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Calw Unterwegs mit Jugendschutzteam beim Nachtumzug

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Die Jugendschützer hielten unter anderem nach Jugendlichen Ausschau, die harten Alkohol konsumierten. Foto: Heimken

Calw - Harter Alkohol und Jugendliche gelten im Allgemeinen nicht als gute Kombination. Beim Calwer Nachtumzug war deshalb ein Jugendschutzteam im Einsatz. Wir haben es begleitet und Eindrücke ihrer Arbeit eingefangen.

Es ist kurz nach 16 Uhr. Die Vorbereitungen für den Calwer Nachtumzug laufen auch Hochtouren, als leichter Schneefall einsetzt. Vier Polizisten und eine Sozialpädagogin der Fachstelle Sucht trotzen dem Wetter. Zusammen bilden sie ein Jugendschutzteam, das in den kommenden Stunden unter anderem ein Auge darauf haben wird, dass Jugendliche keinen harten Alkohol konsumieren.

Kopfrechnen fällt aus

Um kurz nach 16 Uhr haben sie einen Teil ihrer Arbeit jedoch bereits hinter sich. Sie besuchen die Stände, an denen Alkohol verkauft wird und verteilen sogenannte Alkoholkontrollscheiben, an denen ganz leicht abgelesen werden kann, welches Geburtsdatum mindestens auf dem Ausweis stehen muss, damit der Alkohol verkauft werden darf. Kopfrechnen fällt damit aus, die meisten Verkäufer reagieren positiv.

Die Uhr zeigt 17.08 Uhr als eine erste Kontrolle ansteht – belangt werden kann allerdings keiner. Denn einer der Jugendlichen ist 18 Jahre alt, der harte Alkohol gehöre ganz allein ihm und niemand anderes trinke davon, behauptet er. Seltsam nur, dass zwei Becher mit Wodka gefüllt herum stehen – wohlgemerkt im Abstand von einigen Metern. Die Erklärung, dass sie beide ihm gehören, scheint fragwürdig. Und generell ist zu spüren, dass die Arbeit des Jugendschutzteams hier nicht gewürdigt wird.

Wenige Minuten später auf dem Brühl-Spielplatz entdeckt das Team eine weitere Gruppe junger Erwachsener mit hartem Alkohol. Die Stimmung ist deutlich entspannter als bei der Kontrolle davor. Man merkt den Jugendschützern um Norbert Held an, dass sie ihre Arbeit gerne machen, sich "nur nicht gerne verarschen lassen", wie bei der Gruppe zuvor. Dass die Stimmung insgesamt lockerer ist als bei der Gruppe davor, mag mit Sicherheit daran liegen, dass keine Verstöße festgestellt werden.

Nichtsdestotrotz weisen die Jugendschützer darauf hin, dass ein Spielplatz kein guter Platz dafür ist um Alkohol zu konsumieren. Und eigentlich ist der Spielplatz am Brühl sogar eine Alkoholverbotszone; wer Bier und Co. zu sich nimmt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Polizei drückt jedoch ein Auge zu; die Gruppe ist einsichtig und verspricht, weiterzuziehen.

Wie gut die Idee des Jugendschutzteams ankommt, zeigt sich auch daran, dass einige Mitglieder der Narrenzunft "Böselsberger Gschdaldá", trotz einer Ansprache, positiv reagieren. Sie beschenken das Team mit ansteckbaren Kronkorken mit dem Motiv der noch jungen Zunft und Mentos zur Stärkung.

Problemzonen bekannt

Mittlerweile ist es 18.12 Uhr. Im Minutentakt werden Jugendliche angesprochen, Verstöße werden aber kaum festgestellt. Doch im Laufe des Abends bleibt es nicht die ganze Zeit so ruhig.

Die Jugendschützer scheinen genau zu wissen, wo die Problemzonen sind. Und genau dort machen die Jugendlichen dann schließlich auch mit dreisten Aktionen auf sich aufmerksam. Abgeschossene Raketen auf dem Parkdeck des Kauflands laden das Team regelrecht dazu ein, einen Besuch abzustatten – auch wenn letztendlich keine Verstöße festgestellt werden. Doch es wird deutlich: Enthemmung durch Alkohol kann zu gefährlichen Situationen führen.

Ein weiteres kurioses Beispiel: Eine Soft-Airpistole wird nur deshalb gefunden und einbehalten, weil ein Kumpel des Besitzers Deo aus einer Spraydose anzündet – "um sich zu wärmen", wie er sagte. Norbert Held hat dafür nur Kopfschütteln übrig – schließlich hätten die Haare der direkt daneben stehenden Freundin leicht Feuer fangen können.

Und nicht nur Alkohol wird an diesem Abend gefunden: Beim Pavillon nahe des Brühl-Spielplatzes erwischen die Jugendschützer zwei Jugendliche, die sich einen Joint zu teilen scheinen. Bei einer Durchsuchung finden die Polizisten zudem ein Tütchen Marihuana; der junge Mann wird kurz darauf einer Streife übergeben. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Jugendschutzteams ihre Berechtigung zu haben scheinen.

Dieses Fazit zieht im Laufe des Abends übrigens auch ein 23-Jähriger, als er kontrolliert wird. Der Tenor: "Das hätte es durchaus auch fünf Jahre früher geben können."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077
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