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Calw Narren entmachten Oberbürgermeister

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Schunkelnd ergab sich der OB seinem Schicksal. Foto: Stocker

Calw - Nach zehn Wochen im Amt des Oberbürgermeisters sollte man meinen, die Narren hätten noch nicht viel auszusetzen. Doch weit gefehlt, die 1. Calwer Narrenzunft 04 zeigte Florian Kling bei seiner ersten Rathausschelte schon mal die gelbe Karte.

Dabei hatten es Berghexen und Stoigrombler zunächst nicht leicht, überhaupt in das inzwischen sanierte Rathaus am Marktplatz überhaupt reinzukommen. Während die Gacho Grächzer Gugge aus Gechingen mit schrägen Tönen und in neuem Häs den närrischen Rhythmus interpretierten, gelang es den Calwer Narren schließlich, durch die Hintertüre in die vermeintlich heiligen Hallen vorzudringen.

Unterwanderung der Glammhoaga-Hexa?

Schnell wurde der Oberbürgermeister nicht nur dem erwartungsvollen Volke, vor allem aber dem Zunftmeister Dennis Bach vorgeführt. Und der unterstellte Kling gleich mal eine mutmaßliche Unterwanderung der Glammhoaga-Hexa aus Althengstett, woher der OB ja stamme. Deshalb verpassten die Narren ihm einen Berghexen-Rock und zeigten vorsorglich die gelbe Karte.

Immer wieder hielten sie dem neuen Rathauschef seine eigenen Worte vor, warnten ihn als Hauptmann der Reserve vor einem möglichen Befehlston. Vielmehr ermutigten sie Kling, während der närrischen Amtszeit in das von ihm favorisierte Roter-Milan-Federkleid zu schlüpfen und dadurch die landschaftliche Umgebung vor Windkraftanlagen zu schützen. Ein Kompliment erhielt der Entmachtete zudem für die Einsetzung des Arbeitskreises in der Innenstadt. "Mundtot gemacht mit diesem Dirigieren, hat es dadurch doch anderes zu tun, als dich zu kritisieren", durchschaute der Zunftmeister und gab Kling sogleich die Idee, alle Interessierten beim Nachtumzug am Rosenmontag als Ordner einzusetzen.

"Ich mach’s net gern, aber ihr bekommt trotzdem den Schlüssel", äußerte sich der entthronte OB schließlich, wohlwissend, wie lange die Narren auf den Einzug in das tatsächliche Rathaus schon warten. "Ich weiß, es wird schlimmer", prognostizierte Kling zum Tadel für die kommenden Jahre, ehe er sich in die Polonaise zu den Guggen-Klängen einreihte.

Zur Überraschung aller machte dann der Landespräsident der Föderation Europäischer Narren, Bernd Singer, seine Aufwartung und verlieh den diesjährigen Landesorden an Kling und den Zunftvorstand für die Pflege des Brauchtums.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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