Der inzwischen verstorbene Wijaya Gamage (links) und Jayantha Gomes haben etliche Veränderungen angestoßen. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Jayantha Gomes setzt sich seit Jahren für Kinder in seinem Heimatland Sri Lanka ein / Buch soll Beitrag leisten

Nachhaltig ist heute ein viel gebrauchter Begriff. Auf die Arbeit des in Calw ansässigen Bündnisses für Sri Lanka trifft das zu. Die Organisation wurde von Jayantha Gomes nach dem Tsunami, der 2004 gewütet hat, ins Leben gerufen. Allein in Sri Lanka hat diese Naturkatastrophe mehr als 30 000 Menschenleben gefordert.

Calw. Damals hat sich der Calwer Künstler mit seinem Bündnis für Sri Lanka vor allem um Kinder gekümmert, die durch den Tsunami an Weihnachten ihre Eltern verloren haben. Sie sind längst erwachsen geworden. "Fast alle üben inzwischen einen Beruf aus und haben eine Familie", erzählt Gomes. Aus ihnen sind unter anderem IT-Fachleute, Ärzte und Juristen geworden. Die in Calw ansässige Hilfsorganisation hat sie bis in das Studium hinein begleitet.

Viele dieser jungen Menschen stehen noch heute über eine Facebook-Gruppe in Kontakt. Und geben, wiederum mit Unterstützung des aus Sri Lanka stammenden Künstlers, die Hilfe an Bedürftige weiter, die sie selbst über Jahre hinweg erfahren haben.

Diese Veränderungen brauchen auch eine andere Form der Organisation. Deshalb fliegt der Maler, Musiker und Schriftsteller im Dezember wieder für drei Monate in seine Heimat. Zumal vor gut einem Jahr im Alter von 76 Jahren Wijaya Gamage gestorben ist. Der frühere Ministerialbeamte hat sich seit seiner Pensionierung viele Jahre lang vor Ort um das Bündnis für Sri Lanka gekümmert.

Heute hilft die Organisation vor allem benachteiligten Kindern an Grundschulen. Für sie wird beispielsweise Nachhilfeunterricht organisiert. "Das klappt deshalb so gut, weil wir die Familien kennen", erläutert Gomes.

Dem Künstler macht zudem die politische Entwicklung in seiner Heimat Sorgen. Seitdem die einstige Kolonialmacht Großbritannien das damalige Ceylon in die Unabhängigkeit entlassen hat, ist es in Sri Lanka immer wieder zu ethnischen und politischen Unruhen gekommen. Das begann 1956 mit Aufständen. Besonders verheerend war der fast 30 Jahre währende Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen, der 1983 begonnen hat. Und endet mit dem Anschlag radikaler Muslime am Ostersonntag dieses Jahres, dem mehr als 250 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Gesellschaftlicher Einfluss

Sri Lanka sei zu einem Zentrum von Drogen- und Waffenhändlern geworden. "Sie kaufen und bezahlen die Politiker und Religionsführer", ist Gomes überzeugt. Dadurch werden Konflikte zwischen Singhalesen und Tamilen sowie Christen, Muslime und Buddhisten künstlich geschürt.

Mittlerweile hat sich eine Gruppe von Künstlern, Schauspielern, Musikern und Journalisten gebildet, die ihren gesellschaftlichen Einfluss geltend machen möchte, damit die Menschen in Sri Lanka endlich in Frieden leben können, erzählt Gomes. Das soll vor allem durch die Arbeit mit Kindern geschehen, indem man sie zur Toleranz erzieht. Gomes’ Buch "Das Pfauenpaar und das Vogelparadies", das vor gut einem Jahr erschienen war, soll dazu einen kleinen Beitrag leisten.