Am idyllischen Tälesbach zwischen Hirsau und Althengstett liegt die Deponie Archivbild: Hölle Foto: Schwarzwälder-Bote

Vor der Informationsveranstaltung muss sich Bürgerinitiative Tälesbach noch durch Gutachten arbeiten / Viele Unklarheiten

Von Alfred Verstl Calw. So viel vorab: Der Transport von Auffüllmaterial zur Deponie Tälesbach auf der Schiene ist möglich. Das hat eines der Gutachten ergeben, die Basis für eine Informationsveranstaltung am Montag, 30. Mai, ab 18 Uhr im Kursaal Hirsau sein sollen.

Die Bürgerinitiative (BI) Tälesbach setzt dabei auch auf die neue grün-rote Landesregierung. Sie habe deutlich gemacht, so heißt in der Ankündigung der Veranstaltung, dass sie beim Gütertransport der Schiene Vorrang geben will. Die Alternative schreckt schon jetzt viele Einwohner in Althengstett und im Gäu. Es drohen 50 Lkw-Transporte pro Tag, das sind 100 Fahrten.

Deshalb hatte sich die Initiative schon immer für den Transport mit der Bahn eingesetzt. Ausgerechnet die Bahn hat sich lange dagegen gewehrt. Aufgefüllt werden muss die Deponie, die oberhalb des Calwer Stadtteils Hirsau liegt, weil sie ansonsten droht, ins Rutschen zu geraten. Aufgefüllt soll vor allem mit dem Erdaushub aus der Großbaustelle Stuttgart 21.

Inzwischen ist eine ganze Anzahl von Gutachten fertig, die nun auf der gemeinsamen Veranstaltung von Stadt, Landratsamt, Bahn und BI präsentiert werden sollen. In der bisherigen Vorgehensweise, so die BI-Sprecher Saskia Esken, Karl-Ulrich Templ und Paul Staudenmaier gegenüber unserer Zeitung, habe sich die Stadt an die Absprachen gehalten. Kritisch sieht man dagegen das Verhalten der Bahn. So seien Gutachten erst jetzt vorgelegt worden. Durch die Papiere müsse sich die Initiative über das Wochenende arbeiten. Von der Offenheit, von der Bahn-Chef Rüdiger Grube in Zusammenhang mit Stuttgart 21 gesprochen habe, sei nichts zu spüren.

Noch immer sei vieles unklar. So fehle ein geologisches Gutachten. Weder, so Templ, wisse man, was auf der Deponie lagere. Zudem sei unklar, welche Zusammensetzung des Auffüllmaterial haben kann oder darf.

Staudenmaiers Unterlagen belegen, dass es unter Eisenbahnern kein Geheimnis war, dass in Calw so gut wie alles abgeladen werden konnte. Die Deponie war von 1966 bis 1980 von der Stadt Calw und seit den 30er- Jahren bis 1975 von der Bahn betrieben worden. Somit fehlt es, wie Esken betont, noch immer an Transparenz.

Besucher können sich ab 18 Uhr an Schautafeln der BI informieren. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und soll nach kurzen Präsentationen in eine moderierte Diskussion übergehen.