Ingo Mutterer (links) bei der ersten Qualitätsprüfung. Foto: Stöß

Ingo Mutterer braut wieder spezielles Bier, das gesanglich eine besondere Note bekommt.

Calw/Neubulach - Beim Calwer Stadtfest vom 7. bis 9. Juli bietet der Liederkranz Concordia Calw (LiCo) ein ganz besonderes Bier an: die "Swingperle". Der Neubulacher Ingo Mutterer hat es eigens gebraut.

Dabei handelt es sich übrigens um den 500. Sud des Bierbrauers. Der Brauvorgang wurde durch die Swing Singers des LiCo nicht nur akustisch unterstützt. Auch Stadtfestmanager Jürgen Rust war dabei Gast im "Rössle". Er war der Ideengeber für dieses Ereignis. Vor vier Jahren war schon einmal Bier in Neubulach exklusiv für das Stadtfest hergestellt worden. Davon hatte er der LiCo-Vorsitzenden Christa Erath erzählt. Diese spann mit Mutterer den Gedanken weiter. Und so empfing der Brauer jetzt mehr als 40 Sänger zu einem Exkurs in seine Kunst.

Solides Handwerk

Hinter dem Brauvorgang steckt ein solides Handwerk, das zudem Geheimnisse birgt. Wie jedes wertvolle und bedeutende Lebensmittel hat auch ein Bier (s)eine eigene tiefgründige Seele, die gepflegt sein möchte. Die Swing Singers wohnten den wichtigsten Arbeitsschritten nicht nur bei. Sie legten auch selbst Hand an. Chorleiter Jacek Kacprzak, die Sängerinnen Diane Huber und Petra Zink sowie LiCo-Vorsitzende Erath gaben dem köchelnden Gebräu den einzigartigen Swing-Perlen-Charakter. Sie schütteten, immer nach strengen Zeitvorgaben des Brauers und bei guter Chormusik, das mitentscheidende Element für ein hervorragendes Bier in den Kessel: Hopfen.

Von Mutterer wurde verständlich erzählt, dass der Biergeschmack unter anderem davon abhängt, welch ein Hopfen und wie viel von diesem beigegeben wird. Je mehr der Brauer verwendet, desto hopfenbetonter – also herber – schmeckt später das fertige Bier.

Der "Rössle"-Wirt hat mit den Swing Singers eine besonders mundende Hopfensorte gesucht und gefunden. Es ist die Aromahopfensorte "Perle", gewachsen in Tettnang. Nach einer Stunde war der angenehme Duft einer würzigen Mischung zu riechen. Doch nur die weitere Zutat ließ ein Bier zu einer Swing-Perle werden: Weil die Sänger dem Bier auch akustisch zu besonderen Weihen verhalfen.

Fetzige Rhythmen

Während des Brau-Vorgangs hörten die Besucher (die Bude war voll) fetzige Rhythmen voller Swing und Groove. Dass aus vier geplanten Titeln am Ende neun wurden, zeugt von der besonderen Stimmung, die Jacek Kacprzak am Klavier, seine Singers und das Publikum erzeugten. War man zuletzt noch in der Calwer Vesperkirche sakral unterwegs, machte es den Sängern richtig Spaß, auch einmal in solch einem Kneipenambiente aufzutreten. Sie wussten, dass in dieser Location normalerweise Rock- Hillbilly- und Popbands den Saal rocken. Wer aber dachte, die Bulacher Kneipe sei für Chormusik nicht geschaffen, den straften die Swing Singers Lügen.

Der außergewöhnlich heftige Applaus zeugte von der Anerkennung für diese Darbietung. Hervorzuheben ist Ottmar Schweitzer, der mit seinem perfekten Solopart glänzte.

Nach einem leckeren Freibier schlossen die Swing Singers mit der Ballade "Open Arms" diesen Abend ab. In zwei Monaten kann das Ergebnis beim Stadtfest am Liederkranz-Stand verkostet werden.

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