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Calw Verkaufsoffener Feiertag fällt aus

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Üblicherweise hatte der verkaufsoffene Feiertag große Menschenmengen angezogen.Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Der 3. Oktober war in den vergangenen Jahren in Calw stets ein besonderer Tag. Verteilt auf beinahe die ganze Kernstadt gab es vielerlei Anziehungspunkte wie beispielsweise offene Läden, Essensstände, Flohmarkt und im vergangenen Jahr auch erstmals eine Oldtimerausstellung. Dieses Jahr werden der verkaufsoffene Feiertag samt dazugehörigem ­Rahmenprogramm jedoch aus­fallen.

Calw. Verkaufsoffener Feiertag ohne Rahmenprogramm? Alternative, kleinere Veranstaltungen am 3. Oktober? Oder doch gar nichts? Mit diesen Fragen hatte sich der Calwer Gewerbeverein und die Stadtmarketing GmbH in den vergangenen Wochen zu befassen. Das Ergebnis dürfte für etliche Bürger, die jedes Jahr gerne zu der Veranstaltung gekommen waren, eine Enttäuschung sein: Der verkaufsoffene Feiertag samt Rahmenprogramm fällt aus. Den Veranstaltern sei das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus zu groß, begründen sie ihre Entscheidung.

"Der 3. Oktober ist einer der umsatzstärksten Tage des Jahres", meint Nicolai Stotz, Vorsitzender des Gewerbevereins. Umso gravierender sei die Entscheidung, den verkaufsoffenen Feiertag abzusagen. Gerade in Zeiten der Pandemie, in der den Einzelhändlern und Gastronomen ohnehin Umsatz verloren ginge, bedeute die Absage weitere Einbußen. Jedoch habe man abwägen müssen, meint Stotz. Wolle man das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus eingehen? Die Antwort des Vorstands des Gewerbevereins laute ganz klar: Nein.

Die Infektionszahlen steigen wieder. Urlaubsrückkehrer am Ende der Ferien dürften diese Entwicklung begünstigen. "Bei einer Veranstaltung, die den Typus eines 3. Oktober aufweist, ist es mit verhältnismäßigen Mitteln nicht möglich, die Sicherheit der Veranstaltungsbesucher soweit zu garantieren, dass sie keinem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind", schreibt der Gewerbeverein in einer Mitteilung.

Man könne bei einem verkaufsoffenen Feiertag, wie er üblicherweise in Calw stattgefunden hatte, nur schwerlich die Besucherzahlen begrenzen. Dafür müsste man jeden Zugang zur Innenstadt mit einer Beschränkung versehen und lediglich eine bestimmte Anzahl an Menschen einlassen. Das wäre zwar "unter immensem Aufwand" theoretisch möglich, meint Stotz. Nur wäre die Veranstaltung dann weder wirtschaftlich, noch hätte sie das Flair wie in den Vorjahren. Würde man hingegen einen reinen verkaufsoffenen Feiertag ohne Rahmenprogramm veranstalten, stehe zu befürchten, dass die Gewerkschaften den Organisatoren "aufs Dach steigen".

Hinzu kommt, dass der Gewerbeverein unter allen Umständen einen lokalen Corona-Ausbruch durch die Besucherströme und damit einen weiteren Lockdown verhindern möchte. "Damit wäre weder Handel noch Gastronomie geholfen."

Kleinere Aktionen

Entsprechend verständnisvoll haben laut Citymanager Hansjörg Neumann die meisten der Händler reagiert, als sie von der Entscheidung erfahren haben, keine Veranstaltung zu organisieren. Mehr noch: Einige hatten sich sogar ausdrücklich dafür ausgesprochen, nichts stattfinden zu lassen. Diejenigen, die eigentlich für eine Veranstaltung gewesen waren, hatten sich schnell überzeugen lassen, fügt Stotz hinzu.

Etwas paradox findet Neumann die Regelungen, die der Entscheidung des Gewerbevereins und der Stadtmarketing GmbH zugrunde liegen, aber schon, räumt er ein. So setze man, wenn die Bürger im Alltag einkaufen gehen, allein auf deren Eigenverantwortung. An einem verkaufsoffenen Sonn- oder Feiertag hingegen müsse der Veranstalter den Kopf dafür hinhalten, beklagt er. "Wir stellen uns dieser Verantwortung", meint Stotz dazu.

Alternativ zu einer Veranstaltung am 3. Oktober, möchten Gewerbeverein und Stadtmarketing GmbH den Händlern und Gastronomen in der Innenstadt "bis Jahresende mit verkaufsfördernden und verkaufsunterstützenden Maßnahmen helfen, möglichst stabile und existenzsichernde Umsätze generieren zu können", heißt es in einer Mitteilung. Konkret solle das mit kleineren, händlerbasierten Aktionen vonstattengehen, anstatt mit einer großen. Sind "Leuchtturmprojekte" wie der 3. Oktober nicht möglich, müsse man nach anderen Möglichkeiten suchen, sind sich Neumann und Stotz einig. "Da sind wir in der Pflicht."

Aber, und das sei einer der wenigen guten Seiten an der Pandemie, nun habe man die Kapazität dazu. Anstatt sich in die Veranstaltungsorganisation zu stürzen, gelte es nun, über den Tellerrand zu schauen und langfristige Strategien zu erdenken. Die Bereitschaft dafür bei Händlern und Gastronomen sei laut Stotz hoch.

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