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Calw So wichtig sind Holzarbeiten

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Eines der beiden Wahrzeichen fehlt: Der Sturm am Sonntag fällte eine der Winterlinden am Holzbronner Friedhof. Foto: Klormann

Calw-Holzbronn - Vom 1. März bis 30. September dürfen Bäumen in der Regel nicht gefällt werden. Dann schützt das Bundesnaturschutzgesetz nistende Vögel. Naturgemäß wird in der Zeit dazwischen viel abgeholzt – was nicht jedem gefällt. Wie wichtig Baumpflege allerdings ist, zeigt nun der Fall einer riesigen Winterlinde in Holzbronn.

Wie Wahrzeichen standen die Bäume rechts und links des Friedhof-Eingangstores. Bereits um das Jahr 1900, so schätzt Carina Linkenheil, wurden die gewaltigen Winterlinden in Holzbronn gepflanzt. Linkenheil kümmert sich in Calw um das Verzeichnis, in dem Bäume im Stadtgebiet verwaltet werden, das so genannte Baumkataster.

Einer der beiden Bäume, die vom Landratsamt als Naturdenkmäler ausgewiesen wurden, und somit besonderen Schutz genießen, fiel nun am Sonntag dem stürmischen Wind zum Opfer. Verletzt wurde niemand; auch der Friedhof nicht in Mitleidenschaft gezogen. Und dennoch: Hätte die Winterlinde nicht eigentlich schon längst gefällt werden müssen? Nein, erklärt Jürgen Vogel vom Tiefbauamt der Stadt Calw. Denn eine akute Gefahr sei nicht erkennbar gewesen – und da es sich um ein Naturdenkmal handelte, habe man versucht, den schützenswerten Baum zu erhalten.

Rund 8000 Euro, erzählt Vogel, seien in den vergangenen acht oder zehn Jahren nur in diese beiden Winterlinden in Gutachten, Kontrollen und Baumpflege investiert worden. Man habe die Bäume mit Seilen und Ankern stabilisiert und immer wieder Äste gekürzt, um deren Gewicht und damit die gefährliche Hebelwirkung zu reduzieren.

Im Herbst untersucht

Erst im Herbst 2018 seien die Winterlinden zuletzt untersucht worden – mit dem Ergebnis, dass erneut Äste abgesägt werden sollten. Und zwar Stück für Stück, um die Bäume nicht zu sehr zu beschädigen. Geplant war, dies ab März umzusetzen, da die darauf spezialisierten Fachleute gerade in den Wintermonaten ausgebucht seien – in jener Zeit eben, in der pauschal gefällt werden darf; dringende Maßnahmen können dagegen immer in Angriff genommen werden.

Von einer akuten Gefahr sei man im Fall der Winterlinde am Friedhof aber eben gar nicht ausgegangen. Denn, so erläutert Linkenheil: Es sei zwar bekannt gewesen, dass der sogenannte Brandkrustenpilz am Inneren der Winterlinde nagt und diese von innen her angreift; allerdings hätten Zugversuche gezeigt, dass der Baum eigentlich noch stabil genug sei. Bei diesen Versuchen werden Belastungen durch Wind simuliert – mithilfe von Seilen, die am Stamm befestigt und von einer Maschine gezogen werden. Dadurch lasse sich berechnen, wie viel Wind ein Baum aushalten könne und wie sehr die Krone ausgedünnt werden sollte.

Das die Winterlinde dennoch von einem Sturm umgerissen wird, "war nicht zu erwarten", meint Vogel. Es zeige aber, "wie wichtig die regelmäßigen Kontrollen sind". Je nach dem, wie erhaltenswert und/oder gefährdet Bäume seien, desto intensiver die Untersuchungen.

Die noch stehende Winterlinde habe die Zugversuche übrigens besser überstanden, erklärt Linkenheil. Bei dieser gelte es nun, die geplanten Holzarbeiten umzusetzen sowie die bestehenden Seil-Sicherungen zu überprüfen.

Darüber hinaus wird derzeit auch andernorts gearbeitet. In der Altburger Straße in Calw beispielsweise würden Akazien gefällt. Und in der letzten Februarwoche müssen drei rund 100 Jahre alte Buchen in der Schillerstraße weichen. Die Bäume, die nahe an den dortigen Häusern stehen, könnten bis in die Wurzeln mit eben jenem Pilz befallen sein, der auch der Winterlinde in Holzbronn zusetzte. Dadurch könnten sie zur Gefahr werden. "Die Angst der Menschen, die da in der Nähe wohnen, ist natürlich berechtigt", erklärt Vogel. Ob ein Baum dann gefällt werde oder nicht, sei "immer eine Gratwanderung für uns", führt er aus. Fest stehe aber eben auch: Mit der Sicherheit sei bei solchen Dingen nicht zu spaßen. Diese zu garantieren, seien der Stadt, dem Gemeinderat und vor allem Calws Oberbürgermeister Ralf Eggert extrem wichtig.

 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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