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Kreis Calw Stehlen setzen sie mit Arbeit gleich

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Tübingen/Kreis Calw - Wie schwer sich die deutsche Justiz mitunter mit ausländischen Angeklagten tut, zeigt der derzeit vor dem Landgericht Tübingen laufende Prozess gegen einen 23-jährigen Litauer, mutmaßliches Mitglied einer Autodiebesbande. Zu den Verständigungsproblemen kommen Unklarheiten, wie die Telefonüberwachung, mit deren Hilfe die Ermittler der Bande schließlich das Handwerk legten, zu werten sei. Gestern legte die Verteidigung neue Beweisanträge vor, obgleich die Beweislast schier erdrückend ist.

Im Herbst 2014 hatte die Bande im Kreis Calw und auch im angrenzenden Gäu mehrfach zugeschlagen. 34 Straftaten werden dem 23-Jährigen zur Last gelegt, dessen Komplizen bereits zu Freizeitstrafen zwischen zwei und mehr als fünf Jahren verurteilt worden sind. "Über 3000 Blatt?", kokettierte der Angeklagte – auf Deutsch, die Dolmetscherin saß daneben – mit einem breiten Grinsen über das Ausmaß der Ermittlungsakten, die in seinem Fall mittlerweile zusammengetragen worden waren.

Weil er ansonsten zu den Anschuldigungen schweigt, versuchte das Gericht mit der Vernehmung der Geschädigten und gestern mit der stundenlangen Verlesung der Telefonprotokolle, die die Ermittler von den Gesprächen zwischen den Bandenmitgliedern gemacht hatten, Licht ins Dunkel der Diebesserie zu bringen. Die Automarder benutzten für diese Telefonate litauische Handykarten mit wechselnden Rufnummern. Detailliert sprachen sie – auf Litauisch – über das, was sie "Arbeit" nennen, über ihre Abnehmer: "Der Russe ist begeistert", und wie die gestohlenen Fahrzeuge schnellstmöglich nach Litauen überführt werden: "Ein Freund wird kommen."

Gefundene Zigarette hat DNA des Angeklagten

Obgleich in diesen Telefonmitschnitten die kriminelle Masche der Bande detailliert geschildert wurde, versuchte die Verteidigung die Aussagekraft der Telefonüberwachung teilweise in Zweifel zu ziehen und beantragte eine Vergleichsanalyse zwischen der Stimme auf dem Tonband und jener des Angeklagten.

Eindeutig war hingegen ein Treffer des Landeskriminalamtes. Die Kippe, die nach der Diebestour in Jettingen am Tatort gefunden wurde, hatte zweifelsfrei die DNA des Angeklagten. Rechtsmediziner beziffern die Chance, dass er’s nicht war, auf 1 zu 380 Trilliarden.

Die Verteidigung wollte zudem noch einen litauischen Komplizen vorladen lassen, um nachzuweisen, dass der 23-Jährige an den Einbrüchen in Simmozheim nicht beteiligt gewesen sei. Wo der Komplize indes steckt, weiß niemand. Der Prozess geht voraussichtlich bis Jahresende.

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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