Mit Unterstützung der IQ-Servicestelle BQB konnte Marina Borowikow inzwischen ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen. Foto: Arbeitsagentur Foto: Schwarzwälder Bote

Arbeit: Agentur und Jobcenter setzen Beratungsprojekt fort

Nordschwarzwald. Im Jahr 2016 nahm die Servicestelle Integration durch Qualifizierung (IQ) mit dem Projekt "Arbeitsmarktintegration Geflüchteter" in Nagold ihre Arbeit auf.

Auf Initiative von Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, bildete die pro.Di-Bildung gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, dem Landkreis Calw und den beiden Jobcentern Kreis Calw und Kreis Freudenstadt das Kompetenzteam Asyl und Flucht für Unternehmen (KAFU).

Diese Anlaufstelle für Unternehmen in allen Fragen rund um das Thema Flucht und Asyl war landesweit die Erste. Im Zusammenspiel mit den verschiedenen Arbeitsmarktakteuren konnte man gute Erfolge in der Arbeitsmarktintegration erzielen und überregional einzigartige Integrationsformate umsetzen

Als logische Konsequenz daraus startete 2019 das Nachfolgeprojekt: die IQ-Service-stellenberatung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Fragen der Beschäftigung und Qualifizierung von Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund – kurz "IQ-Servicestelle für Unternehmen Beratung/Qualifizierung/Betrieb (BQB)".

Planungssicherheit für beide Seiten

Der Fokus liegt dabei auf der Beratung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die bereits an- oder ungelernte Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund beschäftigen. In enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und den Jobcentern der Landkreise Calw und Freudenstadt unterstützt die IQ-Servicestelle bei der Frage, wie man vorhandene Potenziale einer angelernten Arbeitskraft erkennt und wie man sie zielgerichtet zu einer Fachkraft entwickeln kann.

Im Zuge dessen werden Unternehmen, Arbeitgeberverbände und Kammern kontaktiert, um über das Projekt zu informieren. Gleichzeitig werden aktuelle Qualifizierungsbedarfe für an- und ungelernter Migranten im Unternehmen erfragt und das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten sondiert. Ziel ist es, diese Beschäftigten zu qualifizierten Fachkräften weiterzubilden, um für beide Seiten eine langfristige Planungssicherheit und einen positiven Blick in die Zukunft zu schaffen.

In einem Seniorenheim in Dornstetten beispielsweise zeigten sich die positiven Effekte guter Zusammenarbeit und eines ausgereiften Netzwerkes: Die 40-jährige Marina Borowikow war dort als Reinigungskraft beschäftigt. Sie besaß einen ausländischen Berufsabschluss in der Krankenpflege. Die IQ-Servicestelle BQB kümmerte sich um die Anerkennung der ausländischen Ausbildung in Deutschland, um die Aufnahme in eine Pflegeschule zu ermöglichen. Dank dieser Unterstützung im Hintergrund, konnte Borowikow schließlich eine Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen – und das, ohne auf ihr bisheriges Gehalt verzichten zu müssen. Denn der Arbeitgeber erhielt für die Ausfallzeit eine entsprechende Unterstützung von der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: