Dichtes Gedränge: So hat es beim letzten Stadtfest im Jahr 2009 in der Lederstraße ausgesehen. Foto: Fritsch

Jürgen Rust arbeitet an Konzeption. Termin Ende Juni schon festgelegt. Keinesfalls Trödelmarkt.

Calw - Der Termin steht, das Konzept noch nicht. Aber wenigstens wird es in diesem Jahr wieder ein Calwer Stadtfest geben. Und zwar vom 28. bis 30. Juni. Vor vier Jahren, also 2009, war das letzte.

1975 wurde anlässlich der 900-Jahrfeier der Stadt – Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahre 1075 – das allererste gefeiert. Und danach ging es in einem zweijährigen Turnus weiter. Bis eben vor vier Jahren. 2011 wurde wegen der damals anstehenden OB-Wahl erstmals eine Pause eingelegt. Und im vergangenen Jahr gab es auch kein Fest.

Aber immerhin eine Absichtserklärung von Oberbürgermeister Ralf Eggert. Sowie einen Auftrag an Jürgen Rust, der seit geraumer Zeit auch für den Ablauf des Calwer Weihnachtsmarktes verantwortlich zeichnet. Nämlich dahingehend, für das Calwer Stadtfest 2013 ein neues Konzept zu entwickeln. Das war auch dringend angebracht.

Während zu Beginn die Calwer Stadtfeste vor allem davon lebten, dass sich die Vereine aus sämtlichen Ortsteilen einbrachten, zogen sich diese im Laufe der Jahre immer mehr zurück. Die hohen Standgebühren spielten dabei sicher eine Rolle. Vor allem aber die Tatsache, dass es immer schwerer fällt, für solche Veranstaltungen freiwillige Helfer zu gewinnen.

Und so wurde versucht, die dadurch entstandenen Lücken mit gewerblichen Anbietern etwas aufzufüllen. Mit der Folge, dass schließlich nach dem letzten Stadtfest unsere Zeitung folgendermaßen geurteilt hat: Unterm Strich war es ja ganz nett. Kinderprogramm, Musik, Essen und Trinken: So weit okay. Aber ansonsten hat einiges gefehlt. Vor allem viele Vereine auch aus den Ortsteilen, die früher das Fest nicht nur zu einem Treffpunkt für alle Calwer machten, sondern mit einem Rahmenprogramm auch noch zu deren Unterhaltung beitrugen. Dafür konnte man jetzt so nützliche Dinge wie Geschirr- oder Halstücher kaufen. Die Händler waren bereit, das verlangte Standgeld zu bezahlen, viele Vereine nicht.

Der Stadtverwaltung ist nur zu empfehlen, das Konzept für das Fest zu überdenken. Nicht dass es endgültig zu einem Trödelmarkt abdriftet.

Das will Rust, wie er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung betonte, auf jeden Fall verhindern. Vor einiger Zeit hat er ein erstes Sondierungsgespräch mit interessierten Calwer Vereinen geführt. Und er hofft, dass im weiteren Verlauf, wenn es Ende Januar/Anfang Februar zu einem zweiten Gespräch kommen wird, noch weitere dazustoßen werden.

Ob das Programm, das so mit vorbereitet werden soll, wirklich für drei Tage ausreichen wird, steht derzeit noch in den Sternen. Zwei Tage lang soll Ende Juni aber auf jeden Fall gefeiert werden. Darauf hat auch Oberbürgermeister Ralf Eggert beim Neujahrsempfang in seiner Ansprache hingewiesen,

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