Im Bereich des ehemaligen THW-Areals könnte das Sportvereinszentrum entstehen. Foto: Hölle

Größter Calwer Verein denkt an ganze Stadt. Bis zum Jahresende soll Entscheidung getroffen werden.

Calw - Das Ziel ist ehrgeizig. Und es wurde schon vor Jahren abgesteckt. Aber derzeit unternimmt der TSV Calw einen neuen Anlauf, der ihn am Ende möglichst zu einem Sportvereinszentrum führen soll.

Nachdem als mögliche Standorte schon das Bahnhofsgelände oder das Deckenfabrik-Areal im Gespräch waren, wurde dieser Anlauf schon im Jahr 2011 gestart. Der Württembergische Landessportbund (WLSB) hatte damals das Programm "40 Sportvereinszentren für Baden-Württemberg" aufgelegt. Aber zuletzt ist richtig Schwung in die Angelegenheit gekommen. Etwa 40 solcher Zentren gibt es schon. Einige von ihnen haben unlängst interessierte Mitglieder des größten Calwer Vereins besichtigt.

Wie Benjamin Knoll, der Geschäftsführer des TSV, und der zweite Vorsitzende Rolf Pfizenmaier im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterten, kann eine solche Einrichtung nur mit der breiten Unterstützung der Basis realisiert werden. Deswegen werben sie, wo und wie es irgendwie geht für das Projekt. Bis zum Jahresende, sagt Knoll, will man so weit sein, dass in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung darüber entschieden werden kann.

Die Stadt und den WLSB haben die Verantwortlichen schon mit ins Boot geholt. Wie Oberbürgermeister Ralf Eggert betonte, würde Calw ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen. Da gäbe es verschiedene Möglichkeiten. Bei den derzeitigen Überlegungen des TSV spielt aber hauptsächlich der Bereich um das ehemalige THW-Gelände eine Rolle. Der WLSB hilft bei den Vorplanungen für das Projekt, das zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Euro kosten dürfte.

Viel weiter über dieses Stadium ist man beim TSV noch nicht hinausgekommen. Fest steht aber, was ein solches Zentrum zu bieten hat: einen gerätegestützten Gesundheitsbereich, eine überdachte Sportfläche, einen Kommunikations- und einen Verwaltungsbereich. So sollen verschiedene Vereinsbereiche räumlich und sozial zusammengeführt, individuelle Trainings- und Bewegungsmöglichketen sowie zusätzliche Angebote insbesondere im Gesundheitsbereich und auch generationenübergreifend geschaffen werden. Nicht zuletzt können so neue Einnahmequellen erschlossen werden.

1800 Mitglieder zählt der TSV, in 16 verschiedenen Abteilungen betreiben sie Sport. Wie andere landes- und wahrscheinlich auch bundesweit, hat der größte Calwer Verein das Problem, dass ihm Mitglieder im Alter zwischen 25 und 50 Jahren wegbrechen. Deswegen ist die Gewinnung breiter Bevölkerungsschichten als Vereinsmitglieder und Sportler das erklärte Ziel. Darüber hinaus soll die Solidargemeinschaft gestärkt werden.

Und das nicht nur innerhalb des TSV Calw. "Wir denken da an die ganze Stadt und natürlich auch an die anderen Sportvereine", so Benjamin Knoll. Ein solches Sportvereinszentrum, in dem man etwas anbieten kann, was es bisher noch nicht gibt, zum Beispiel Sport außerhalb von starr festgelegten Zeiten, könnte auch für andere eine ergänzende Einrichtung sein, merkte Rolf Pfizenmaier an.