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Calw Premiere, die nach Fortsetzung schreit

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Die Sängerinnen von "Stimm3" boten weit mehr als Gesang – eine richtige Show.Fotos: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Vor nahezu vollen Reihen traten bei der Veranstaltungsreihe "Raus ins Kloster" die Aurelius Sängerknaben und "Stimm3" auf. Das kam beim Publikum so gut an, dass an Ort und Stelle ein Fortsetzungstermin für das kommende Jahr vereinbart wurde.

Calw-Hirsau. Frau und Mann – ein unauflösbarer Konflikt? Im Gegenteil – mit einer humorvollen Auseinandersetzung zum Thema "Männer – Frauen" stellten die 20 Männerstimmen der Aurelius Sängerknaben sowie fünf Damen von "Stimm3" Unterschiede heraus, bewiesen jedoch mit manchem Augenzwinkern Verständnis für das andere Geschlecht. Der Chor aus dem Georgenäum sowie "Stimm3" schufen in jeweils zwei Liederblöcken eine heitere Stimmung in das (nach Corona-Maßstäben) voll besetzte Klosterareal. Beide Ensembles trafen sich zum ersten Mal zu einem gemeinsamen Konzertabend. Es soll nicht der Letzte gewesen sein.

Ordnungsgemäßer Abstand

Die jungen Sänger unter der Obhut des musikalischen Leiters Bernhard Kugler, dieser sang hier und da selbst im Tenor mit, erlebten ein neues Live-Gefühl. Sie stellten sich in ordnungsgemäßen Abständen auf und vor der Bühne auf, um ihre Stimmes- und Liedkunst zu präsentieren. Dass Aurelianer nicht nur besinnlich und andächtig sein können, bewiesen Kuglers Jungs gleich zu Beginn mit dem 1960er-Jahre-Abräumer "Barbara Ann" von den Beach Boys.

Um was ging’s in den Barbershopsongs "Little Lize" sowie "My Evaline"? Natürlich um das andere Geschlecht. Von der Liebe zum Weibe, die jedoch nicht immer erhört wird; davon zeugte das andächtige Silcher-Lied "Am Brunnen vor dem Tore". Durch das Programm des Aurelianerchores führte Antje Häusser, die Leiterin des choreigenen, künstlerischen Betriebsbüros. Das mit Selbstironie gespickte "Männer mag man eben" bezeichnete Häußler mit raffiniertem Lächeln als "den Wunsch aller Männer". Die Aurelianer nahmen es mit Humor. Und setzten den geschickten Konter "Die Frauen sind anders".

Den Hall im Walde, welchem die Gäste in Silchers "Waldlust" lauschten, erzeugte ein Teil des Chores, indem er sich im Seitentrakt des Klosters aufgebaut hatte. Das Klangerlebnis ließ das Publikum staunen. Der Kontrast: Monty Pytons "Always look on the bright side of life", das von Kugler arrangierte "Sentimental Journey" sowie das pfiffige "The lion sleeps tonight" erzeugten frohe Stimmung, bevor das "Shosholoza" einen afrikanisch anmutenden Abschluss ankündigte. Conga, Cajon und das Klatschen des beschwingten Publikums zauberte Festivalstimmung in manche Besucherseele. Sitzende Ovationen (Stichwort: Corona) waren Lohn für die nach langer Auftritts-Durststrecke konzerthungrigen Männer.

Viele Lacher geernet

Mit einem swingenden Begrüßungslied stellte sich die singende Damengruppe "Stimm3" namentlich dem gespannten Publikum vor. Die Ladies haben sich in der Region inzwischen einen Namen ersungen. Wobei – es ist nicht einfach nur singen. Die Fünf bieten regelrecht eine Show. Sie hatten von Beginn an Spaß, der sich auf das Publikum übertrug. Viele Lacher ernteten die Damen mit ihrer schwäbischen Version von "Chattanooga Choo Choo". Dabei stellten sie gekonnt einen Bezug zur Hermann Hesse Bahn her. Moderatorin Elise Theurer wusste, "dass ja das Calw-Stuttgart-Projekt richtig Fortschritte macht". Die Mädels blieben ihrer ­Landessprache treu. Aus "Girls­talk" wurde die "Schwätzbas". Über sich selbst zu scherzen, das können nicht nur Männer. "Das kann doch gar nicht sein, es ist wie Zauberei, ich hatt am Bauch noch nie nen Ring, und plötzlich hab ich zwei". Die Lösung: "In jeder Frau steckt ein Stück Hefe". Doch tuns Frauen nicht ohne einen kleinen Seitenhieb in Mannes Richtung, denn "dieses Stück stecke auch im Mann", so eine Liedzeile.

Mit einem "Sister Act"-Medley verwandelten singende Nonnen für Minuten das ehemalige Männer- in ein Frauenkloster. Um dann zu gestehen, dass sie "ganz von den Aurelianern begeistert seien". Kein Wunder, denn "Kleine Männer sind die besten". Was sich wie eine Gemeinheit anhörte, wurde aufgelöst. "Alle Männer unter 2,10 Meter gelten als klein". Eh egal, denn "am allerbesten sind halt doch die eigenen (Männer)."

Noch einiges mehr hatten Martina, Elise und Marlene Theurer, Monika Freundorfer und Andrea Schludi-Werner in ihrem musikalischen Gepäck: eine Stepeinlage der Theurer-Sisters, den Abba-Hit "Thank you for the Music" und die vehement eingeforderten Zugaben­– passend zur nahenden Nacht "Good night sweatheart", sowie den "Mister sandmann".

Ins Herz geschlossen

Die singenden Männer und Frauen hatten sich am Ende arg ins Herz geschlossen. Was in einer spontanen Aktion mündete: Mit den Veranstaltern Jürgen Ott und Tom Sanchez einigte man sich an Ort und Stelle, dass es eine Wiederholung geben wird. Am 6. September 2020 treffen sich die "Ladies and Gentlemen" in Hirsau zu einem nächsten gemeinsamen Konzertabend.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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