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Calw Radfahren in Bad- und Lederstraße erlaubt

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So soll auch die Fußgängerzone in Calw künftig ausgeschildert werden. Foto: Buck

Calw - Der Bau- und Umweltausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass Fahrradfahrer in der Lederstraße und der Badstraße künftig fahren dürfen.

In der Leder- und Badstraße haben Fußgänger Vorrang. Autos müssen dort im Schritttempo fahren und Fahrradfahrer ihr Gefährt schieben. So die Theorie. In der Praxis sieht das Bild allerdings etwas anders aus. Wie eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2018 zur Mittagszeit ergab, schoben gerade einmal drei von insgesamt 41 Radfahrern. Der Rest fuhr unerlaubterweise – 20 davon immerhin mit "angepasster Geschwindigkeit", wie der Sitzungsvorlage des Bau- und Umwelt­ausschusses zu entnehmen ist.

"Man kann feststellen, dass das Radfahrverbot weitgehend missachtet wird", so das Fazit der Verwaltung. Zum einen bestehe demzufolge kein Bewusstsein, dass das Fahren auf dem Fahrrad rechtswidrig ist – insbesondere, weil den ganzen Tag über Anlieger- und Lieferverkehr in der Fußgängerzone zu beobachten sei. Zum anderen gebe es keine sichere und unkomplizierte Alternative. In der Bischofstraße herrsche zu viel Verkehr, die Alternativroute über Marktplatz, Postgasse, Nonnengasse und Torgasse sei zu verwinkelt und entlang der Nagold könnte es zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern kommen. Was also tun?

Bedenken zerstreut

Die Verwaltung schlägt vor, das Fahrradfahren in der Leder- und Badstraße künftig zu erlauben. Zunächst befristet auf ein Jahr. "Einzelne Störungen ausgenommen, scheint es durch das Zusammenspiel der illegalen Radfahrer mit den Fußgängern und den sonstigen Verkehren nicht zu größeren Konflikten zu kommen", lautet die Begründung für dieses Vorhaben. Damit es dabei bleibt, dürfen die Radfahrer maximal im Schritttempo fahren. Darauf soll in Zukunft ein extra Schild hinweisen. Auf dem Marktplatz müssen Radler weiterhin schieben.

Schön länger sei die Verwaltung von verschiedenen Seiten dazu aufgerufen worden, die aktuelle Regelung zu überdenken, heißt es dazu in der Vorlage. Da sind die Schüler, die die Bad- sowie die Lederstraße auf dem Schulweg regelmäßig durchqueren und die keinen Sinn darin sehen, jedes Mal absteigen zu müssen. Wenn sie auch nur mit schlechtem Gewissen weiterfahren, wie aus dem Schreiben einer Schülerin an die Verwaltung hervorgeht. Und da sind Nutzer und Initiatoren des Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radwegs sowie des Nagoldtalradwegs, zu denen die Lederstraße jeweils gehört. "Die Zulassung des Radverkehrs in der Fußgängerzone ist für die Durchquerung von Calw von größter Wichtigkeit", wird in der Vorlage zitiert.

Bedenken, dass es in Zukunft aufgrund der Fahrradfahr-Erlaubnis zu Unfällen oder Konflikten kommen könnte, werden in der Sitzungsvorlage zerstreut. Es sei kein sprunghafter Anstieg der Radfahrer-Zahlen zu erwarten. Bei der Breite der Lederstraße sei ein verträgliches Miteinander also machbar. Die Radfahrer, die heute schon rücksichtsvoll fahren, würden "aus der Illegalität herauskommen", während diejenigen, die sich ohnehin nicht an die Regeln halten, eventuell durch Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden könnten, werden die Vorteile aufgelistet.

Dieter Kömpf (Freie Wähler) sah den Vorstoß ganz pragmatisch: "Wir legalisieren, was sowieso jeder macht." Man müsse eben Rücksicht aufeinander nehmen. Jürgen Ott (Gemeinsam für Calw) fand den Vorschlag der Verwaltung gut, sprach sich aber dafür aus, dass man die Einhaltung des Schritttempos bei Radfahrern öfter kontrollieren sollte.

Schlussendlich fiel die Entscheidung des Gremiums einstimmig – wenn Ott auch anfänglich Bedenken hatte (natürlich spaßig gemeint), dass er und Oberbürgermeister Florian Kling befangen sein könnten. Schließlich hätten sie sich erst jüngst neue Fahrräder gekauft.

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