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Calw Tourismus: Zahlen nur auf Papier schlecht

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Nach Angaben der städtischen Tourismusabteilung sehen die Gästezahlen gut aus (Archivfoto). Foto: Fritsch

Calw - Wird Calw in Sachen Tourismus abgehängt? Auf diesen Gedanken könnte kommen, wer die Zahlen des Statistischen Landesamtes betrachtet. Dass diese aber nicht unbedingt aussagekräftig sind, erläuterte Manuela Röskamm, Leiterin der Abteilung Tourismus im Kultur-, Schul- und Sportausschuss.

Die Gästeankünfte haben nach offiziellen Angaben im Jahr 2017 um 1615 Personen auf 24.299 Personen im Vergleich zu 25.914 Personen in 2016 abgenommen – ein Minus von 6,2 Prozent. Im Vergleich zu 61.851 Übernachtungen in 2016 sanken die Übernachtungen um 1269 auf jetzt 60.582.

Das geht aus einer Vorlage der Abteilung Tourismus hervor, die deren Leiterin, Manuela Röskamm, in der jüngsten Sitzung des Kultur-, Schul- und Sportausschusses der Stadt Calw präsentierte. Daran störte sich allen voran Gemeinderat Udo Raisch (CDU). Er fürchtete, dass Calw im Vergleich mit anderen Kommunen schlecht abschneide und touristisch über kurz oder lang abgehängt werden könnte. Die Daten, die Raisch zu dieser Annahme brachten, seien jedoch nur begrenzt aussagekräftig, erklärte Röskamm.

Fehlende Daten

Denn Grundlage dieser Zahlen sind die Daten des Statistischen Landesamtes. Und dieses erfasst einerseits lediglich Daten für Betriebe ab zehn Betten; Ankünfte und Übernachtungen in den Betrieben bis neun Betten (unter anderem Privatzimmervermieter und Ferienwohnungen) würden dagegen nicht registriert, so die Abteilungsleiterin. Darüber hinaus seien zwischenzeitlich weitere Betriebe mit mehr als zehn Betten, wie der "Adler" in Stammheim hinzugekommen, die bislang noch nicht vom Statistischen Landesamt erfasst worden seien. Zudem habe im September 2016 ein Betrieb in Speßhardt geschlossen.

Was jedoch deutlich gravierender zu Buche schlagen dürfte, ist die Tatsache, dass das Statistische Landesamt ausschließlich Daten von jenen Betrieben erhebe, die in gedruckten Gästeverzeichnissen geführt werden. Mit anderen Worten: Unterkünfte, die nur im Internet zu finden seien, würden überhaupt nicht berücksichtigt – in Zeiten, in denen auch Reisebuchungen immer mehr online abgewickelt werden, ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die Zahlen des Landesamtes bildeten somit keineswegs die Realität ab, erklärte Röskamm.

Die Abteilungsleiterin recherchierte selbst und klärte die Gästezahlen bei jenen Betrieben ab, die nicht berücksichtig wurden. Insgesamt kam sie dabei auf 28 161 Gästeankünfte und 73 938 Übernachtungen im vergangenen Jahr – was wiederum ein Plus im Vergleich zum Jahr 2016 darstellen könnte (25.914 Ankünfte, 60.582 Übernachten). Auch, wenn die Zahlen wegen der unpräzisen Datenerhebung nicht komplett verglichen werden könnten, räumte Röskamm ein. Schon eine Gegenüberstellung verschiedener Jahre derselben Gemeinde gestalte sich schwierig, Vergleiche mit anderen Städten und Gemeinden entsprechend noch schwieriger.

Wirtschaftsfaktor

Eine klare Sprache sprechen dagegen die Zahlen einer Studie des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts (dwif) in München aus dem Jahr 2014, die Röskamm vorlegt. Demnach gebe ein Übernachtungsgast im Nordschwarzwald durchschnittlich 78,63 Euro pro Tag aus (Gastgewerbe 61,3 Prozent, Einzelhandel 16,8 Prozent, Dienstleistungen 21,9 Prozent). Umgerechnet auf Calw wären demnach 2017 rund 5.813.744,94 Euro zusammengekommen. Eine weitere lohnende Gästegruppe seien Tagesreisende, die im Durchschnitt 21,10 Euro ausgeben (Gastgewerbe 31,8 Prozent, Einzelhandel 44,1 Prozent, Dienstleistungen 24,1 Prozent).

i-Marke

Ferner wurde die Stadtinformation 2017 erneut mit der i-Marke, einem Qualitätssiegel des Deutschen Tourismusverbands, ausgezeichnet. Das Ergebnis lag bei 93 Prozent, was 111 von 120 Punkten entspricht. Damit liegt Calw weit über dem Landesdurchschnitt (83 Prozent) und sogar noch deutlicher über dem Bundesdurchschnitt (81 Prozent). Im Vergleich zur letzten Zertifizierung in 2014 verbesserte die Stadtinformation sich um 15,5 Punkte.

Prädikat Luftkurort

Auch aus Hirsau hatte Röskamm Erfreuliches zu berichten. Der Stadtteil darf weiterhin das Prädikat "Luftkurort" führen. Das habe das Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigt, nachdem ein amtliches Gutachten des Deutschen Wetterdienstes nach den Richtlinien des Deutschen Heilbäderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes im vergangenen Jahr die gute Luftqualität bestätigt hatte.

 
 

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