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Calw Kupfer – das neue Gold von heute?

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Bereits zwei Mal in kurzer Zeit haben sich Diebe auf den Weg gemacht, um reines Kupfer oder Gegenstände aus dem Metall zu stehlen. Auch im Enzkreis kam es zu derartigen Diebstählen.

Straubenhardt-Cornweiler/ Neuenbürg. Nicht zuletzt wurde um die Weihnachtszeit am Friedhof in Neuenbürg eine Regenrinne, die an der Aussegnungshalle befestigt war, von Fremden entwendet. Um die Diebe zur Rechenschaft zu ziehen, wurde die Bevölkerung um Mithilfe gebeten – vergeblich.

In Straubenhardt-Cornweiler kam es vor Kurzem zu einem ähnlichen Vorfall: In einer Firma haben Unbekannte Kupfer im Wert von mehreren Zehntausend Euro während eines Einbruchs erbeutet. Die geklauten Kupferschienen und Kupferstangen des Betriebs wurden von den Dieben anschließend mit einem Transporter weggebracht. Auch in diesem Fall wurde von der Polizei nach Zeugen oder Hinweisen gebeten, um die Täter zu fassen.

Ohne großen Aufwand

Doch was macht Kupfer eigentlich so wertvoll, damit es von Dieben strategisch geklaut wird? Laut Dirk Wagner, der für die Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium in Pforzheim tätig ist, sei es meist ohne großen Aufwand möglich, an Metalle, insbesondere an Kupfer, zu gelangen. Der Grund: Diese seien oft nicht besonders gut gegen Diebstahl gesichert, wie zum Beispiel bei Baustellen. Zudem seien die Metallpreise für den Verkauf bei den entsprechenden Händlern gut. Auch Marc Wahl, der mehr als 20 Jahre lang Inhaber einer Metall- und Verschrottungsfirma in Neuenbürg war, kann dem zustimmen. Laut Wahl gibt es viele Schrotthändler, die keinen Nachweis über die Herkunft der Kupfergegenstände verlangen – auch wenn diese in einer verdächtig großen Menge zur Verfügung stehen. Solche Umstände erleichterten den Dieben natürlich den anschließenden Verkauf ihres gestohlenen Kupfers. Hinzu komme, dass man für den Verkauf einer Tonne des Metalls mittlerweile rund 4450 Euro bekommt. Zudem sei der Wiederverkaufswert bei einem Gegenstand mit Kupfer um 20 bis 30 Prozent höher, als der eigentliche Preis, fügt Wahl hinzu. Auch die Polizei geht davon aus, dass die Täter die Metalle über Händler verkaufen, erläutert Wagner. So sei es vermutlich schwer, die Herkunft einer geklauten Rinne zu klären, auch wenn ein Händler wisse, dass irgendwo eine Regenrinne gestohlen worden ist. Ob die Täter auch bei einem Händler in der Nähe das Metall verkaufen, ist laut Wagner fraglich. Diese Tätergruppierungen seien nämlich oft überregional organisiert.

Solche Diebstähle kämen leider immer mal wieder vor, sagt Wagner. Meist seien das Diebstähle aus Baustellen, Abfallcontainern oder Lagerungen im Freien. Ein solcher Raub, wie im Fall der Regenrinne, komme allerdings eher selten vor. Auch vergleichbare Fälle habe das Polizeipräsidium Pforzheim in ihrem Zuständigkeitsbereich laut Wahl derzeit nicht. Der Sprecher der Polizei fügt hinzu, dass sich Händler bei Verdachtsfällen immer an die Polizei wenden können. So haben sich in dem ein oder anderen Fall Händler auch schon bei der Polizei gemeldet und ihren Verdacht geäußert. Fahndungserfolge gebe es erfreulicherweise immer wieder. Leider ließen sich aber nicht immer alle Täter ermitteln.

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