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Kreis Calw NABU klagt gegen Hesse-Bahn

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Nach dem Eilantrag des NABU ruhen jetzt die Rodungsarbeiten an der Strecke der Hermann-Hesse-Bahn. Foto: Landratsamt Calw

Kreis Calw - Der Naturschutzbund NABU geht weiter juristisch gegen die Hermann-Hesse-Bahn vor. Wie Projektleiter Michael Stierle gestern dem Schwarzwälder Boten mitteilte, habe die Organisation beim Verwaltungsgericht Karlsruhe einen Eilantrag gestellt, der zum Ziel hat, die derzeit laufenden Fäll- und Rodungsarbeiten auf der Strecke zu untersagen.

"Es ist vollkommen inakzeptabel, dass der Landkreis Calw jetzt Bäume fällt und dabei auch geschützte Biotope zerstört, obwohl noch kein gültiger Planfeststellungsbeschluss vorliegt", sagt Hans-Peter Kleemann, stellvertretender Vorsitzender des NABU Baden-Württemberg in einer vom NABU verbreiteten Pressemitteilung. "Zunächst muss das Gericht entscheiden, ob das Projekt kommen kann. Erst dann darf der Landkreis die Motorsägen anwerfen. Aber nicht vorher," so Kleemann weiter.

"Wir sehen uns auf sicherem Terrain"

Der NABU kritisiert, dass durch die vorgezogenen Rodungs- und Rückschnittarbeiten gesetzlich geschützte Biotope sowie Quartiere streng geschützter Arten zerstört würden, zum Beispiel Bäume mit Höhlen, die von Fledermäusen und Vögeln genutzt werden.

Nach dem am Dienstag eingereichten Antrag hat das Verwaltungsgericht Karlsruhe dem Landkreis Calw mitgeteilt, dass es davon ausgehe, "dass bis zur Entscheidung über den Eilantrag von Vollzugsmaßnahmen abgesehen wird". Deshalb ruhen die Fäll- und Rodungsarbeiten an der Strecke nun.

Für den Landkreis Calw seinerseits entbehrt der Antrag jeglicher Grundlage. "Wir sehen uns da auf sicherem Terrain: Wir dürfen dort arbeiten", ist Michael Stierle, Projektleiter Hesse-Bahn im Calwer Landratsamt, überzeugt. Denn man rode an der bereits bestehenden Strecke, also seien die derzeit laufenden Arbeiten nichts anderes als Unterhaltungsmaßnahmen.

Deshalb plädiert Michael Stierle auch für eine Abweisung der Klage des NABU. Er hofft auf eine schnelle Entscheidung des Gerichts und geht davon aus, dass man in dieser Sache im Laufe der kommenden Woche Klarheit hat. Währenddessen läuft die umfassende Klage des NABU gegen das Projekt Hesse-Bahn vor dem Verwaltungsgericht Mannheim weiter. Der NABU hatte am 19. August Klage gegen den ersten Planfeststellungsbeschluss eingereicht, weil durch Sanierung und Betrieb der Bahnlinie besonders geschützte Fledermausvorkommen gefährdet seien. Der NABU betonte gestern erneut, dass er mit seiner Klage nicht die Hermann-Hesse-Bahn als solche verhindern möchte. Ihm gehe es vielmehr um den Schutz der betroffenen Fledermausvorkommen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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