Joseph Kony soll zahlreiche Kinder verschleppen und zu Soldaten machen / Organisatoren stehen in der Kritik

Von Timothy Withlock

u  Die Organisation "Invisible Children" lädt ein Video ins Internet, das in den darauffolgenden Stunden viele Millionen Klicks auf Youtube bekommt. Dieses Video zeigt einen afrikanischen Jungen, dessen Bruder von dem sogenannten "Warlord" Joseph Kony umgebracht wurde. Er und seine Armee sollen in Uganda unzählige Kinder verschleppt und zu Kindersoldaten gemacht haben. Das Video ruft dazu auf, Kony bekannt zu machen, um besser gegen ihn vorgehen zu können. Die Organisation verkauft auf ihrer Website Poster, Sticker, Armbänder, T-Shirts und andere Accessoires. Außerdem ruft die Organisation zu Spenden auf. Gleichzeitig wird die Kritik immer lauter. Das zeigen zahlreiche Videos, in denen eine Gegenposition bezogen wird. Man wirft "Invisible Children" vor, sie würden das Geld nicht effizient nutzen. Stattdessen würden die Gründer der Organisation in die eigene Tasche wirtschaften. Darüber hinaus kursieren Gerüchte, dass Kony überhaupt nicht mehr am Leben sei. Viele Nutzer, die das Video über Facebook verbreitet hatten, ziehen sich jetzt zurück. Niemand weiß, was sich wirklich hinter Kony 2012 verbirgt. Noch ist alles offen. Wer sich informieren will, kann sich das fast 30-minütige Video auf Youtube anschauen. Wenigstens wurde erst vor kurzem ein ähnlicher Verbrecher vom internationalen Gerichtshof verurteilt: Der kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga. Er soll ebenfalls viele Kinder als Kindersoldaten missbraucht haben. Das ist ein Beispiel dafür, dass man nicht völlig machtlos ist. u  Der Autor ist Schüler der Klasse 8a des Nagolder Otto-Hahn-Gymnasiums.