Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Calw Stadt arbeitet an Radweg-Ausbau

Von
Freie Fahrt für Radler? Das ist im Calwer Stadtgebiet noch nicht überall problemlos möglich. Foto: © Animaflora PicsStock – stock.adobe.com

Calw - In Sachen Fahrradwege hat die Stadt Calw in den kommenden Jahren noch einiges vor. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses gab die Verwaltung dem Gremium eine Übersicht über die Projekte. Vor allem die Verbindung zwischen Kernstadt und Wimberg sowie der Weg durch Calw selbst wurden dabei diskutiert.

Wer im Stadtgebiet von Calw mit dem Fahrrad von A nach B gelangen will, findet dafür nicht immer beste Voraussetzungen vor. Das soll sich in Zukunft ändern. Mehrere neu zu schaffende Routen sind in Planung. Der Bau- und Umweltausschuss erhielt in dieser Woche einen Überblick.

Betroffenes Areal ist als Abholz-Gebiet vorgesehen

Eine hohe Priorität genießt dabei eine Strecke, die von der Kernstadt auf den Wimberg führen soll. Dieser Weg wurde erst jüngst in ein Förderprogramm nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) aufgenommen. Entsprechend wird das Land hierbei voraussichtlich 50 Prozent der zu erwartenden Baukosten in Höhe von rund 870.000 Euro übernehmen. Mit dem Bau könnte ab dem Frühjahr 2021 begonnen werden, sofern die Stadt das benötigte Geld aufbringen kann.

In der jüngsten Ausschusssitzung waren die Details jedoch umstritten. So plädierte Oberbürgermeister Florian Kling dafür, einen "deutlich kleineren Weg" als bislang vorgesehen anzulegen. Eine Breite von drei Metern hielt er für zu groß bemessen. Dies war veranschlagt worden, damit auch größere Forstfahrzeuge die Strecke benutzen können. Kling argumentierte allerdings, dass die Bewirtschaftung des Waldes oberhalb der Altburger Straße seit Jahrhunderten auch ohne Vollernter funktioniert habe. Da es sich dort um städtischen Wald handle, könne die Verwaltung zudem die Art der Bewirtschaftung bestimmen. Und nicht zuletzt sei das betroffene Areal auch nicht als "neues Abholz-Gebiet" vorgesehen.

Auf offene Ohren stieß Kling dabei unter anderem bei Irmhild Mannsfeld (Neue Liste Calw). "Der Eingriff in die Natur muss minimal sein", bekräftigte sie. Und auch Adrian Hettwer (Gemeinsam für Calw) hielt drei Meter Breite für "absolut überzogen" für die seltenen Gelegenheiten, bei denen dies vielleicht gebraucht werde.

Schiebestrecken eigentlich nicht zulässig

Einen Sonderfall in Sachen Radverkehr stellt in Calw bereits seit Jahren der Weg durch die Kernstadt dar. Denn in der Fußgängerzone - also in Teilen der Lederstraße - müssen Radler derzeit absteigen und schieben. Das Problem: Der Abschnitt ist Teil des Nagoldtalradwegs und des "RadNETZ Baden-Württemberg". Und Schiebestrecken sind bei letzterem eigentlich nicht zulässig.

Hans Necker (Neue Liste Calw) bezeichnete diesen Zustand als "Unding" - und monierte, es wäre besser gewesen, dort Asphalt statt des vor einigen Jahren verlegten Steinplattenbandes einzubauen. Das Platzproblem, so gab der OB zu bedenken, wäre damit aber ebenfalls nicht gelöst worden. Um das Problem der "verbotenen" Schiebestrecken zu lösen, so erklärte Bernd Wössner von der Abteilung Stadtplanung, sei es denkbar, die Fußgängerzone für Radfahrer zu öffnen. Solange diese fahren dürften - selbst, wenn dies in Schrittgeschwindigkeit sein sollte - wären die Vorgaben erfüllt. Dies soll nun geprüft werden.

Siegrid Bantel (Freie Wähler) wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob es denn in Sachen Calwer Tunnel Neuigkeiten gebe. Da dieser vom Adlereck zur Esso-Tankstelle führen soll, wäre die Innenstadt entlastet – und es gäbe Platz für einen neuen Weg. OB Kling musste das Gremium in dieser Hinsicht jedoch enttäuschen, da dies erst in einigen Jahren in Betracht gezogen werden könne. Derzeit werde noch etwa bis Ende des Jahres der Vorentwurf erstellt. Danach müssten die Verkehrsministerien von Land und Bund das Vorhaben absegnen, bevor das Planfeststellungsverfahren beginnen könne. Ab diesem Moment sei mit weiteren drei bis vier Jahren zu rechnen.

In Calw sei nichts geschehen

Weitere Radweg-Projekte sind die Verbindung von Holzbronn nach Stammheim, die Strecke durch die Kimmichwiesen oberhalb des Baumarkts Kömpf sowie jene zwischen Wimberg und Altburg.

Während der Weg von Holzbronn nach Stammheim bereits konkret in Planung ist, wurde die Route durch die Kimmichwiesen vorerst zurückgestellt. Das Problem: Um die B 296 sicher überqueren zu können, muss zuerst ein Kreisverkehr an der Abzweigung der Stammheimer Hauptstraße gebaut werden. Dies wiederum soll erst geschehen, wenn das Baugebiet Hubäcker (entlang des Galgenbergs in Richtung Baumarkt) erschlossen wird. Einen Termin gibt es dafür noch keinen.

Ebenfalls nicht terminiert ist der Ausbau des Wegs zwischen Altburg und Wimberg. Dieser ist derzeit 1,8 Meter breit, mindestens 2,5 Meter sind erforderlich.

Das Radnetz im Stadtgebiet ganz allgemein sei "ein Stückwerk" bemängelte Necker zusammenfassend. Während viele Nachbargemeinden in der Vergangenheit fleißig gewesen seien und neue Routen angelegt hätten, sei in Calw gar nichts geschehen. Er plädierte daher dafür, in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt auf den Ausbau zu legen.

Artikel bewerten
7
loading

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 1308-91

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.