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Calw Mini-Tornado verwüstet Stadtgarten

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Zahlreiche Bäume fielen dem Sturm zum Opfer. Die Altburger Straße musste deshalb gesperrt werden. Foto: Maci

Calw - Es muss ein Bild der Verwüstung gewesen sein, das sich der Freiwilligen Feuerwehr am Freitagmorgen im Stadtgarten bot. Ein Mini-Tornado hatte dort gewütet. Und auch im restlichen Stadtgebiet hinterließ der Sturm teils ­gravierende Schäden.

Ein Mensch wurde bei dem Unwetter am Donnerstagabend sogar schwer verletzt. Der 54-Jährige war laut Frank Otruba vom Polizeipräsidium Karlsruhe zu Fuß im Stadtgarten unterwegs, als er plötzlich von Wassermassen, Geröll und Ästen erfasst und etwa 30 Meter mitgerissen wurde. Der Mann kam mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung vorsorglich ins Krankenhaus. "Man kann von Glück reden, dass es nur einen Verletzten gab", sagt Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide. Das sei lediglich dem Umstand zu verdanken, dass Unwetter bislang immer am späten Nachmittag oder Abend niedergingen. "Zum Beispiel in der Rush Hour wäre das bezüglich der Opferzahlen viel schlimmer."

Welchen Sachschaden das Unwetter in Calw angerichtet hat, wird am ehesten im Stadtgarten sichtbar. "Es sind etliche Bäume umgestürzt", sagt Heide. "Sie alle weisen Rotationsbrüche auf, was auf einen Wirbelsturm schließen lässt", erklärt er. Weiteres Indiz: Die Wipfel wurden teils meterweit fortgetragen und sind dann zu Boden gestürzt. "Das ist schon außergewöhnlich. Vergangenes Jahr hatten wir den ersten Mini-Tornado in Bad Wildbad und jetzt schon den zweiten", sagt der Kreisbrandmeister. "Davor war jahrzehntelang nie sowas."

Geröll und Schlamm bedecken Fahrbahn

Den umfallenden Bäumen fielen auf dem Parkplatz des Stadtgartens sowie in der Schillerstraße mehrere Autos und ein Lastwagen zum Opfer. "Die Fahrzeuge wurden schwer beschädigt und teils zerstört", sagt Udo Zink, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Calw (FFW). Während die Schillerstraße inzwischen wieder befahrbar ist, werden die Aufräumarbeiten am Stadtgarten noch eine ganze Weile andauern. Mindestens noch über das Wochenende wird niemand den Park betreten dürfen. Zumal bei den noch stehenden Bäumen erst noch geprüft werden muss, ob sie auch Schäden davongetragen haben.

Auf den Straßen in und um Calw kam es teils zu Überschwemmungen, so unter anderem auf der B 296 zwischen Calw und Hirsau. Geröll und Schlamm bedeckte auf der ­B 463 beim Waldecker Hof die Fahrbahn. Die Altburgerstraße Richtung Wimberg musste wegen umgestürzter Bäume zwischenzeitlich komplett gesperrt werden.

Eine meterhohe Birke stürzte auf das Schiff der Calwer Stadtkirche. Noch am Freitagnachmittag lag sie dort, das Gelände notdürftig mit Flatterband abgesperrt. Vollgelaufene Keller hielten die FFW zusätzlich auf Trab.

"In Calw allein hatten wir rund 30 Einsätze", sagt Zink. Teils bis spät in die Nacht. "Die Ehrenamtlichen sind mehrfach wöchentlich im Einsatz. In diesem Ausmaß ist das eine ausgesprochen hohe Belastung", beklagt Heide. "Die Auswirkungen des Klimawandels sind sehr, sehr hoch, gerade in dicht besiedeltem Gebiet", erklärt er. Zum Vergleich: Orkan "Lothar", der 1999 wütete, hinterließ einen Schaden von rund 2,1 Milliarden Deutsche Mark. Die Schäden nach dem Unwetter 2013 in Reutlingen und Göppingen, summierten sich auf vier Milliarden Euro. Es wird also schlimmer.

Wie hoch der Schaden in Calw ist – Nutzholz, Autos und Beschädigungen an Häusern mit eingerechnet – ist derzeit noch unklar.

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