Freuen sich auf den Kultursommer (von links): Landrat Klaus Michael Rückert (Freudenstadt), Klaus Mack (Vorsitzender Regionalverband Nordschwarzwald), Landrat Bastian Rosenau (Enzkreis), Peter Boch (OB Stadt Pforzheim), Monika Schweickert (Geschäftsstellenleiterin AG Kulturregion), Matthias Proske (Verbandsdirektor Regionalverband Nordschwarzwald) und Landrat Helmut Riegger (Calw) Foto: Roth Foto: Schwarzwälder Bote

Festival: Vier Landkreise und der Regionalverband veranstalten gemeinsam vierwöchigen "Kultursommer Nordschwarzwald"

Der erste Kultursommer Nordschwarzwald steht in den Startlöchern. Die Veranstalter aus Pforzheim, dem Enzkreis und den Kreisen Calw und Freudenstadt hoffen nun auf Lockerungen und kulturelles Leben.

Nordschwarzwald. Gefühle, Hoffen, Bangen, Sorgen und eine gehörige Portion Unsicherheit gehörten bei allen Kunst- und Kulturschaffenden und Veranstalter zum täglichen Alltag der vergangenen eineinhalb Jahre.

Der erste im Jahr 2020 geplante Kultursommer fiel der Pandemie zum Opfer, und auch in diesem Jahr musste sich die Arbeitsgemeinschaft Kulturregion, ein Zusammenschluss von Kulturträgern, Kunst- und Kulturschaffenden aus der ganzen Region, immer wieder die Frage stellen: Kultursommer absagen oder weiterplanen und auf den Sommer hoffen? Die Entscheidung ist gefallen: "Wir werden die kulturelle Vielfalt, auch wenn es möglicherweise Veränderungen im Programm geben wird, aufzeigen, und den Kulturschaffenden eine Plattform bieten. Dies ist gerade in einer Krisensituation umso wichtiger", so Klaus Mack, Verbandsvorsitzender des Regionalverbands Nordschwarzwald.

Über Kreisgrenzen hinaus zusammenwirken

Die Planungen für 2021 stellen die Veranstalter allerdings vor große Herausforderungen. Dennoch sind die Veranstalter motiviert und zuversichtlich, trotz zu erwartender Einschränkungen und gegebenenfalls Planänderungen, ein buntes Kulturprogramm anbieten zu können.

"Wir können unsere Kreise und im Gesamten damit auch unsere Region nur dann weiterentwickeln, wenn wir über Kreisgrenzen hinaus zusam-menwirken und unsere Stärken und die Vielfalt unserer Region sowohl nach innen als nach außen präsentieren. Die Corona-Pandemie darf unsere Region zu keinem kulturellen Stillstand bringen", sind sich die Landräte aus dem Enzkreis und den Kreisen Calw und Freudenstadt sowie der Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim einig.

Es ist ein Kultursommer-Programm entstanden, das sich sehen lassen kann. Eine Auswahlkommission mit Vertretern aus allen Kreisen hat die Veranstaltungen ausgewählt, die in den Kultursommer aufgenommen werden. Fest steht: Egal ob jung oder alt, Musikfan, Kunst- und Theaterliebhaber – alle werden die Vielfalt der Region erleben können.

Über einen Zeitraum von vier Wochen werden vom 16. Juli bis 15. August unter dem gemeinsamen Dach des "Kultursommers" eine Vielzahl von besonderen Kulturevents in der gesamten Region Nordschwarzwald stattfinden.

Mehr als 100 Veranstaltungen stehen von Alpirsbach bis Maulbronn zur Auswahl. Das Konzept spricht verschiedene Zielgruppen an und rückt an unterschiedlichen Veranstaltungsorten mehrere Kultursparten in den Fokus. Die Region präsentiert sich so sowohl nach innen als auch nach außen trotz Corona als wahre "Kulturregion".

Literaturfahrt mit dem Goldstadtbus

So wird es Klosterkonzerte in Maulbronn und Hirsau und das Rossini-Festival in Bad Wildbad geben und einen feuer.nachts.traum in Simmersfeld. Das Stadttheater in Pforzheim, die Theaterschachtel in Neuhausen, das Theater Chamaeleon aus Horb und das Regionentheater Simmersfeld sind mit von der Partie. Und "Fools Garden" ist live zu erleben.

Der Goldstadtbus verbindet mit einer besonderen Literaturfahrt mit Walle Sayer aus dem Kreis Freudenstadt Pforzheim mit dem Enzkreis und Calw. Es gibt Burgtheater in Zavelstein und auf der Burg Löffelstelz in Mühlacker, Veranstaltungen im Schloss Neuenbürg und dem Kulturhaus Osterfeld, Ausstellungen und Sonderveranstaltungen in zahlreichen Museen, eine besondere Geocaching-Tour und Open-Air-Kinos in Alpirsbach, Hirsau und Pforzheim.

Die Auftaktveranstaltung im Kloster Maulbronn soll ein besonderer Höhepunkt werden: Moderiert von Hansy Vogt, dem offiziellen Schwarzwaldbotschafter, bekannt aus Rundfunk- und Fernsehen, werden Jay Alexander, Dieter Huthmacher mit Matthias Hautsch, die Aurelius Sängerknaben, der Künstlerbund Theaterschachtel, der Autor Walle Sayer und die Pianistin Marina Müllerperth das in der Region vorhandene hochkarätige Potenzial verschiedener Kunstsparten präsentieren, verrät Verbandsdirektor Matthias Proske, der mit der Geschäftsstellenleiterin der AG Kulturregion Monika Schweickert die Projektleitung und Koordination inne hat.

Für abgesagte Events wie die Festivals "Grüntöne" in Pforzheim, das "Happiness" in Straubenhardt oder das Klosterfest in Bad Herrenalb werden kulturelle Alternativformate geplant, wie das Little Happiness, welches nun zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden wird.

Der Programmflyer liegt ab Mitte Juni an vielen öffentlichen Stellen wie den Tourismusbüros aus. Aufgrund der Widrigkeiten empfehlen die Veranstalter, sich auf den einzelnen Webseiten der Veranstalter über den aktuellen Stand der jeweiligen Events oder mögliche Alternativformate zu informieren und auf die Darstellungen in den Printmedien zu achten. Es sei gut möglich, dass Veranstaltungen kurzfristig noch geändert oder gar abgesagt werden müssen.

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