Tag bietet mir Gelegenheit, ein Ziel zu setzen. Es müssen ja nicht immer gleich die ganz großen, bahnbrechenden Dinge sein. Egal, welcher Tag heute ist oder wie klein oder groß ein Ziel ist – viel wichtiger ist es, sich auf eines zu konzentrieren und noch heute einen ersten Schritt darauf zu zu machen.

Wie sieht es denn dann mit Ihren eigenen Vorsätzen aus?

Gute Frage! Auch ich gehöre zu den Menschen, die sich mit dem Jahresstart Ziele setzen – allerdings losgelöst von der Silvesternacht. Ich darf behaupten, dass meine Ziele am Leben sind. Kleine Ziele sind erreicht und die ­großen Ziele in Sichtweite. Mir persönlich hilft es seit vielen Jahren sehr, dass ich mir diese jede Woche in Erinnerung rufe und mir dafür mindestens eine Stunde für ein Meeting-mit-mir reserviere.

Welche weiteren Tipps für ein erfolgreiches Umsetzen von Vorsätzen können Sie noch geben?

Am besten ist es, die Vorsätze aufzuschreiben. Dann werden sie unterschrieben und an eine Person des Vertrauens weitergegeben. So sind die Vorhaben quasi öffentlich und das Unterbewusstsein merkt, dass man es ernst meint. Wichtig ist, sich selbst gegenüber fair zu sein. Kein Muskel wächst über Nacht. Man sollte jeden Tag überlegen, was man sofort tun kann, um dem Ziel näher zu kommen. Aber auch ab und zu inne halten und schauen, wo man mit seinen Zielen steht, gehört dazu. Denn dann kann man dankbar sein und sich für kleine Zwischenziele feiern. 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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