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Calw Seuffer muss Insolvenz anmelden

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Die Krise bei Seuffer ist nicht ausgestanden. Foto: Fuchs

Calw-Hirsau - Ein Nachricht, die wie ein Hammerschlag klingt: Die Firma Seuffer mit Stammsitz in Hirsau hat Anfang dieser Woche Insolvenz angemeldet. Der Betrieb werde aber weitergehen – und dem Unternehmen stehe keine Schließung sondern eine Sanierung ins Haus, erklärte Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Krise der Firma Seuffer kommt nur bedingt überraschend. Bereits vor rund einem Jahr hatte das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gegeben, dass "32 teilweise hoch qualifizierte Mitarbeiter" sozialverträglich in eine Transfergesellschaft wechseln müssten. "Leider stellte sich der Personalabbau als unvermeidliche Voraussetzung dar, um in Zusammenarbeit mit den beteiligten Banken die Seuffer-Unternehmensgruppe finanziell auf neue Beine zu stellen und möglichst rasch die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern", hatte der damalige Interimsgeschäftsführer Jens Zimmermann im Dezember 2017 erklärt.

Die Krise bei Seuffer war von Zimmermann als großteils hausgemacht beschrieben worden: "Wir haben hohe Millionenbeträge in ein Projekt mit neuen Kunden außerhalb unseres Kerngeschäftes investiert, ohne dabei nennenswerte Umsätze zu generieren. Dabei wurde die gesamte Unternehmensgruppe im In- und Ausland in Mitleidenschaft gezogen".

Zum 1. Januar 2018 hatte sich bei Seuffer dann ein Stabwechsel in der Führungsetage vollzogen; seitdem leiten die Geschäftsführer Thomas Günther und Stefan Dilger die Geschicke der Firma. Das Sanierungskonzept für Seuffer, dass seitdem gefahren wird, kam jedoch wohl zu spät – oder die Maßnahmen waren nicht tiefgreifend genug, um einen drastischen Schritt zu verhindern: Am Montag musste die Unternehmensgruppe Insolvenz anmelden.

Logische Konsequenz

Hintergrund sei ein Gutachten gewesen, laut dem die Firma nun erst mal Geld benötige, um erfolgreich weiterbetrieben werden zu können, erläuterte Rechtsanwalt, Insolvenzverwalter und nun Sanierungsgeschäftsführer für Seuffer Jochen Sedlitz von der Stuttgarter Kanzlei Menold und Bezler auf Anfrage. Dieses Kapital habe der Gesellschafter- und Gläubigerkreis aber nicht finanzieren können. Insolvenz anzumelden war die logische Konsequenz.

Was zunächst verheerend klingt, sei im Ergebnis aber die beste Möglichkeit, um die Unternehmensgruppe auch langfristig am Leben zu erhalten, so Sedlitz. Denn die Insolvenz in Eigenverwaltung, bei der auch die bisherigen Geschäftsführer im Amt bleiben, biete enorme Chancen als "Sanierungsinstrument", erklärt der Insolvenzverwalter. Wenn ein solcher Vorgang "schnell und sauber" über die Bühne ginge, blieben die Schäden für Kunden und Personal in der Regel gering.

So bezahle beispielsweise im Falle einer Insolvenz die Bundesagentur für Arbeit drei Monate lang die Gehälter der Belegschaft – also bis Ende Januar. Das Unternehmen könne das dadurch eingesparte Geld als Rücklage für die Zukunft aufbauen. "Das erleichtert uns den Start", sagt Sedlitz.

Und der Betrieb solle auch weit über diese drei Monate hinweg weitergehen – denn die Auftragslage sei überaus gut; Kunden schätzten die "hervorragende Arbeit" von Seuffer. Ziel sei es nun, mittels eines überarbeiteten Sanierungskonzepts Maßnahmen zu ergreifen, um die Firma wieder auf einen sicheren Stand zu bringen.

Harter Schnitt

Hier sieht Sedlitz einen weiteren Vorteil des "schnellen und harten Schnitts" der Insolvenz gegenüber eines ansonsten möglichen Sterbens auf Raten. Denn diese "zwinge" ein Unternehmen gewissermaßen, Maßnahmen, die zur Sanierung notwendig sind, auch konsequent umzusetzen. Überwacht werde das sowohl von Gläubigern als auch dem Insolvenzverwalter. Unterdessen laufe zudem die Suche nach einem Investor.

Auch ein Stellenabbau sei, Stand heute, nicht in Aussicht – wenngleich Sedlitz dies nicht ausschließen konnte. Sollte es sich als erforderlich erweisen, werde es aber keinesfalls einen massiven Abbau geben – denn ohne genügend Personal könne schließlich der Betrieb gar nicht aufrecht erhalten werden.

Die Firma Seuffer ist an den Standorten Hirsau, Kupferzell und Bitterfeld-Wolfen mit rund 590 Mitarbeitern vertreten, davon allein rund 360 Beschäftigte in Hirsau.

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