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Calw "Sahnehäubchen der Pflege im Kreis"

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Bernard Schneider (Hauptgeschäftsführer EHS, von links), Andy Vonderlind (Baufirma), Christiane Merker-Ankermann (Hausdirektorin), Clemens Miola (Regionaldirektor EHS), Ralf Oldendorf (Gebäudeverantwortlicher EHS) bei der Schlüsselübergabe. Foto: Buck Foto: Schwarzwälder Bote

Die Freude ist groß. Die neue Seniorenresidenz in Calw-Heumaden ist offiziell eingeweiht. Nach zwei Jahren Bauzeit sind jetzt schon die ersten Senioren eingezogen und fühlen sich in den Räumen wohl.

Calw. Der Himmel klarte im Verlauf der Feierstunde auf über Heumaden. Das passte, denn schließlich wurde die "Sonnenresidenz" im Calwer Stadtteil offiziell eingeweiht. In dem schmucken Gebäude residieren bereits jetzt 42 Senioren. Hinzu kommt, dass 24 der 26 betreuten Wohnungen bereits weg sind. Grund genug also, bei der Eröffnung ordentlich zu feiern.

Bernhard Schneider eröffnete den Reigen der Grußworte und stellte fest, dass es ein "schwäbisches Fest" war. Denn man habe, so der Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, aus zwei Anlässen ein Fest gemacht – "das kostet dann auch nur einen Blumenstrauß", witzelte Schneider, er könne seine "schwäbische Seele" eben nicht leugnen. Denn neben der Einweihung wurde auch Christiane Merker-Ankermann als Hausdirektorin eingesetzt – gleichwohl sie, das war der nächste Gag von Schneider, freilich schon seit April ein gültiges Arbeitspapier habe.

"Grußworte sind wie dunkle Wolken. Wenn sie weg sind, wird es schön", hielt der Heimstiftungs-Chef seine Nachredner dazu an, eher kürzer als länger zu reden. Denn nach ihm folgten noch acht weitere Grußworte. Die wurden allerdings immer wieder von den Männerstimmen der Aurelius Sängerknaben unterbrochen, was die Veranstaltung ungemein auflockerte. Gemessen am reichlichen Applaus empfanden das wohl auch die zahlreichen Zuhörer so. Schneider stellte sodenn auch das Grundkonzept der Pflegeeinrichtung dar: "Wir wollen so viel Normalität wie irgend möglich, denn es ist im Alter wichtig, dass man auch da noch selbstbestimmt ist und beteiligt wird."

Doch zurück zur "schwäbischen Seele" von Schneider: Diese litt vermutlich beim Gesamtpreis des Gebäudes. Denn der gesamte Bau habe zehn Millionen Euro gekostet, so Schneider, der aber beteuerte, diese immense Investition gerne getätigt zu haben. Er wünschte Merker-Ankermann zum Start alles Gute und zeigte sich überzeugt, dass "Offenheit, Freundlichkeit und das ein oder andere Lachen" in der Sonnenresidenz Einzug halten werden.

Hernach folgte Pfarrer Albrecht Fetzer, der eingangs beruhigte: "Wir brauchen keine Wolkenschieber, mein Grußwort wird kurz." Der Geistliche sollte Wort halten, verdeutlichte mit einigen biblischen Beispielen, dass "Gott den alten Menschen zugeneigt" sei. Einen Scherz hatte auch der evangelische Pfarrer auf Lager. An Merker-Ankermann gerichtet, sagte er: "Jetzt sind Sie die B 27 los" und spielte damit auf ihre Vergangenheit in der Rehabilitationsklinik Bad Sebastiansweiler an, die nahe an der viel befahrenen Bundesstraße liegt.

Kömpf lobt die ausgezeichnete Lage

Dieter Kömpf als Stellvertreter des Oberbürgermeisters Ralf Eggert, hob vor allem die "1A-Lage" der Residenz hervor. "Wir mussten einige Hürden aus dem Weg räumen", blickte er auf den langwierigen Prozess zurück. Jetzt steht nach zwei Jahren Bauzeit die Seniorenresidenz bezugsfertig da.

Außerdem erwähnte Kömpf das Bürgerbüro im Erdgeschoss des Gebäudes: "OB Eggert hat beim Spatenstich damals gesagt, dass wir jetzt quasi ein ›kleines Heumadener Rathaus‹ haben." Einen Wehrmutstropfen gibt es dann aber doch: Wegen mangelnder Verkabelung geht das Bürgerbüro erst Ende November komplett an den Start.

Norbert Weiser, Sozialderzernent des Landkreises, sprach in seinen Grußworten vom "Sahnehäubchen der Altenpflege im Kreis Calw. Zentraler und näher an der Bevölkerung dran geht kaum." Auch die Tagespflege sei wichtig, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten, befand Weiser. Bis 2025 seien 1400 Betreuungsplätze im Kreis nötig, so Weiser. Mit der Einweihung des Hauses sei man nun bei mehr als 1800. Das sei aber auch nötig, da auch aus dem Nachbarkreis ältere Menschen nach Calw kämen. Gemeint war der Kreis Böblingen, dem Weiser noch eine verbale Backpfeife verpasste: "Dort sollte man lieber die Hausaufgaben beim Thema Altenpflege machen, anstatt dem Kreis Calw zu sagen, ob der eine Bahnanbindung nach Stuttgart braucht oder nicht." Da das aber nicht Thema war bei der Einweihungsfeier, fand der Sozialderzenent noch schöne Schlussworte: "Ich bin überzeugt, dass die Sonnenresidenz hier eine Erfolgsgeschichte wird."

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe brachten die Aurelius Sängerknaben mit einem afrikanischen Lied frischen Wind in die Flut der Grußworte. Abschließend trat dann Merker-Ankermann selbst ans Rednerpult, hatte zuvor von Regionaldirektor Clemens Miola eine Schale voller Nervennahrung überreicht bekommen. Die frisch gebackene Hausdirektorin freue sich auf die Aufgabe, bedankte sich für das vom Förderverein gespendete Klavier und betonte: "Wir haben einen bunten Strauß an Talenten im Team." Es sei eine Entscheidung aus dem Bauch heraus gewesen, die Stelle anzutreten. "Es scheint so, als sei das Haus wirklich für mich gebaut worden", schloss sie ihre Ausführungen. Am Ende der Veranstaltung waren auch die Wolken weg – die Sonnenresidenz erstrahlte in gleißendem Sonnenlicht. Wohl ein gutes Omen für die Zukunft.

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