Die Ponys Wirbelwind und Diavolo sind besonders beliebt bei den Kindern. Foto: Rousek Foto: Schwarzwälder Bote

Ferienprogramm: Tiere sind bei den rund 100 Teilnehmern besonders beliebt / Zirkus Bambi feiert 25-jähriges Bestehen

Calw-Heumaden. Es ist gerade Spielpause beim Zirkus Bambi in Heumaden. Die Kinder, die an diesem Ferienprogrammpunkt teilnehmen, rennen umher, probieren verschiedene Geräte und Spielzeuge aus. In den vergangenen Stunden haben die Kinder in alle möglichen Bereiche des Zirkuslebens hineingeschnuppert. Nun wird bald die Entscheidung verkündet, wer die restliche Woche über in welcher Guppe trainieren wird. Die sechs- bis 14-Jährigen konnten sich beispielsweise für Luftakrobatik oder Jonglage eintragen. Sie können sich als Fakir, Clown oder Tierdompteur versuchen. Am Freitag, 17. August, ab 15 Uhr führen dann alle rund 100 Teilnehmer in einem echten Zirkuszelt vor, was sie gelernt haben.

"Besonders beliebt sind immer die Nummern mit den Tieren, vor allem mit den Ponys", erzählt Samara Bannikov, die den Zirkus Bambi gemeinsam mit Seniorchef Vladimir, "Wollo", Bannikov leitet. Da müsse dann ausgelost werden. "Sonst würden von den 100 Kindern 40 reiten, das wär auch langweilig für die Zuschauer", lacht sie. Zumal nur zwei Ponys dabei sind. Wirbelwind und Diavolo, zwei schwarze Ponys, acht Jahre alt. Die beiden grasen auf einer eingezäunten Fläche vor dem Zirkuszelt und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Momentan haben die beiden Ponys und auch die anderen Tiere wie Hunde, Mini-Schweine und Ziegen, ihre "Mittagspause". Dann darf keines der Kinder zu ihnen auf die Weide oder in den Stall. "Die Tiere brauchen auch mal ihre Ruhe", erklärt Samara Bannikov. Dann seien sie hinterher wieder mit umso mehr Geduld und Freude bei der Sache.

Natürlich seien die Zirkustiere vortrainiert, erklärt sie. Jedes beherrscht seine Kunststücke. Beim Ferienprogramm gehe es nun mehr darum, den Kindern beizubringen, wie sie die Tiere zu den jeweiligen Kunststücken bewegen können. "Wo sie zum Beispiel das Leckerli hinhalten müssen", führt Bannikov aus. Aber auch bei der täglichen Pflege, also beim Stall ausmisten und Ponys striegeln, helfen die Kinder mit. "Da sind dann auch diejenigen, die anderen Artistenguppen zugeteilt sind, wieder voll dabei." Als hätte Bannikov es geplant, kommt just in diesem Moment ein Junge auf sie zu, der hoffnungsfroh fragt: "Wann dürfen wir wieder zu den Tieren?"

Positive Rückmeldungen

Der Zirkus Bambi aus Bad Teinach-Zavelstein bietet schon seit mehr als 15 Jahren in jeden Sommerferien die Erlebniswoche für Kinder in Heumaden an. Was sich seither verändert hat? "Die Bebauung", antworten Wollo und Samara Bannikov wie aus der Pistole geschossen. "Ich erinnere mich noch, wie alles drumherum unbebaut war, nur Wiesen und Felder", sagt der Seniorchef. Nun stehen beinahe überall rund um den nahegelegenen Friedhof Häuser und auch der Verkehr sei mehr geworden. "Wir müssen dieses Jahr besonders aufpassen, weil wegen der Umleitung noch mehr los ist."

Am Programm selbst hat sich nicht viel geändert. Warum auch? Schließlich komme ausschließlich positive Rückmeldung von Kindern und Eltern gleichermaßen. "Die Kinder haben hier ihre Freiheit und können kreativ sein", erklärt Samara Bannikov. "Und hier ist jeder wichtig." Auch Kinder, die vielleicht in der Schule nicht glänzen können, wachsen im Zirkus Bambi – der 2018 übrigens sein 25-jähriges Bestehen feiert – über sich hinaus. "Nach jeder Vorstellung blicken wir in strahlende Gesichter – bei den Kindern und bei den Eltern."

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