Mit Plakataktionen, Flyern und einer Instagram Kampagne machen die Jugendbeiräte auf ihr Portal Buskommtnicht.de aufmerksam. Foto: Buskommtnicht.de

Der Bus hat Verspätung oder ist total überfüllt - das kann einem das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel ganz schön vermiesen. Jugendbeiräte aus Calw gehen das Problem für ihre Kommune nun gemeinsam mit der Stadtverwaltung an. Aktuell ist das Beschwerdeportal "Buskommtnicht.de" gestartet.

Calw – Vor allem Jugendliche ohne Führerschein sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Leider läuft im ÖPNV nicht immer alles glatt. Deswegen hat sich der Jugendbeirat in Calw für ein Beschwerdeportal ein- und dieses nun umgesetzt. Vorausgegangen war dem Projekt eine Initiative der Jugendlichen des MvL-Gymnasium Calw-Stammheim und der HIP Realschule Calw. Auf der Webseite „Buskommtnicht“ ist das Formular zu finden. Hier kann jeder eintragen, wo das Problem lag: Kam der Bus nicht? War er überfüllt? Oder fehlt eine Anbindung gänzlich?

Dieses Feedback wird vorerst für ein halbes Jahr in einer Excel-Tabelle gesammelt und dann dem Landratsamt übergeben. Denn: Zuständig ist hier nicht die Stadt. Das Landratsamt schreibt in regelmäßigen Abständen die Linienbündel aus und vergibt diese an entsprechende Busunternehmen. „Dann haben wir schwarz auf weiß, wo es Probleme gibt“, erklärt Carina Kober, die persönliche Referentin von Oberbürgermeister Florian Kling.

OB Kling gibt Jugendlichen Plattform

Es ist auf die Initiative des Rathauschefs zurückzuführen, dass das Projekt überhaupt entstehen konnte. Kling regte letztes Jahr an, bei der Jugendbeteiligung neue Wege zu beschreiten. Das Ziel: Den jungen Mitbürgern zeigen, dass ihre Stimme Gewicht hat, ihre Anliegen gehört werden und ihre Vorschläge auch – sofern machbar – umgesetzt werden. Dazu wurden zwei Jugendbeiräte mit Jugendlichen aller städtischen Schulen installiert. Bei einem ersten Treffen im Oktober 2021 ging es unter anderem um das Thema Mobilität in Calw. Die Jugendlichen wurden nach ihrer Meinung gefragt: Was findet ihr gut in Calw? Wo seht ihr Verbesserungsbedarf?

Jugendbeirat initiiert Buskommtnicht.de

Einer der Kritikpunkte, der mehrfach geäußert wurde, war die ÖPNV-Verbindung. „Wir sind eigentlich nicht zuständig“, so Carina Kober, „wollten das aber auch nicht so stehen lassen, ohne etwas zu unternehmen.“ Also ging man das Projekt Beschwerdeportal an. Um die Jugendlichen Max Nothacker und Paulina formierte sich eine Gruppe, die sich der Sache annahm – in Abstimmung mit Florian Kling, Carina Kober und Jugendreferent André Weiß. Das nun bereitstehende Formular arbeiteten die Jugendlichen selbst aus.

Der ÖPNV ist die Zukunft

„Dass es Verbesserungsbedarf gibt, wissen und spüren wir“, sagt Max Nothacker. Das Beschwerdeportal diene dazu, Probleme auszumachen, „um sie dann zielgenau und effektiv lösen zu können“. Der Jugendbeirat wolle sich da dem Landkreis als rechtlich Verantwortlichem gegenüber „möglichst behilflich, aber auch beharrlich“ zeigen. „Denn der ÖPNV ist der Weg zu einer grüneren, besseren Zukunft“, ist Max Nothacker überzeugt. „Über kurz oder lang ist ein fehlerfrei funktionierender ÖPNV nötig, nicht nur für alle Jugendlichen ohne Auto, sondern für alle Menschen ohne Planet B.“

Kampagne auf Instagram startet

In den nächsten Tagen startet die groß angelegte Werbeaktion für das Onlineportal. Auf den Schulwegen werden Flyer angebracht, in den Schulen Plakate verteilt, auf Instagram eine Kampagne gestartet. Die Stadt hofft, so möglichst viele junge Menschen zu erreichen – denn auch das beste Portal nützt nur, wenn es auch mit Informationen gefüttert wird.