Das Hochwasser hat derzeit die Menschen in vielen Städten Mittelsachsens fest im Griff, wie hier in Döbeln. Foto: Landratsamt

Kreis Calw startet eine Spendenaktion für die Hochwasser-Opfer im Partnerlandkreis Mittelsachsen.

Kreis Calw - Knapp elf Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser versinken Teile von Sachsen wieder in den Fluten. Besonders betroffen ist unter anderem der Landkreis Mittelsachsen. Der Calwer Landrat Helmut Riegger ruft deshalb zu Spenden für die betroffenen Menschen in dem Partnerkreis auf. Viele Städte im ehemaligen Landkreis Freiberg, heute Teil des Kreises Mittelsachsen, waren bereits 2002 von der Flut stark betroffen. Über Spendenaufrufe kamen damals aus dem Kreis Calw mehr als 250.000 Euro an Hilfsgeldern zusammen.

Wie dringend Spenden auch dieses Mal benötigt werden, wird zum Beispiel in der 10 000-Einwohner-Stadt Penig im Westen Mittelsachsens deutlich. Dort hat das Hochwasser den Rekordstand von 2002 nochmals deutlich übertroffen. Zeitweise fiel in Teilen von Mittelsachsen der Strom aus, zahlreiche Häuser mussten evakuiert werden. Rettungskräfte sind dort seit Tagen im Dauereinsatz.

Landrat richtet Spendenkonto ein

Mittlerweile hat sich die Lage an einigen Flüssen etwas entspannt. Dennoch ist vieles von dem, was nach dem letzten großen Hochwasser wieder mühsam aufgebaut wurde, erneut den Fluten zum Opfer gefallen. »Es ist für mich ein selbstverständliches Zeichen unserer Solidarität, dass wir in schwierigen Zeiten unseren Freunden in Mittelsachsen helfen«, so Riegger, der die Lage im Partnerkreis seit dem Wochenende genau verfolgt. »Wir bieten unsere Unterstützung bei den nun anstehenden Aufräumarbeiten an. Bleiben werden für viele Menschen jedoch große persönliche Verluste und ein immenser finanzieller Schaden.«

Deshalb hat sich der Landrat dazu entschieden, ein Spendenkonto einzurichten. »Wir haben diese Form der Unterstützung gewählt, weil durch unseren direkten Draht zur Kreisverwaltung in Mittelsachsen gewährleistet ist, dass jeder Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird«, sagte der angesichts der Bilder aus Mittelsachsen sichtlich betroffene Landrat. »Es ist nur schwer vorstellbar, wie es sein muss, wenn man seine Existenzgrundlage so plötzlich und unverschuldet verliert. Ich bitte alle Bürger aus der Region um ihre Unterstützung.«

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