Oberbürgermeister Ralf Eggert hielt einen Rückblick auf 2015 und gab einen Ausblick auf 2016. Foto: Hölle

Neujahrsempfang: Ralf Eggert lobt in seiner Ansprache vor allem das ehrenamtliche Engagement. Rückschritt gibt es auch 2016 keinen.

Calw - In seiner Rede anlässlich des Neujahrsempfang der Stadt in der Calwer Aula hat Oberbürgermeister Ralf Eggert die wichtigsten Geschehnisse des Jahres 2015 Revue passieren lassen und einen Ausblick auf 2016 gegeben.

Warum nur hat der Calwer OB die Finanzen an den Beginn seiner Neujahrsansprache gestellt? Ganz klar: Um aufzuzeigen, was sich die Stadt leisten kann. Und das ist trotz des Schuldenstands von 34 Millionen Euro – wobei es gelungen ist, die Neuverschuldung zu stoppen – einiges. Stillstand wäre auch in der Kommunalpolitik Rückschritt. Aber, so erläuterte Eggert, den wird es 2016 nicht geben.

Erste Bahn am 1. Dezember 2018

Aktuelle Projekte sind zum Beispiel die Fortführung der Rathaussanierung sowie die Ausweisung weiterer Wohn- und Gewerbegebiete. Die Hermann-Hesse-Bahn nicht zu vergessen, die zwar eine Baumaßnahme des Kreises ist, an der sich die Stadt aber finanziell beteiligen muss. Hier ist es Ziel, in diesem Jahr das notwendige Planfeststellungsverfahren für das 50-Millionen-Projekt auf einen guten Stand zu bringen. Die Hälfte der genannten Summe schießt das Land Baden-Württemberg zu. Erklärte Absicht von Landrat Helmut Riegger, rief der OB den in der Aula Versammelten in Erinnerung, sei es, dass am 1. Dezember 2018 die erste Bahn von Calw nach Stuttgart rollt.

Thema Krankenhaus treibt immer noch um

Natürlich, daran erinnerte Ralf Eggert ebenfalls, treibt die Bürger nach wie vor das Thema Krankenhaus um. Im Zusammenhang mit der Umsetzung des Szenarios 3+ hält es der Calwer Oberbürgermeister nach wie vor für einen Fehler, dass die gut laufende Orthopädie von Calw nach Nagold verlagert wird. Für den vorgesehenen Neubau eines 140-Bettenhauses im Gewerbegebiet Stammheimer Feld hat der Calwer Gemeinderat seine Hausaufgaben schon gemacht, indem er für den Kauf der dafür erforderlichen Flächen grünes Licht gegeben hat.

Bildung und Schulen, Wirtschaft und Unternehmen, Kunst, Kultur und Tourismus, Gesellschaft und Gemeinschaft, das waren die weiteren Themenbereiche, die der Calwer Oberbürgermeister streifte. Wobei er sich bei letzterem völlig zu Recht einige Zeit aufhielt. Hier ging er zunächst auf die Gründung der Bürgerstiftung Calw ein. Über diese sollen bekanntlich Bürger Projekte für Bürger auf den Weg bringen. Dass das ohne Geld nicht möglich ist, darauf wies Eggert natürlich ebenfalls hin. Und er warb auch dafür, dieses Unterfangen zu unterstützen.

800 bis 900 Flüchtlinge werden erwartet

Großes Lob fand der OB für das Engagement vieler Bürger bei der Flüchtlingsunterbringung. Ein Thema, das auch die Stadt noch weiter beschäftigen werde, so Ralf Eggert. Er gehe davon aus, dass bis zum Ende diesen Jahres 800 bis 900 Flüchtlinge im Stadtgebiet leben werden. Was für diesen Personenkreis bisher ehrenamtlich geleistet worden sei, das verdiene auch die Bürgermedaille der Stadt.