Wünschen sich mehr engagierte ehrenamtliche Helfer (von links): Kassier Dirk Schieber, die kommissarische zweite Vorsitzende Iris Prießnitz, Lebenshilfehausleiterin Christina Stein und der Vorsitzende Alexander Faber. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

Flammender Appell von Alexander Faber an die Mitglieder / Vorstandswahlen sollen jetzt im Juni stattfinden

Von Bettina Bausch

Althengstett-Neuhengstett/Calw. Was manche befürchtet hatten, trat doch nicht ein. Alexander Faber, der erste Vorsitzende der Lebenshilfe Calw, hat nicht hingeschmissen. Aber sichtlich frustriert richtete er bei der ersten außerordentlichen Hauptversammlung der Lebenshilfe in ihrer 48-jährigen Geschichte einen flammenden Appell an gerade einmal 19 von 240 anwesenden Vereinsmitgliedern.

"Wir sind an unsere Grenzen gestoßen. Ich möchte kein Horrorszenario an die Wand malen, aber wenn wir keine Lösung finden, müssen wir unsere Angebote deutlich zurückschrauben", so Fabers klare Botschaft. Er ist seit knapp vier Jahren Vorsitzender. Und er hat den Eindruck, dass unter den Mitgliedern die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit stark zurückgegangen ist. "Alles bleibt an mir hängen, das mache ich so nicht mehr mit", unterstrich der 45-jährige Ostelsheimer. Die Anforderungen seien längst nicht so. Man brauche jedoch verantwortungsbewusste "Kümmerer". Diese müssten nur leichtere Aufgaben übernehmen.

Auf einen weiteren Schwachpunkt machte der Vorsitzende aufmerksam. Mehrere Vereinsämter sind derzeit nicht besetzt. "Wir haben zurzeit keinen Schriftführer, niemand für die Öffentlichkeitsarbeit und auch keine Beisitzer. Wir müssen diese Ämter wieder besetzen, damit wir unseren Verein anständig führen können", forderte der engagierte Vorsitzende vehement.

Derzeit gibt es lediglich einen dreiköpfigen Rumpfvorstand mit zwei Vorsitzenden und einem Kassier. Die stellvertretende kommissarische Vereinsvorsitzende Iris Prießnitz warb zur Mitarbeit mit dem Hinweis, auf den ihrer Meinung nach bei geschickter Organisation durchaus verkraftbaren Zeitaufwand.

Erfreulich war, was Kassier Dirk Schieber zu berichten hatte. Die Vereinskasse leidet mit gut 200 000 Euro derzeit keine Not. Das Konto hat sich nach einem dramatischen Einbruch vor einigen Jahren wieder erholt. Allerdings verwies der Vorsitzende darauf, dass der karikative Verein mit einem jährlichen Umsatz von rund 250 000 Euro schon einem kleineren mittelständischen Betrieb gleiche, man sich jedoch noch keinen hauptamtlichen Geschäftsführer leisten könne.

Faber hofft jetzt, dass sein leidenschaftlicher Apell Früchte tragen wird. Wer möchte, könne zum Schnuppern bei der in Abständen von vier bis sechs Wochen stattfindende Vorstandssitzung vorbeikommen. Die erforderlichen Wahlen sollen bei der Jahreshauptversammlung im Juni stattfinden.

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