Zahlreiche Derbys gab es beim 7. Hermann-Häberle-Gedächtnisturnier zu sehen – so wie hier zwischen dem SV Oberreichenbach und dem NK Zrinski Calw. Foto: Schwarzwälder-Bote

Hallenfußball: Bezirksligist siegt beim 7. Hermann-Häberle-Gedächtnisturnier / Althengstetter Keeper Fabian Seydt wird ausgezeichnet

Von Albert M. Kraushaar

Die Uhr zeigte im Finale des 7.    Hermann-Häberle-Gedächtnisturniers zwischen dem SV Bad Liebenzell und dem VfL Stammheim noch eine Minute und 46 Sekunden Spielzeit an. Bis zu diesem Zeitpunkt waren im Verlauf des Turniers bereits 288 Tore gefallen. Nur im Endspiel warteten die Zuschauer vergeblich. Dabei hatte der B-Ligist und glatte Außenseiter bis zu diesem Zeitpunkt schon drei, vier hochkarätige Möglichkeiten – unter anderem durch Tiago Melicias und Simone Guarnieri, der knapp mit einem Kopfball gescheitert war – ausgelassen.

Der Bezirksligist ließ die Gastgeber ruhig mitspielen, stand hinten solide und war mit seinen überfallartig angesetzten Kontern brandgefährlich. Die Taktik von Armin Redzepagic ging am Ende auf. Der SV Bad Liebenzell war wieder aufgerückt, Ballverlust vor dem Tor von VfL-Keeper Jan Haas und dann ging es ganz schnell: Pass in die Tiefe zu Armin Redzepagic, der spielte wunderschön den mitstürmenden Julian Klink frei, und der schob ganz abgeklärt ein. Bei VfL-Fußballchef Werner Mann blinkten schon die Euro-Zeichen in den Augen. Tatsächlich hatte der Vorjahresfinalist mit diesem Treffer das Versäumte der sechsten Turnierauflage nachgeholt und durfte den 600-Euro-Siegerscheck in Empfang nehmen.

Titelverteidiger scheitert im Halbfinale

Der war auch das Ziel von Titelverteidiger FSV Buckenberg, der lange Zeit gut unterwegs war, im Halbfinale jedoch am VfL Stammheim scheiterte. Diese Partie – zugleich das Endspiel von 2015 – hatte mit Toren von Julian Klink (2) und Raffael Walter sowie Daniel Zobel und Dennis Friese zum 2:3-Endstand einen hohen Unterhaltungswert.

Die Buckenberger standen somit im kleinen Finale. Sie lehnten die Althengstetter Anfrage, gleich in ein Neunmeterschießen zu gehen, dankend ab und donnerten dem B-Ligisten noch fünf Eier ins Netz. Es hätte auch die doppelte Anzahl sein können, aber SVA-Torhüter Fabian Seydt unterstrich in diesem Spiel, warum er von der Turnierleitung um Andreas Schanz zum Torhüter des Turniers gewählt wurde. Die Althengstetter, zu diesem Zeitpunkt mit nur noch zwei Auswechselspieler völlig platt, waren ohnehin selbst überrascht, dass sie so weit gekommen waren. Es hätte sogar das Finale sein können, denn Felix Burger hatte im Halbfinale die Blauen gegen den SV Bad Liebenzell in Führung gebracht und dann noch zwei Riesenchancen, ehe der Liebenzeller Spielertrainer Tobias Blank sein Teams mit zwei Treffern ins Endspiel schoss.

Seydt hatte sich schon im ersten Viertelfinale empfehlen können, als er nach einem 0:0 gegen den TSV Grunbach zwei Neunmeter zum 3:2-Endstand für den SVA II abwehrte. Im zweiten hatte der VfL Stammheim im Stadtderby Tricolore/FV Calw mit 6:0 abgeschossen. Titelverteidiger FSV Buckenberg benötigte nach einem 2:2 gegen den 1.   FC Engelsbrand ein Neunmeterschießen (Endstand: 6:5), um weiter zu kommen. Ein Derby bekamen die Zuschauer auch im vierten Viertelfinale zwischen dem VfR Hirsau und dem SV Bad Liebenzell (0:4) zu sehen, in dem die Kurstädter klar dominierten. Der VfR Hirsau hatte sein Erfolgserlebnis im letzten Gruppenspiel, als er die A-Jugend von Andreas Schanz per Freistoß mit dem Ausgleich eine Sekunde vor Schluss zum 1:1-Endstand am Weiterkommen gehindert hatte.

Während der VfR den Einzug ins Viertelfinale feierte, waren viele anderen – teils hoch gehandelten Mannschaft – schon längst auf dem Heimweg. Der mit zwei Teams angetretene TSV Möttlingen hat es nicht mal in die Zwischenrunde geschafft und blieb wie SV Bad Liebenzell II und der SV Oberreichenbach in der Gruppe A auf der Strecke. In der Gruppe B erwischte es den TSV Möttlingen II, Germania Uniion/Türkspor Pforzheim und den SV Würzbach. In der Gruppe C musste sich der Veranstalter vom FC Münklingen, SV Oberkollbach und dem Radebeuler BC aus Sachsen (sechs Punkte, 8:18 Tore) verabschieden. In der Gruppe D hatten sich wie erwartet der FSV Buckenberg (15 Punkte, 21:7 Tore) durchgesetzt, dahinter sorgten der VfR Hirsau und SV Althengstett II (je sechs Punkte) in den Vergleichen mit dem TSV Merklingen II, TSV Schömberg und den SF Gechingen II für eine echten Überraschung.

Turniersplitter

  Am Ende des 7. Hermann-Häberle-Gedächtnisturniers gab es unter der Schirmherrschaft von Dietmar Fischer viele zufriedene Gesichter zu sehen. Der Bürgermeister zeigte sich bei der Siegerehrung recht angetan: "Das waren drei Tage Fußball total mit vielen Toren und spannenden Spielen", bedankte sich Fischer bei den 24 Mannschaften.  Insgesamt bekamen die Zuschauer – ohne die Treffer aus den Neunmeterschießen – 289 Tore in Bad Liebenzell zu sehen. In der Vorrundengruppe A waren es lediglich 45, dafür 77 Tore in der Gruppe B, 75 in der Gruppe C und 59 Tore in der Gruppe D.  Am torreichsten waren die Partien zwischen dem SV Würzbach und dem VfL Stammheim (3:7), dem FC Münklingen und dem SV Oberkollbach (1:8), dem 1.   FC Engelsbrand und dem FC Münklingen (9:0) sowie dem VfL Stammheim und dem TSV Möttlingen II (7:2).  Als bester Torschütze zeichnete Turnierleiter Andreas Schanz und Bürgermeister Dietmar Fischer Dennis Friese (16 Treffer) gefolgt von Tobias Blank (12) und Julian Klink (9) Tore aus. Die Trophäe für den besten Torhüter verdiente sich Fabian Seydt vom SV Althengstett.  Nicht einfach war die Wahl des All-Star-Teams des Turniers. Nach 80 Spielen wurden Fabian Seydt (SV Althengstett), Dennis Friese (FSV Buckenberg), Armin Redezepagic (VfL Stammheim), Tobias Blank (SV Bad Liebenzell) und Benedikt Fiedler (VfL Stammheim) berufen.